30. Referenzteil zu Lives Instrumenten
Live wird mit einer Auswahl an eigens entwickelten, integrierten Instrumenten ausgeliefert, unter anderem auch Devices, die auf Physical Modeling, FM-Synthese und Wavetable-Synthese basieren.
Wie Instrumente in Live grundsĂ€tzlich funktionieren, vermittelt das Kapitel ĂŒber das Arbeiten mit Instrumenten und Effekten.
Beachte bitte, dass die verschiedenen Editionen von Live einen unterschiedlichen Funktionsumfang haben, sodass manche der in dieser Referenz behandelten Instrumente möglicherweise nicht in allen Editionen enthalten sind.
30.1 Analog

Analog ist ein virtuell-analoger Synthesizer, der zusammen mit Applied Acoustics Systems entwickelt wurde. Mit diesem Instrument wollten wir keinen bestimmten, altehrwĂŒrdigen Analogsynthesizer nachahmen, sondern vielmehr unterschiedliche Eigenschaften legendĂ€rer Synthesizer in einem modernen Instrument vereinen. Analog erzeugt seine KlĂ€nge, indem er die verschiedenen Synthesizer-Komponenten mittels Physical Modeling nachbildet. Diese Technologie wendet die Regeln der Physik an, um zu reproduzieren, wie ein Objekt oder ein System Klang erzeugt. Im Fall von Analog beschreiben mathematische Gleichungen in Echtzeit, wie sich die analogen Schaltkreise verhalten. Analog verwendet keine Samples oder Wavetables; der Klang wird einfach in Echtzeit und nach MaĂgabe aller Parameter-Werte von der CPU berechnet. Diese Klangerzeugungsmethode garantiert eine unvergleichliche QualitĂ€t im Hinblick auf Klang, Realismus, WĂ€rme und Spieldynamik.
30.1.1 Architektur und OberflÀche
Der Signalfluss von Analog ist in folgender Abbildung dargestellt:

Die primÀren Klangquellen des Synthesizers sind zwei Oszillatoren und ein Rauschgenerator. Diese Quellen können unabhÀngig voneinander zu zwei verschiedenen Multimode-Filtern geroutet werden, die jeweils an einen VerstÀrker geleitet werden. Dabei kann das Signal die beiden Filter seriell oder parallel durchlaufen.
Analog besitzt auch zwei Niederfrequenz-Oszillatoren (LFOs) zur Modulation von Oszillatoren, Filter und VerstĂ€rker. Jedes Filter und jeder VerstĂ€rker hat darĂŒber hinaus seinen eigenen HĂŒllkurvengenerator.
Analogs OberflĂ€che besteht aus zwei Teilen: Dem Display, das von der Shell umgeben wird. Die Shell enthĂ€lt die wichtigsten Parameter einer gegebenen Sektion, wĂ€hrend im Display Parameter-Visualisierungen und weitere Einstellungen fĂŒr den gewĂ€hlten Bereich zu finden sind. ZusĂ€tzlich zu den Synthese-Modulen gibt es einen globalen Bereich mit allgemeinen Einstellungen wie Ausgangs-LautstĂ€rke, Vibrato und Polyphonie, sowie eine MPE-Sektion: Dort lassen sich die drei MPE-Quellen Pressure, Slide und notenbasiertes Pitch-Bend konfigurieren, mit denen man Analogs Sound von einem MPE-Controller aus formen kann.
30.1.2 Oszillatoren

Die beiden Oszillatoren von Analog verwenden Physical Modeling, um den Charakter echter Analog-Oszillatoren zu treffen. Da sie eine Modellierung statt Wavetables verwenden, vermeiden Sie Aliasing.
Jeder Oszillator kann unabhÀngig mit den Buttons Osc 1 bzw. Osc 2 in der Shell ein/ausgeschaltet werden, der jeweilige Ausgangspegel wird mit dem Regler rechts neben diesem Schalter eingestellt.
Der Regler F1/F2 bestimmt das VerhĂ€ltnis, mit dem das Oszillator-Signal den beiden Filtern zugefĂŒhrt wird. Ist der Regler in der Mittelstellung, wird das Signal mit gleichem Pegel an beide Filter geschickt. Ist er ganz nach oben oder unten gestellt, wird das Signal nur an Filter 1 bzw. Filter 2 geschickt.
Im Shape-MenĂŒ wird die Wellenform des Oszillators bestimmt. Zur Auswahl stehen Sinus, SĂ€gezahn, Rechteck und WeiĂes Rauschen. Ist Rechteck ausgewĂ€hlt, wird der Pulse-Width-Parameter im Display aktiviert, mit dem sich die Pulsweite der Wellenform einstellen lĂ€sst. Niedrige Width-Wert fĂŒhren zu einer sehr schmalen Wellenform, die dĂŒnn und ânasalâ klingt. Bei 100% entspricht die Wellenform einem perfekten Rechteck und erzeugt nur ungeradzahlige Obertöne. Die Pulsweite kann auch durch einen LFO moduliert werden, einstellbar mit dem Regler neben Width. Dieser Parameter ist nur aktiviert, wenn der entsprechende LFO eingeschaltet ist.
Die Regler Octave, Semi und Detune in der Shell dienen der Grob- und Feinstimmung. Octave transponiert den Oszillator in Oktaven, Semi in Halbtonschritten nach oben oder unten. Der Detune-Regler sorgt fĂŒr die Feinjustierung in Cents, bis maximal drei Halbtöne (300 Cents) nach oben oder unten.
Die Oszillator-Tonhöhe lĂ€sst sich entsprechend der Einstellungen fĂŒr Pitch Mod und Pitch Env im Display modulieren. Der LFO-Regler bestimmt, wie stark der LFO die Tonhöhe moduliert. Auch dieser Parameter steht nur bei eingeschaltetem LFO zur VerfĂŒgung. Der Parameter Key regelt, wie stark die Oszillator-Stimmung den gespielten MIDI-Tonhöhen folgt. Beim Standardwert 100% folgt der Oszillator einer konventionellen wohltemperierten Skala. Höhere oder niedrigere Werte Ă€ndern den Abstand zwischen den Noten der Tastatur. Bei 0% wird die Oszillator-Tonhöhe gar nicht durch die gespielten Noten moduliert. Um ein GefĂŒhl fĂŒr die Wirkung zu bekommen, kannst du einen Oszillator bei 100% belassen und fĂŒr den anderen einen leicht abweichenden Key-Wert einstellen. Spiele dann Noten um das mittlere C herum. Da C3 unabhĂ€ngig vom gewĂ€hlten Key-Wert immer die gleiche Tonhöhe erzeugt, werden die Oszillatoren umso stĂ€rker gegeneinander verstimmt, je weiter du dich von C3 entfernst.
Die Pitch-Env-Parameter erzeugen eine Rampe, die die Tonhöhe des Oszillators im Zeitverlauf moduliert. Initial wĂ€hlt den Ausgangspunkt der Oszillator-Tonhöhe und Time bestimmt die Dauer, in der die Tonhöhe auf den Endwert gleitet. Beide Parameter lassen sich mit den Reglern oder durch Ziehen der Punkte im HĂŒllkurven-Display einstellen.
Mit den Parametern Sub/Sync im Display kannst du wahlweise einen Sub-Oszillator- oder einen Hard-Sync-Modus aktivieren. Ist Sub gewĂ€hlt, regelt der Level-Parameter den Ausgangspegel eines zusĂ€tzlichen Oszillators, der eine Oktave unter dem Hauptoszillator liegt. Ist die Hauptoszillator-Wellenform auf Rechteck oder SĂ€gezahn gestellt, erzeugt der Suboszillator eine Rechteckwelle, im Falle von Sinus erzeugt er eine Sinuswelle. Beachte bitte, dass der Suboszillator inaktiv ist, wenn fĂŒr den Hauptoszillator WeiĂes Rauschen gewĂ€hlt wurde.
Im Modus Sync wird die Wellenform des Oszillators durch einen internen Oszillator neu gestartet, dessen Frequenz mit dem Ratio-Regler eingestellt wird. Bei 0% entspricht die Frequenz des internen Oszillators der des hörbaren Oszillators, sodass Sync keinen Effekt hat. Drehst du Ratio auf, erhöht sich die Frequenz des internen Oszillators und dadurch verĂ€ndert sich das Spektrum des hörbaren Oszillators. Probiere fĂŒr maximales Analog-Gekreische aus, die Sync-Ratio durch das Modulationsrad oder einen anderen MIDI-Controller zu steuern.
30.1.3 Rauschgenerator

Der Rauschgenerator erzeugt WeiĂes Rauschen und besitzt ein eigenes Tiefpassfilter mit -6dB/Oktave. Der Generator wird mit dem Noise-Schalter in der Shell ein- oder ausgeschaltet. Sein Ausgangspegel lĂ€sst sich mit dem Regler rechts neben diesem Schalter justieren.
Der Regler F1/F2 bestimmt das VerhĂ€ltnis, mit dem das Rauschgenerator-Signal den beiden Filtern zugefĂŒhrt wird. Ist der Regler in Mittelstellung, wird das Signal mit gleichem Pegel an beide Filter geschickt. Ist er ganz nach oben oder unten gestellt, wird das Signal nur an Filter 1 bzw. Filter 2 geschickt.
Der Color-Regler bestimmt die Frequenz des internen Tiefpassfilters. Höhere Werte erzeugen stÀrkere Höhenanteile im Spektrum.
Hinweis: Da Noise nur ĂŒber Shell-Parameter verfĂŒgt, spiegeln sich deren Ănderungen nicht im Display wider.
30.1.4 Filter

Die beiden Multimode-Filter von Analog sind mit einer flexiblen Routing-Architektur, mehreren SÀttigungs-Optionen sowie einer Vielzahl von Modulationsmöglichkeiten ausgestattet. Wie bei den Oszillatoren, lÀsst sich jedes Filter unabhÀngig voneinander einstellen.
Die Schalter Fil 1 und Fil 2 in der Shell (de-)aktivieren das jeweilige Filter. Neben diesen Schaltern stehen in den Dropdown-MenĂŒs Tiefpass-, Bandpass-, Notch-, Hochpass- und Formant-Filter zweiter und vierter Ordnung zur Auswahl.
Die Resonanzfrequenz des Filters wird mit dem Regler Freq eingestellt, die StĂ€rke der Resonanz mit dem Reso-Parameter. Ist ein Formant-Filtertyp ausgewĂ€hlt, ĂŒberblendet der Reso-Regler zwischen verschiedenen VokalklĂ€ngen.
Unter dem Filtertyp-AuswahlmenĂŒ befindet sich ein weiterer Parameter, der sich bei den beiden Filter unterscheidet. Bei Filter 1 bestimmt der Regler To F2, zu welchem Anteil der Ausgang von Filter 1 an Filter 2 geleitet wird. Der Follow-Schalter unter dem Filtertyp-AuswahlmenĂŒ von Filter 2 sorgt dafĂŒr, dass die Frequenz von Filter 2 der von Filter 1 folgt. Wenn aktiviert, stellt der Regler Freq von Filter 2 einen Versatz zwischen den Arbeitsfrequenzen beider Filter ein. Jede Modulationsquelle von Analog, die sich auf die Frequenz von Filter 1 auswirkt, beeinflusst auch Filter 2, falls Follow aktiviert ist.
ZusĂ€tzlich zu den Parametern der HĂŒllkurven enthalten die Filter-Displays weitere Modulations-Parameter sowie ein Drive-MenĂŒ. Mit den Reglern der Sektionen Freq Mod und Res Mod lassen sich Filterfrequenz und -resonanz unabhĂ€ngig voneinander per LFO, MIDI-Tonhöhe und Filter-HĂŒllkurve modulieren. Positive Modulationswerte erhöhen die Frequenz bzw. die Resonanz, negative vermindern sie.
Das AuswahlmenĂŒ Drive wĂ€hlt die Art der SĂ€ttigung fĂŒr den Filterausgang. Die drei Sym-Optionen wenden symmetrische Verzerrung an, das SĂ€ttigungsverhalten ist also fĂŒr positive und negative Werte gleich. Die Asym-Optionen erzeugen eine asymmetrische SĂ€ttigung. In beiden Modi fĂŒhren höhere Werte zu stĂ€rkerer Verzerrung. Drive kann durch den MenĂŒeintrag Off komplett deaktiviert werden. Durch Experimentieren mit den verschiedenen Optionen bekommst du ein GefĂŒhl dafĂŒr, wie sie das Signal verĂ€ndern.
30.1.5 VerstÀrker

Das Signal gelangt nach den Filtern in VerstĂ€rker, wo der Klang durch die Amplituden-HĂŒllkurve geformt wird und seine Panorama-Position eingestellt wird. Alle Parameter können unabhĂ€ngig fĂŒr jeden VerstĂ€rker eingestellt werden.
Die Schalter Amp 1 und Amp 2 in der Shell (de-)aktivieren den entsprechenden VerstÀrker, der Level-Regler bestimmt den Ausgangspegel. Der Pan-Regler bestimmt die Position des VerstÀrkerausgangs im Stereofeld.
ZusĂ€tzlich zu den HĂŒllkurven-Reglern enthĂ€lt das VerstĂ€rker-Display weitere Modulations-Parameter. Mit den Reglern der Sektionen Pan Mod und Level Mod lassen sich Pan und Level unabhĂ€ngig voneinander per LFO, MIDI-Tonhöhe und Amplituden-HĂŒllkurve modulieren. Hinweis: Wird die MIDI-Tonhöhe als Modulationsquelle fĂŒr Level eingesetzt, erklingt das mittlere C unabhĂ€ngig von der ModulationsintensitĂ€t immer gleich laut. Bei positiven Werten werden höhere Noten lauter.
30.1.6 HĂŒllkurven

ZusĂ€tzlich zu den Pitch-HĂŒllkurven in den Oszillator-Bereichen verfĂŒgt Analog ĂŒber unabhĂ€ngige HĂŒllkurven fĂŒr jedes Filter und jeden VerstĂ€rker. Jede dieser vier HĂŒllkurven hat identische Parameter, die alle im Display zu finden sind. Alle HĂŒllkurven sind Standard-ADSR-Typen (Attack, Decay, Sustain, Release), die durch Velocity moduliert und geloopt werden können.
Die Einschwingzeit wird mit dem Attack-Regler bestimmt. Diese Zeit kann mit dem Parameter Att < Vel durch die Velocity moduliert werden. Erhöhst du den Wert fĂŒr Att < Vel, wird die Attackzeit bei stĂ€rker angeschlagenen Noten zunehmend kĂŒrzer.
Die Dauer, in der die HĂŒllkurve nach der Attackphase auf den Sustain-Level abfĂ€llt, wird mit dem Decay-Parameter eingestellt.
Der Sustain-Regler bestimmt den Pegel, auf dem die HĂŒllkurve vom Ende der Decay-Phase bis zum Loslassen der Taste stehen bleibt. Ist dieser Regler ganz nach links gedreht, gibt es keine Sustain-Phase. Ist er ganz nach rechts gedreht, gibt es keine Decay-Phase.
Mit dem Parameter Env < Vel kann der gesamte HĂŒllkurven-Pegel per Velocity moduliert werden.
Mit dem Parameter S.Time kann man den Sustain-Pegel trotz gehaltener Noten absinken lassen. Bei niedrigen Werten fÀllt der Sustain-Level schneller ab.
Zu guter Letzt wird die Ausklingzeit mit dem Release-Regler eingestellt. Dies ist die Zeit, die die HĂŒllkurve benötigt, um nach dem Loslassen der Taste auf Null abzufallen.
Die Slope-Buttons schalten die HĂŒllkurven-Segmente zwischen linearem und exponentiellem Verlauf um. Der gewĂ€hlte Verlauf wird auch in der HĂŒllkurvengrafik dargestellt.
Normalerweise löst jede neue Note die HĂŒllkurve am Beginn der Attack-Phase aus. Ist Legato aktiviert und es wird eine neue Note angeschlagen, wĂ€hrend eine andere noch gehalten wird, nutzt die neue Note die HĂŒllkurve der alten von der aktuellen Position aus weiter.
Ist Free aktiviert, ĂŒberspringt die HĂŒllkurve ihre Sustain-Phase und geht von der Decay- direkt in die Release-Phase ĂŒber. Dieses Verhalten wird manchmal auch als âTriggerâ-Modus bezeichnet, da so alle Noten dieselbe LĂ€nge bekommen, unabhĂ€ngig davon, wie lange eine Taste gehalten wird. Der Free-Modus ist ideal fĂŒr perkussive KlĂ€nge.
Das Loop-MenĂŒ bietet verschiedene Optionen, mit denen sich bestimmte HĂŒllkurven-Segmente wĂ€hrend gehaltener Noten loopen lassen. Ist Off ausgewĂ€hlt, werden alle HĂŒllkurven-Phasen einmal durchlaufen, ohne Loop.
Ist AD-R gewĂ€hlt, durchlĂ€uft die HĂŒllkurve wie gewöhnlich die Attack- und Decay-Phase. Sie bleibt dann aber nicht auf dem Sustain-Level stehen, sondern wiederholt die Attack- und Decay-Phase, solange die Note gehalten wird und geht danach in die Release-Phase ĂŒber. Der Modus ADR-R arbeitet Ă€hnlich, bezieht aber wĂ€hrend einer gehaltenen Note die Release-Phase in den Loop ein.
Hinweis: Wird in den Modi AD-R und ADR-R Free aktiviert, verhalten sich die Noten so, als wĂŒrden sie dauerhaft gehalten.
Der Modus ADS-R spielt die HĂŒllkurve ohne Loop ab, wiederholt aber die Attack- und Release-Phasen beim Loslassen von Noten. Mit kleinen Attack- und Release-Werten kann dieser Modus Instrumente mit hörbarem DĂ€mpfer simulieren.
30.1.7 LFOs

Die beiden LFOs von Analog lassen sich zur Modulation von Oszillatoren, Filtern und VerstÀrkern nutzen. Ebenso wie in deren Sektionen hat auch jeder LFO unabhÀngige Parameter.
Die Schalter LFO 1 und LFO 2 in der Shell (de-)aktivieren den jeweiligen LFO, der Rate-Regler bestimmt die LFO-Geschwindigkeit. Neben diesem Regler lÀsst sich die Einstellung der Rate zwischen Frequenz in Hertz oder Tempo-synchronen Notenwerten umschalten.
Das Wave-AuswahlmenĂŒ im Display bestimmt die LFO-Wellenform. Zur Auswahl stehen Sinus, Dreieck, Rechteck und zwei verschiedene Zufallstypen (Noise). Der erste Noise-Typ bewegt sich stufenweise zwischen den Zufallswerten, der zweite erzeugt stufenlose ĂbergĂ€nge. Bei Tri (Dreieck) oder Rect (Rechteck) lĂ€sst sich die Wellenform-Symmetrie mit dem Width-Parameter einstellen. Ist Tri gewĂ€hlt, verschieben niedrige Width-Werte die Wellenform in Richtung aufsteigender SĂ€gezahn, hohe Werte dagegen in Richtung fallender SĂ€gezahn. Bei 50% entspricht die Wellenform einem perfekten Dreieck. Bei Rect ist das Verhalten entsprechend. Bei 50% ist die Wellenform ein perfektes Rechteck, wĂ€hrend niedrigere oder höhere Wert zu negativen bzw. positiven Pulswellen fĂŒhren. Width ist nicht verfĂŒgbar, wenn der LFO auf Sine oder einen der Noise-Typen gestellt ist.
Der Delay-Regler bestimmt, wie lange der LFO-Start nach dem Noten-Anschlag verzögert wird, wÀhrend der Rate-Regler einstellt, wie schnell die maximale Amplitude erreicht wird.
Ist Retrig aktiviert, wird der LFO mit jeder Note in derselben Phasenlage neu gestartet. Der Offset-Regler bestimmt die Phase der LFO-Wellenform.
30.1.8 Globale Parameter

Mit den globalen Display- und Shell-Parametern kannst du einstellen, wie Analog auf MIDI-Daten reagiert und sich hinsichtlich Vibrato und Portamento verhÀlt.
Der Volume-Parameter in der Shell bestimmt den Ausgangspegel des Instruments. Dies ist der Gesamt-LautstÀrkeregler von Analog, der den Ausgangspegel der VerstÀrker-Sektionen weiter erhöhen oder absenken kann.
Der Vib-Schalter (de-)aktiviert das Vibrato, dessen Amplitude sich mit dem Prozentsatz-Regler daneben einstellen lÀsst. Analogs Vibrato entstammt letztlich einem zusÀtzlichen LFO, der aber fest mit der Tonhöhe der beiden Oszillatoren verdrahtet ist. Mit Rate wird die Vibrato-Geschwindigkeit gewÀhlt.
Bei eingeschaltetem Vibrato-Effekt sind vier zusĂ€tzliche Vibrato-Parameter im Display aktiviert. Der Delay-Regler bestimmt, wann das Vibrato nach dem Notenanschlag einsetzt. Der Attack-Regler stellt ein, wie schnell das Vibrato seine maximale IntensitĂ€t erreicht. Der Error-Regler fĂŒgt den Parametern Rate, Amount, Delay und Attack fĂŒr das Vibrato jeder polyphonen Stimme eine Zufallsabweichung hinzu. Der Parameter Amt < MW bestimmt, wie stark das Modulationsrad die Vibrato-IntensitĂ€t beeinflusst. Dieser Regler ist relativ zum eingestellten Wert der Vibrato-IntensitĂ€t in der Shell.
Der Uni-Schalter in der Shell aktiviert den Unisono-Effekt, der mehrere Stimmen pro gespielter Note schichtet. Der Detune-Schieberegler verstimmt diese geschichteten Stimmen gegeneinander.
Bei eingeschaltetem Unisono-Effekt sind zwei zusĂ€tzliche Unisono-Parameter im Display aktiviert. Das Voices-MenĂŒ wĂ€hlt zwischen zwei und vier geschichteten Stimmen, wĂ€hrend Delay jede gestapelte Stimme etwas verzögert einsetzen lĂ€sst.
Der Gli-Schalter (de-)aktiviert das Portamento (Glide). Mit Portamento gleitet die Tonhöhe von einer Note zur nÀchsten, anstatt abrupt zu springen. Ist Legato aktiviert, gleitet die Tonhöhe nur dann, wenn die zweite Note vor dem Loslassen der ersten Note angeschlagen wird. Time stellt die Dauer des Portamentos ein.
Bei eingeschaltetem Portamento-Effekt ist ein zusĂ€tzliches Glide-Mode-MenĂŒ im Display aktiv. Ist Const ausgewĂ€hlt, dauert das Portamento unabhĂ€ngig vom Intervall immer gleich lang. Bei Prop (proportional) richtet sich die Portamento-Dauer nach dem Intervall zwischen den Noten. Bei groĂen Intervallen dauert das Gleiten lĂ€nger als bei kleinen.
Mit den vier Quick-Routing-Buttons links im Display lassen sich schnell und einfach gebrĂ€uchliche Parameter-Routings vornehmen. Die Option oben links konfiguriert eine parallele Routing-Struktur, bei der jeder Oszillator sein eigenes Filter und seinen eigenen VerstĂ€rker besitzt. Die obere rechte Option ist Ă€hnlich, verteilt die Signale der beiden Oszillatoren aber gleichmĂ€Ăig auf beide Filter. Die Option unten links fĂŒhrt beide Oszillatoren zu Filter 1 und Amp 1 und verwendet Filter 2 und Amp 2 gar nicht. Die Option unten rechts schlieĂlich konfiguriert eine serielle Routing-Struktur, bei der beide Oszillatoren in Filter 1 geleitet werden, dessen Ausgang dann Filter 2 und Amp 2 speist.
Hinweis: Die Quick-Routing-Optionen haben keinen Einfluss auf vorgenommene Ănderungen an den Level-, Tuning- oder Wellenform-Parametern der Oszillatoren â sie bestimmen nur die Verdrahtung der Oszillatoren mit den Filtern und nachgeschalteten VerstĂ€rkern.
Der Keyboard-Bereich im Display enthĂ€lt alle Parameter fĂŒr die Stimmung und Polyphonie von Analog. Die Parameter Octave, Semi und Tuning bestimmen die Grob- und Feinstimmung. Octave transponiert das gesamte Instrument in Oktavschritten, Semi in Halbtonschritten nach oben oder unten. Der Detune-Regler sorgt fĂŒr die Feinstimmung in Cents (bis maximal 50 Cents nach oben oder unten).
PB Range bestimmt den Pitchbend-Modulationsbereich in Halbtönen.
Stretch simuliert eine gestreckte Stimmung, eine gebrĂ€uchliche Stimmungs-Modifikation fĂŒr elektrische und akustische Klaviere. Bei einem Wert von 0 % spielt Analog in wohltemperierter Stimmung. Das bedeutet, dass wenn zwei Noten eine Oktave auseinander liegen, die Grundfrequenz der höheren Note exakt doppelt so hoch ist wie die der tieferen Note. Je mehr Stretch Amount aufgedreht wird, desto höher werden hohe Noten wiedergegeben und tiefe Noten tiefer. Das fĂŒhrt zu einem strahlenderem Klang. Negative Stretch-Werte simulieren eine ânegativâ gestreckte Stimmung: Höhere Noten werden tiefer, tiefere Noten höher gestimmt.
Der Error-Parameter fĂŒgt jeder Note eine zufĂ€llige Abweichung der Tonhöhe zu.
Das Voices-MenĂŒ bestimmt die maximale Stimmenzahl, wĂ€hrend Priority darĂŒber entscheidet, welche Noten beim Ăberschreiten der maximalen Stimmenzahl abgeschnitten werden. Ist Priority auf High gestellt, haben neue Noten, die höher als bereits klingende sind, PrioritĂ€t. Der Stimmenklau beginnt also bei den tiefsten Noten. Low bewirkt das Gegenteil. Die Priority-Einstellung Last gibt den neuesten Noten PrioritĂ€t und schneidet die Ă€ltesten nach Bedarf ab.
30.1.9 MPE-Quellen

Ein Klick auf den MPE-Schalter im globalen Bereich des Displays bringt drei MPE-Quellen zum Vorschein: Pressure, Slide und Note PB (individuelles Noten-Pitchbend), mit denen sich der Sound von Analog weiter formen lÀsst.
Mit den beiden WahlmenĂŒs Pressure Destination kannst du maximal zwei Ziele fĂŒr die Pressure-Daten auswĂ€hlen. Mit den Reglern fĂŒr die Pressure-IntensitĂ€t rechts daneben legst du fest, wie stark die MPE-Daten die Modulationsziele beeinflussen.
Slide verfĂŒgt ebenfalls ĂŒber zwei Destination-MenĂŒs und zwei IntensitĂ€ts-Regler, um einzustellen, wie stark MPE-Slide-Informationen das Ziel beeinflussen.
Die AktivitÀts-LEDs neben Pressure und Slide leuchten auf, wenn Analog MPE-Pressure- bzw. MPE-Slide-Daten empfÀngt.
Der Slider Note PB bestimmt den Umfang des individuellen Noten-Pitchbends in Halbtönen.
30.2 Collision

Collision ist ein Synthesizer, der die Eigenschaften von Stabspiel-Instrumenten und -Perkussion simuliert. In Zusammenarbeit mit Applied Acoustics Systems entwickelt, benutzt Collision Physical-Modeling-Technologie, um die verschiedenen klangerzeugenden und resonierenden Komponenten von echten (oder auch vollkommen neuartigen) Instrumenten nachzubilden.
30.2.1 Architektur und OberflÀche
Collisions Klang wird von einem Oszillator-Paar, genannt Mallet und Noise, erzeugt. Das Ausgangssignal dieser beiden Oszillatoren wird dann in ein Paar unabhĂ€ngiger (oder auch miteinander verknĂŒpfter) Stereo-Resonatoren geleitet. Zwar erzeugen die Oszillatoren die Anfangskomponente des Klangs, den gröĂten Einfluss auf den Klangcharakter besitzen jedoch die Resonator-Parameter.
Beachten Sie bitte, dass Collision keinen Klang erzeugt, wenn beide Bereiche ausgeschaltet sind (also sowohl der Mallet- als auch der Noise-Bereich).
Die OberflÀche von Collision ist in einzelne Seiten unterteilt, von denen jede Seite weitere Unterbereiche besitzt. Die Excitator-Seite enthÀlt die Parameter der Mallet- und Noise-Oszillatoren. Die beiden Resonator-Seiten (1+2) enthalten, unabhÀngig voneinander, die Parameter der Resonator-Bereiche, wÀhrend die Link-Funktion ermöglicht, die Parameter beider Resonatoren zu verkoppeln und somit gleichzeitig einzustellen.
Die LFO-Seite enthÀlt zwei voneinander unabhÀngige Niederfrequenz-Oszillatoren (LFOs), von denen jeder mehrere Parameter modulieren kann. Auf Àhnliche Weise erlaubt auch die MIDI-Seite das Routing von MIDI-Pitchbend-, Modulationsrad- und Aftertouch-Befehlen zu mehreren Modulationszielen.
Rechts vom MIDI/MPE-Tab befinden sich globale Parameter: Voices fĂŒr Polyphonie, Retrig. zur CPU-Schonung, Structure fĂŒr den Signalfluss sowie die GesamtlautstĂ€rke des Outputs.
Hinweis: Das Deaktivieren ungenutzter Bereiche und Tabs kann dabei helfen, die CPU-Ressourcen zu schonen.
30.2.2 Der Mallet-Bereich

Der Mallet-Bereich simuliert den Klang, der beim Anschlagen eines Schlegels (Mallet) auf eine OberflÀche entsteht. Mit den Parametern können Sie die physikalischen Eigenschaften des Schlegels einstellen.
Der Mallet-Bereich kann mit dem Schalter neben dem Namen des Bereichs ein- oder ausgeschaltet werden.
Volume steuert die LautstÀrke des Mallet-Bereichs. Protrusion, Stiffness, Velocity und Position können mit den darunterliegenden Vel- und Key-Parametern durch die AnschlagsstÀrke oder die Tonhöhe der gespielten Noten moduliert werden.
Der Stiffness-Regler bestimmt die HÀrte des SchlÀgels. Bei niedrigen Werten ist der SchlÀgel weich, der Klang besitzt weniger hohe Frequenzen und einen lÀngeren, weniger deutlichen Anschlag. Wenn Sie Stiffness erhöhen, nimmt die Anschlagszeit ab und die hohen Frequenzen nehmen zu. Dieser Parameter kann ebenfalls mit den Key- und Vel-Reglern von Tonhöhe und Anschlagsgeschwindigkeit moduliert werden.
Volume regelt die GesamtlautstĂ€rke des Bereichs, wĂ€hrend der Noise-Parameter die StĂ€rke fĂŒr das in jedem Schlag enthaltene AnschlagsgerĂ€usch bestimmt. Noise ist sehr nĂŒtzlich, um z.B. das charakteristische AnschlagsgerĂ€usch zu simulieren, das beim Spielen mit Filz-Schlegeln entsteht. Die Volume- und Noise-Parameter können von der Tonhöhe und der Anschlagsgeschwindigkeit moduliert werden, indem die entsprechenden K (Key) bzw. V (Velocity) Regler eingestellt werden.
Der Color-Regler bestimmt die Klangfarbe der Rauschkomponente. Bei höheren Werten sind im Rauschen weniger tiefe Frequenzen enthalten. Dieser Parameter zeigt keine Wirkung, wenn Noise auf 0 gestellt ist.
30.2.3 Der Noise-Bereich

Wie Mallet, dient auch der Noise-Bereich zum Erzeugen des ersten AnschlagsgerĂ€uschs. Aber Noise kann auch eine Klangkomponente mit weiĂem Rauschen erzeugen, die dann in einen Multimode-Filter mit zugehörigem HĂŒllkurvengenerator geleitet wird. Dieser Bereich lĂ€sst sich sowohl einzeln als auch ergĂ€nzend zum Mallet-Bereich nutzen.
Der Noise-Bereich kann mit dem Schalter neben dem Namen des Bereichs ein- oder ausgeschaltet werden.
Neben dem Noise-Taster befindet sich ein Drop-Down-MenĂŒ mit der Auswahl der Noise-Filtertypen. Hierbei hast du die Wahl zwischen LP (Low-Pass), HP (High-Pass), BP (Band-Pass) sowie LP+HP. Mit Freq und Res passt du die Grenzfrequenz und die Resonanzfrequenz an.
Im BP-Modus bestimmt der zweite Regler die Resonanz, wĂ€hrend er im LP+HP-Modus die Bandbreite bestimmt. Die Filterfrequenz kann auch von der Tonhöhe, der Anschlagsgeschwindigkeit oder dem HĂŒllkurvengenerator mit den K-, V- und E-Reglern unter der Anzeige moduliert werden.
Volume regelt den Gesamtausgangspegel des Noise-Bereichs und kann von der Tonhöhe und der Anschlagsgeschwindigkeit moduliert werden, indem die K (Key) bzw. V (Velocity) -Regler eingestellt werden.
Der HĂŒllkurvengenerator erzeugt eine Standard-ADSR-Kurve (Attack, Decay, Sustain, Release).
Die Attack-Zeit -- wie schnell Noise die maximale LautstĂ€rke erreicht -- wird mit dem Attack-Regler (A) eingestellt.Die Zeit hingegen, die die HĂŒllkurve zum Erreichen des Sustain-Levels nach der Attack-Phase benötigt, mit dem Decay-Regler (D).
Der Sustain-Regler (S) bestimmt den Pegel, auf dem die HĂŒllkurve vom Ende der Decay-Phase bis zum Loslassen der Taste stehen bleibt. Steht dieser Regler auf 0, gibt es keine Sustain-Phase. Steht er auf 100, gibt es keine Decay-Phase.
Die Release-Zeit wird mit dem Release-Regler (R) eingestellt. Dies ist die Zeit, die die HĂŒllkurve benötigt, um nach dem Loslassen der Taste auf Null abzufallen.
Freq definiert die Mitten- oder die Grenzfrequenz des Filters. Res legt den Resonanzwert der Filterfrequenz im LP-, HP- und BP-Modus fest und die Filterbreite im LP+HP-Modus.
30.2.4 Die Resonator-Seiten

Den gröĂten Anteil am Klangcharakter von Collision haben die Parameter der beiden Resonator-Seiten. Jeder Stereo-Resonator kann mit dem zugehörigen Schalter auf der jeweiligen Seite ein- oder ausgeschaltet werden. Bedenken Sie bitte, dass kein Klang erzeugt wird, wenn beide Resonatoren ausgeschaltet sind.
Unterhalb des Resonator-Reiters siehst du das Dropdown-MenĂŒ mit den Resonanzkörpern:
- Beam simuliert die Resonanzeigenschaften von KlangstĂ€ben aus verschiedenen Materialien und in unterschiedlichen GröĂen.
- Marimba, eine Sondervariante des Beam-Modells, reproduziert die charakteristischen Obertöne von KlangstÀben des Marimbaphons, die sich aufgrund der starken Schnittwölbung der Stabunterseite ergeben.
- String simuliert den Klang von Saiten aus verschiedenen Materialien und mit unterschiedlichen StÀrken.
- Membrane ist das Modell einer rechteckigen Membran (wie z.B Schlagzeugfell) mit unterschiedlicher GröĂe und Konstruktion.
- Plate simuliert den Klang, der von einer rechteckigen, flachen Platte aus verschiedenen Materialien und in verschiedenen GröĂen erzeugt wird.
- Pipe simuliert ein zylinderförmiges Rohr, das an einem Ende vollstĂ€ndig geöffnet ist und am anderen Ende eine variable Ăffnung besitzt (deren GröĂe mit dem Opening-Parameter eingestellt wird.)
- Tube simuliert ein zylinderförmiges Rohr, das an beiden Enden geschlossen ist.
Ist ein Objekt ausgewÀhlt, erscheint seine Visualisierung in der XY-Anzeige darunter.
Das ausklappbare Quality-MenĂŒ rechts neben den Resonanztypen bietet Optionen von Eco bis High. Mit dem QualitĂ€ts-MenĂŒ lĂ€sst sich die PrioritĂ€t mehr auf die KlangqualitĂ€t des Resonator-Modells oder die CPU-Performance legen, die von der Anzahl der berechneten Obertöne abhĂ€ngt. âBasicâ verbraucht minimale CPU-Ressourcen, wĂ€hrend âFullâ komplexere Resonanzen erzeugt. Hinweis: Die Resonatoren Pipe und Tube haben kein QualitĂ€ts-MenĂŒ.
Beide Resonatoren verfĂŒgen ĂŒber einen Kopier-Button, in Resonator 1 steht 1 â 2 und in Resonator 2 steht 2 â 1. Hiermit kannst du alle Einstellungen von einem Resonator zum anderen kopieren.
Decay und Material/Radius lassen sich auch mit horizontalen bzw. vertikalen Mausbewegungen ĂŒber das XY-Feld einstellen.
Der Decay-Parameter stellt das interne DĂ€mpfungsverhalten des Resonators ein und bestimmt somit seine Decay-Zeit.
Der Material-Regler stellt die Abweichung des DÀmpfungsverhaltens bei unterschiedlichen Frequenzen ein. Bei niedrigen Werten klingen tiefe Frequenzanteile lÀnger nach als hohe (womit Klangkörper simuliert werden, die aus Holz, Nylon oder Gummi sind). Bei höheren Werten klingen hohe Frequenzanteile lÀnger nach (womit Klangkörper aus Glas oder Metall simuliert werden).
Der Radius-Parameter ist nur bei den Pipe- und Tube-Resonatoren vorhanden. Er bestimmt bei beiden Rohr-Modellen den Radius des modellierten Rohrs. Wenn der Radius zunimmt, erhöhen sich fĂŒr hohe Frequenzen sowohl Decay-Zeit als auch Sustain-Dauer. Bei sehr groĂen Rohren verĂ€ndert sich auch die Grundtonhöhe des Resonators.
Auch Decay und Material/Radius lassen sich ĂŒber den MIDI-Tab modulieren, wenn Key (Tonhöhe) und Vel (AnschlagsstĂ€rke) genutzt werden.
Membrane- und Plate-Resonator bieten zusĂ€tzlich den Parameter Ratio, der das GröĂenverhĂ€ltnis des Klangkörpers von der X- zur Y-Achse bestimmt.
Der Brightness-Parameter bestimmt die Amplitude der unterschiedlichen Frequenzbestandteile. Bei höheren Werten sind hohe Frequenzen lauter. Dieser Parameter wird bei den Pipe- oder Tube-Resonatoren nicht verwendet.
Der Inharmonics-Regler Àndert die Stimmung der vom Resonator erzeugten Obertöne bzw. ihr ObertonverhÀltnis. Bei negativen Werten werden die Frequenzen zusammengestaucht, wodurch die Anzahl an tiefen Teiltönen zunimmt. Bei positiven Werten werden die Frequenzen gedehnt, wodurch die Anzahl an höheren Teiltönen zunimmt. Dieser Parameter wird bei den Pipe- oder Tube-Resonatoren nicht verwendet. Hinweis: Dieser Parameter wird bei den Pipe- bzw. Tube-Resonatoren nicht verwendet.
Opening ist nur bei dem Pipe-Resonator vorhanden und skaliert die GröĂe zwischen offenem und geschlossenem Rohr. Bei 0% ist das Rohr an einem Ende vollstĂ€ndig geschlossen, wĂ€hrend bei 100% das Rohr an beiden Enden geöffnet ist. Auch dieser Parameter kann mit dem Parameter unter dem Opening-Regler von der Anschlagsgeschwindigkeit moduliert werden.
Der Hit-Regler bestimmt die Stelle, an der der Klangkörper angeschlagen oder auf andere Weise zum Schwingen angeregt wird. Bei 0% wird der Klangkörper in der Mitte angeschlagen. Höhere Werte verschieben die Anschlagsposition nÀher zu den Randbereichen hin."; Die Anschlagsposition lÀsst sich auch zufÀllig variieren, indem der Wert des Random-Parameters (Rd.) erhöht wird, der unter dem Hit-Regler liegt. Hinweis: Dieser Parameter wird bei den Pipe- bzw. Tube-Resonatoren nicht verwendet.
Note Off bestimmt, wie stark MIDI-Note-Off-Messages die Resonanzschwingung abdÀmpfen. Bei 0 % werden Note-Offs ignoriert und die Decay-Zeit hÀngt nur vom Wert des Decay-Parameters ab. Dies entspricht dem Verhalten echter Stabspiel-Instrumente wie Marimba oder Glockenspiel. Bei 100% wird die Resonanz unabhÀngig von der Decay-Zeit sofort mit dem Note-Off abgedÀmpft.
Pos. L und Pos. R Die Parameter Listening L und R bestimmen fĂŒr den linken und rechten Resonator die Positionen, an denen die Vibrationen gemessen werden. Bei 0% werden die Resonanzen praktisch in der Mitte des Klangkörpers abgehört. Höhere Werte verschieben den Abhörpunkt nĂ€her zum Rand hin. Diese Parameter werden bei den Pipe- oder Tube-Resonatoren nicht benutzt, da bei diesen Modellen immer in der Mitte des dauerhaft geöffneten Endes gemessen wird.
30.2.4.1 Der Tuning-Bereich

Die Tune- und Fine-Regler bestimmen die Grob- oder Feinstimmung der Resonatorfrequenz. Tune stellt die Frequenz in Halbtonschritten nach oben oder unten ein, wÀhrend Fine der Einstellung in Cent-Schritten, maximal bis zu einem Viertelton (50 Cent) nach oben oder unten, dient.
Tune lĂ€sst sich auch ĂŒber den MIDI-Tab mit dem Parameter Key (Tonhöhe) modulieren. Der Key-Regler unter den beiden Tune-Reglern steuert, wie stark die Stimmung des Resonators auf eine Ănderung der MIDI-Notentonhöhe reagiert. Der Standardwert 100 % bedeutet, dass der Oszillator einer konventionellen wohltemperierten Skala folgt. Bei 200% fĂŒhrt jeder Halbtonschritt auf der Tastatur zu einem Ganztonschritt beim Resonator. Bei negativen Werten fĂ€llt die Stimmung des Resonators, wenn Sie höhere Noten auf der Tastatur spielen.
Die Pitch-HĂŒllkurven-Parameter wenden eine Rampe an, die die Tonhöhe des Resonators ĂŒber Zeit moduliert. Pitch bestimmt die Anfangstonhöhe und Time, wie lange die Tohöhe fĂŒr das Gleiten bis zum Endwert benötigt. Die Anfangstonhöhe kann auch mit dem Vel-Regler von der Anschlagsgeschwindigkeit moduliert werden.
30.2.4.2 Mixer-Bereich

Jeder Resonator besitzt eigene Regler fĂŒr LautstĂ€rke (Volume) und Stereo-Panorama (Pan). Pan kann auch mit dem Key-Regler (K) unter dem Pan-Parameter von der Notentonhöhe moduliert werden.
Der Bleed-Regler mischt dem Resonanzsignal wieder einen Teil des unbearbeiteten Signals hinzu. Bei höheren Werten ist mehr vom Original-Signal zu hören. Die Funktion ist sehr nĂŒtzlich, um hohe Frequenzen zurĂŒckzugewinnen, die oft abgedĂ€mpft werden, wenn sehr tiefe Resonator-Frequenzen (Tonhöhen) eingestellt sind oder, wenn ein Modell mit einer geringeren QualitĂ€t berechnet wird.
Gain bestimmt den Ausgangspegel des jeweiligen Resonators.
30.2.5 Fork-Bereich

Die beiden unabhĂ€ngigen LFOs von Collision lassen sich als Modulationsquellen fĂŒr eine ganze Reihe der Excitator- und Resonator-Parameter einsetzen, die mit den Destination-WahlmenĂŒs ausgewĂ€hlt werden. ZusĂ€tzlich können sich die LFOs auch gegenseitig modulieren.
Die Schalter LFO 1 und LFO 2 schalten den entsprechenden LFO ein oder aus und mit dem Waveform-WahlmenĂŒ wird die LFO-Wellenform bestimmt. Zur Auswahl stehen Sinus, Rechteck, Dreieck, SĂ€gezahn aufsteigend, SĂ€gezahn absteigend und zwei Arten von Rauschen. Der erste Typ Rauschen benutzt stufenförmige Zufallswerte, der zweite hingegen benutzt stufenlose ĂbergĂ€nge zwischen den Zufallswerten.
Der Slider Offs. bestimmt die Phasenlage des LFOs. Ist Retrig aktiviert, startet jedes Triggern einer Note den LFO neu in seiner Wellenform-Phase. Der Offset-Regler bestimmt die Phase der Wellenform.
Jeder LFO kann zwei Ziele modulieren, die mit den Destination-WahlmenĂŒs bestimmt werden. Die ModulationsstĂ€rke wird mit den Amount-Reglern eingestellt. Beachten Sie bitte, dass die ModulationsstĂ€rken relativ zu den eingestellten Depth-Werten des LFOs sind.
Rate passt die Geschwindigkeit der LFO-Welle an und kann in Hertz oder in temposynchronen Einheiten angegeben werden. Amount legt die Gesamt-IntensitÀt des LFOs fest. Die Mass-IntensitÀt kann mithilfe der beiden entsprechenden Parameter durch Velocity oder die gespielte Note moduliert werden.
30.2.6 Die MIDI-Seite

Die MIDI-Seite ermöglicht eine umfangreiche Auswahl interner MIDI-Zuordnungen. Die MIDI-Controller Pitchbend, Modulations-Rad und Aftertouch können jeweils zwei Zielen zugeordnet werden. Mit den Amount-Reglern lassen sich fĂŒr beide Ziele unabhĂ€ngige ModulationsstĂ€rken einstellen.
Mit Key (Tonhöhe) und Vel (AnschlagsstĂ€rke) lassen sich weitere Parameter fĂŒr Mallet, Noise, Resonator und LFO modulieren.
30.2.6.1 Der Global-Bereich

Der Global-Bereich enthÀlt Parameter, die das Gesamtverhalten von Collision beeinflussen.
Vermindern Sie die Anzahl maximal möglicher Stimmen mit dem Voices-Parameter.
Ist Retrig. aktiv, erzeugt das erneute Anschlagen einer bereits klingenden Note keine zusÀtzliche Stimme, sondern triggert diese noch einmal. Dies kann beim Einsparen von CPU-Ressourcen helfen, vor allem bei KlÀngen mit langen Decay-Zeiten.
Structure legt den Signalfluss durch die Resonatoren fest.
Im seriellen Modus 1 > 2 werden beide Resonatoren-AusgÀnge in Resonator 1 gespeist. Der Ausgang dieses Resonators wird dann mono zusammengemischt und in den Resonator 2 weitergeleitet, sowie in den eigenen Mixer (in Stereo).

Im Parallel-Modus wird der Ausgang von Mallet und Noise zusammengemischt und direkt in die beiden Resonatoren geleitet, die danach ihr Ausgangssignal jeweils an ihren eigenen Mixer weiterleiten.

Der Volume-Regler bestimmt die Gesamt-AusgangslautstÀrke von Collision.
30.2.7 Sound-Design-Tipps
Obwohl Collision entwickelt wurde, um das Verhalten von echten Klangkörpern nachzubilden, sollten Sie sich daran erinnern, dass die Modelle eine weitaus höhere FlexibilitĂ€t als ihre natĂŒrlichen GegenstĂŒcke besitzen. Collision kann einerseits auĂergewöhnlich realistische Simulationen von normalen Stabspiel-Instrumenten wie Marimba, Vibraphon und Glockenspiel erzeugen. Es ist jedoch auch sehr leicht, die Parameter des Instruments zu "missbrauchen" und KlĂ€nge zu erzeugen, die mit einem rein akustischen Instrument niemals möglich wĂ€ren.
Um realistische Instrumenten-Simulationen zu programmieren, hilft es, sich die Abfolge der einzelnen Ereignisse vorzustellen, die den Klang eines Stabspiel-Instruments verursachen (z.B. bei einer Marimba), um dann diese Ereignisse mit den einzelnen Bereichen von Collision nach und nach umzusetzen:
- Ein SchlÀgel (Mallet) schlÀgt einen gestimmten Klangstab an (Resonator 1).
- Die Resonanz dieses gestimmten Klangstabs wird durch eine resonierende Röhre verstÀrkt (Resonator 2).
Das normale Modell besteht also aus der Mallet-Anregung und den beiden Resonatoren in serieller Konfiguration (1 > 2).
Aber natĂŒrlich ist alles erlaubt, um unrealistische KlĂ€nge zu programmieren:
- Probiere den Noise-Exciter fĂŒr verwaschene, granular-Ă€hnliche Texturen aus, insbesondere mit langen HĂŒllkurvenzeiten. Diese Parameter lassen sich auch hervorragend einsetzen, um akustische Spezialeffekte zu simulieren, wie z.B. mit einem Bogen gestrichene Vibraphone oder auch den Klang von KristallglĂ€sern.
- Experimentiere mit den Resonatoren in Parallel-Konfiguration (1 + 2).
- Moduliere mit den LFOs oder einem (ggfs. auch MPE-fÀhigen) MIDI-Controller die Parameter von Collision.
Doch Vorsicht: in vielen Punkten sind Collisions Modelle idealisierte Versionen echter Klangkörper. Es lassen sich darum sehr einfach Resonanzen programmieren, die weitaus empfindlicher auf das Eingangssignal reagieren, als es mit einem real existierenden Resonanzkörper jemals möglich wĂ€re. Bestimmte Parameterkombinationen können unerwartet zu extremen LautstĂ€rkeschwankungen fĂŒhren. Vergewissern Sie sich, dass Sie beim Experimentieren mit neuen KlĂ€ngen mit niedrigen Ausgangspegeln arbeiten.
30.3 Drift

Drift ist ein vielseitiger, voll MPE-kompatibler Synthesizer mit intuitiver Bedienung und ĂŒbersichtlicher OberflĂ€che. SorgfĂ€ltig auf den Prinzipien von subtraktiver Klangsynthese aufgebaut, macht Drift Sounddesign im Handumdrehen möglich und verursacht dabei nur minimale CPU-Last.
Die OberflĂ€che von Drift ist in sechs Bereiche gegliedert: Oszillator, dynamischer Filter, HĂŒllkurven, zwei Modulations-Bereiche (LFO und Mod) und globale Parameter.
30.3.1 Subtraktive Synthese
Die subtraktive Synthese beginnt gewöhnlich mit einer Wellenform, deren Verlauf mithilfe von Filtern umgeformt wird, so dass eine neue Klangfarbe entsteht. ErgĂ€nzend dazu bietet Drift mehrere Modulationsmöglichkeiten zur Klangeinstellung und -formung, womit du auf einfache Weise eine breite Klangpalette erstellen kannst. Mit dem namensgebenden Drift-Regler lĂ€sst sich jede Stimme in Tonhöhe und Frequenz variieren, was zu einem leicht verstimmten, schwankenden Pulsieren im Klang fĂŒhrt.
30.3.2 Der Oszillator-Bereich

Der Oszillator-Bereich von Drift enthÀlt zwei voneinander getrennte Oszillatoren, Pitch-Regler, eine Wellenformanzeige, einen Oszillator-Mixer und einen Rauschgenerator.
30.3.2.1 Oszillator 1
Im Drop-Down-MenĂŒ von Osc 1 hast du die Wahl zwischen mehreren Wellenformen: Sinus, Dreieck, Haifischzahn, GesĂ€ttigt, SĂ€gezahn, Nadelpuls und Rechteck. Die Wellenformen Haifischzahn und Saturated sind einzigartig in Drift; Haifischzahn basiert auf einer klassischen analogen Moog-Wellenform desselben Namens, wĂ€hrend Saturated sich gut fĂŒr Bass-Sounds eignet.
Der Oct-Regler transponiert Oszillator 1 oktavenweise. Mit dem Shape-Regler kann man etwas in die Obertonstruktur der Wellenform eingreifen, das Ergebnis Àhnelt der Pulsweitenmodulation. Da jede Wellenform ihre eigene Klangfarbe hat, reagieren sie auch unterschiedlich auf den Shape-Regler. Das Resultat solcher VerÀnderungen lÀsst sich im Wellenform-Display unten in der Oszillator-Sektion betrachten. Du wirst bemerken, wie das Drehen des Shape-Reglers die Wellenform Àndert.
Rechts vom Shape-Regler kannst du im Drop-Down-MenĂŒ die Modulationsquelle fĂŒr die Oszillatorform 1 auswĂ€hlen, die den Shape-Parameter beeinflusst und damit die Wellenform dynamisch morpht:
- Env 1
- Env 2/Cyc â HĂŒllkurve 2 bzw. die Cycling-HĂŒllkurve können zur Modulation verwendet werden, je nachdem, was aktiviert ist.
- LFO
- Key - Wenn Shape Mod Amount im positiven Bereich liegt, ist die Modulation bei höheren Tönen stÀrker und bei tieferen schwÀcher. Bei negativen Werten verhÀlt es sich andersherum.
- Velocity - die AnschlagstÀrke wird zur Modulation genutzt; die Modulation ist bei höheren Velocity-Werten stÀrker und bei niedrigeren schwÀcher.
- Modulationsrad
- Pressure
- Slide
Wie stark moduliert wird, kannst du fĂŒr Oszillator 1 mit der Reglerbox Shape Mod Amount bestimmen, von -100% bis 100%. Bitte beachte, dass Shape Mod bei Werten zwischen 1% und 100% auch dann die Wellenform moduliert, wenn der Regler Shape selbst auf 0% steht.
30.3.2.2 Oszillator 2
Im Drop-Down-MenĂŒ Osc 2 kannst du eine Wellenform fĂŒr Oszillator 2 auswĂ€hlen: Sinus, Dreieck, GesĂ€ttigt, SĂ€gezahn und Rechteck.
Der Oct-Regler transponiert Oszillator 2 oktavenweise und der Detune-Regler halbtonweise.
30.3.2.3 Die Pitch-HĂŒllkurve
Im Abschnitt Pitch Mod lassen sich zwei Modulationsquellen auswĂ€hlen, die sich auf die Tonhöhe beider Oszillatoren auswirken. In den Drop-Down-MenĂŒs mit Modulationsquellen fĂŒr die Oszillatoren-Tonhöhe hast du die Wahl zwischen Env 1, Env 2 / Cyc, LFO, Key, Velocity, Modwheel, Pressure und Slide. Der Reglerboxen Oszillator-Pitch Mod Amount bestimmen, wie stark die jeweilige Quelle die Tonhöhe moduliert, von - 100% bis 100 %.
Erfolgt die Tonhöhenmodulation durch einen LFO im Zeit-Modus Tonhöhe, lassen sich so FM-KlÀnge erzeugen.
30.3.2.4 Panorama und LautstÀrke

In der Wellenform-Anzeige siehst du das kombinierte Signal aus Osc 1 und Osc 2, gegebenenfalls mit Rauschgenerator. Ănderst du die Oszillator-Einstellungen, siehst du im Display, wie sich die Wellenform Ă€ndert.
30.3.2.5 Oszillator-Mixer

Im Oszillator-Mixer von Drift kannst du die Oszillatoren 1 und 2 aktivieren, ebenso den Rauschgenerator (Noise), der weiĂes Rauschen zur gesamten Wellenform addiert.
Mithilfe der Drehregler Osc 1, Osc 2 und Noise kannst du die LautstĂ€rke fĂŒr die beiden Oszillatoren sowie fĂŒr den Rauschgenerator einstellen. Bei zugeschaltetem Filter können hohe Gain-Werte des Oszillators dazu fĂŒhren, dass der Maximalpegel des Filters erreicht wird. In diesem Fall wirkt das Filter nicht mehr linear, sondern als eine komplexe Verzerrung, Ă€hnlich wie in analoger Hardware.
Diese Verzerrungen kommen von zwei SĂ€ttigungsstufen in den Filterschaltungen, eine vor dem Filter und eine danach. Steigt die Oszillator-VerstĂ€rkung ĂŒber den Standardwert von -6.0 dB, beginnt die erste SĂ€ttigungsstufe zu arbeiten, oberhalb von 0.0 dB kommt die zweite ins Spiel.
Die Pfeile rechts von den Gain-Reglern aktivieren die Verarbeitung der Oszillotoren-Signale und des Noise-Signals durch die Filter. Ist die Filterverarbeitung deaktiviert, umgehen die Oszillatoren und der Rauschgenerator das Filter komplett.
Der Button R schaltet das Retriggern der Oszillatoren ein oder aus. Ist Retrigger eingeschaltet, wird die Phase der beiden Oszialltoren nach dem Spielen einer jeden Note zurĂŒckgesetzt; ist R ausgeschaltet, laufen die Oszillatoren frei.
30.3.3 Der Pickup-Bereich

Dem Filtern kommt eine zentrale Rolle zu, wenn es um das Morphen der Klangfarben geht, die von den Oszillatoren ausgehen.
Die Filter-Sektion von Drift besteht aus einem Tiefpass mit zwei Typen, Key-Tracking, einem Resonanz-Regler, einem Hochpassfilter und zwei Steuerungen fĂŒr Frequenzmodulation.
Der Regler Freq stellt die Cutoff-Frequenz des Tiefpass-Filters ein. Mit dem Schalter Type kannst du zwischen zwei Tiefpassfiltern wÀhlen: Typ I (12 dB/Oktave) und Typ II (24 dB/Oktave).
Typ I verwendet ein DFM-1-Filter, das einen hohen Verzerrungsanteil intern zurĂŒckfĂŒhrt und dadurch eine breite Klangpalette von subtilen Filter-Sweeps bis hin zu warmem Drive erzeugt.
Type II verfĂŒgt ĂŒber das Filter Cytomic MS2, das durch seinen Sallen-Key-Aufbau und sanftes Clipping die Resonanz deckelt.
Der Slider Key bestimmt, inwiefern die Tonhöhe der eingehenden MIDI-Noten die Frequenz des Tiefpassfilters beeinflusst. Beim Wert 0.00 wirken sich MIDI-Noten nicht auf die Filterfrequenz aus. Bei 1.00 ist die Filterfrequenz fĂŒr tiefe Noten geringer und fĂŒr hohe Noten höher.
Der Regler Res verstÀrkt oder verringert die Resonanz des Tiefpassfilters, wÀhrend der Regler HP die Cutoff-Frequenz des Hochpassfilers definiert.
Du kannst an einer beliebigen Stelle im Filter-Bereich klicken, um auf die HĂŒllkurven-Anzeige zuzugreifen und die Kurve im Envelopes-Bereich mit einem XY-Controller oder per Maus anzupassen. Den linken Filterpunkt kannst du waagerecht ziehen, um die Hochpass-Frequenz einzustellen. Der rechte Filterpunkt bestimmt bei waagerechtem Ziehen die Tiefpass-Frequenz und bei senkrechtem Ziehen die IntensitĂ€t der Resonanz.
Du kannst maximal zwei Modulationsquellen fĂŒr die Cutoff-Frequenz des Tiefpassfilters angeben, indem du die Liste mit Tiefpass-Modulations-Quellen im Bereich Freq Mod ausklappst. Der Reglerboxen fĂŒr die Tiefpass-Modulations-StĂ€rke bestimmen das AusmaĂ, in dem die jeweilige Quelle die Tonhöhe moduliert, von - 100% bis 100 %.
30.3.4 Der Envelopes-Bereich

HĂŒllkurven bestimmen im Allgemeinen den Amplitudenverlauf eines Klangs, vom Moment des Notenanschlags bis zum Loslassen.
Die HĂŒllkurven-Sektion von Drift enthĂ€lt zwei separate HĂŒllkurven: eine zur Amplituden-Steuerung und eine andere, die sich besonders fĂŒr Modulationszwecke eignet.
30.3.4.1 HĂŒllkurve 1
HĂŒllkurve 1 bestimmt den Amplitudenverlauf des Ausgangssignals der Oszillator-Sektion (inklusive beider Oszillatoren und ggfs. Noise), also wie die Note beginnt und sich Ă€ndert, wenn eine Taste angeschlagen und losgelassen wird.
Zum Einstellen von Attack, Decay, Sustain und Release kannst du die entsprechenden Regler verwenden oder die Kurve direkt im Display Àndern.
Attack bestimmt die Zeit, die benötigt wird, um vom Ausgangswert auf den Peak-Wert zu gehen.
Decay bestimmt die Zeit, die benötigt wird, um vom Peak-Wert auf den Sustain-Wert zu gehen.
Sustain bestimmt die LautstĂ€rke, die am Ende der Decay-Phase erreicht wird. Dort verbleibt die HĂŒllkurve bis zum Notenende.
Release legt die Zeit fest, die benötigt wird, um nach dem Loslassen der Note wieder zu Null zu gelangen.
Mit Klick auf den entsprechenden UI-Bereich oder mit den Schaltern 1 und 2 kann man zwischen HĂŒllkurve 1 und 2 umschalten. Die ausgewĂ€hlte HĂŒllkurve erscheint im Display zur Bearbeitung.
30.3.4.2 HĂŒllkurve 2
Auch fĂŒr HĂŒllkurve 2 kannst du die Attack-, Decay-, Sustain- und Release-Zeiten einstellen. Allerdings ist HĂŒllkurve 2 anders als HĂŒllkurve 1 nicht vorab der Amplitude zugewiesen, sondern kann selbst als Modulationsquelle im vollen Umfang innerhalb von Drift genutzt werden.
Envelope 2 kann von einer ADSR-HĂŒllkurve in einen Cycling Envelope wechseln, mithilfe des Buttons links vom Attack-Regler.

Der Cycling Envelope funktioniert wie eine LFO-Modulation, die mit jeder eingehenden MIDI-Note von vorn beginnt.
Der Regler Tilt verschiebt den Scheitelpunkt der HĂŒllkurve und verĂ€ndert bei sehr niedrigen oder sehr hohen Werten auch deren Flankensteilheit. Der Regler Hold legt fest, wie lange die HĂŒllkurve auf ihrem Maximalpegel verweilt.
Als einer von vier möglichen Modi ist der Regler Rate fĂŒr den Cycling Envelope voreingestellt, auĂerdem sind Ratio, Time und Sync vorhanden. Die anderen Modi wĂ€hlst du durch Klicken auf die Buttons rechts von den Reglern aus. Je nach gewĂ€hltem Zeitmodus kann die Wiederholungsrate in Hz, als VerhĂ€ltnis, in Millisekunden und temposynchron eingestellt werden.
30.3.5 Die LFO-Seite

Wie der Cycling Envelope, lÀsst sich auch der LFO von Drift in einen von vier verschiedenen Zeit-Modi versetzen: Rate, Ratio, Time oder Sync. Der Zeitmodus legt die Wiederholungsrate in Hz, als VerhÀltnis, in Millisekunden oder synchron zum Beat fest.
Im LFO-Display lassen sich mit dem Dropdown-MenĂŒ neun unterschiedliche Wellenformen auswĂ€hlen:
- Sine
- Dreieck
- SÀgezahn aufwÀrts
- SÀgezahn abwÀrts
- Rechteck
- Sample & Hold
- Wander ist eine Variante von Sample & Hold, die die LFO-Werte in der eingestellten Rate S-förmig glÀttet.
- Linear Env ist eine One-Shot-HĂŒllkurve mit lineraer Abklingphase.
- Exponential Env ist eine One-Shot-HĂŒllkurve mit exponentieller Abklingphase.
Mit R schaltest du die Retrigger-Funktion ein oder aus. Ist R aktiv, geht die Phasenlage des LFOs mit jeder neuen Note zurĂŒck zum Ausgangspunkt. Aus bedeutet, dass der LFO frei lĂ€uft.
Der Regler Amount im LFO-Bereich legt die Gesamt-IntensitĂ€t des LFOs fest. Im Drop-Down-MenĂŒ der LFO-Modulationsquellen kannst du eine Modulationsquelle fĂŒr den LFO bestimmen und die Reglerbox LFO-Modulations-StĂ€rke bestimmt das AusmaĂ, mit dem sich diese Modulation auf den LFO auswirkt.
30.3.6 Modulations-Sektion

Die meisten Parameter von Drift können moduliert werden; im Mod-Bereich lassen sich bis zu drei Modulationsquellen und -ziele auswÀhlen.
FĂŒr die Modulationsquelle hast du die Wahl zwischen: Env 1, Env 2 / Cyc, LFO, Key, Velocity, Modwheel, Pressure oder Slide.
Als Modulationsziele stehen dir folgende Optionen zur VerfĂŒgung: Osc 1 Gain, Osc 1 Shape, Osc 2 Gain, Osc 2 Detune, Noise Gain, LP Frequency, LP Resonance, HP Frequency, LFO Rate, Cyc Env Rate und Main Volume.
Mit der Modulations-StÀrke regulierst du, wie stark das Modulations-Ziel von der Modulations-Quelle beeinflusst wird, innerhalb eines Bereichs von -100 % bis 100 %.
30.3.7 Global-Bereich

Drifts globale Parameter beeinflussen das Gesamtverhalten und die Performance des Instruments.
In den Optionen unter Mode kannst du einen von Drifts vier Voice-Modi auswÀhlen:
Poly verwendet eine Stimme pro Note und bietet bis zu 32-stimmige Polyphonie.
Mono spielt immer nur eine Note, jedoch von vier Stimmen gleichzeitig wiedergegeben, was je nach eingestellter Mono-FĂŒlle einen Unisono-Effekt erzeugt. Mit dem Regler Mono-FĂŒlle kannst du die relative LautstĂ€rke der vier Stimmen einstellen, die an jeder Note beteiligt sind. Steht Mono-FĂŒlle auf 0, werden Noten nur von einer Stimme wiedergegeben. Dreht man Mono-FĂŒlle hoch, erhöht sich die LautstĂ€rke der anderen drei Stimmen, sodass sie bei jeder Note hörbar werden. Neue Noten schneiden die evtl. noch gehaltenen, zuvor gespielten Noten ab.
Stereo verwendet zwei Stimmen pro Note und positioniert sie im Panorama links und rechts. Der Parameter Stereo-Breite bestimmt, wie weit die Einzelstimmen im Stereopanorama auseinander liegen. Bei höheren Werten liegen sie weiter auseinander, was einen Verbreiterungseffekt bewirkt.
Unison verstimmt fĂŒr jede Note subtil die Tonhöhe der vier einzelnen Stimmen gegeneinander. Der Parameter Unisono-StĂ€rke (darunter) bestimmt das MaĂ der Tonhöhen-Variation fĂŒr die Einzelstimmen. Bei höheren Werten weichen die Stimmen weiter voneinander ab.
Im Drop-Down-MenĂŒ unter Voices kannst du die maximale Anzahl an Voices festlegen, die simultan laufen dĂŒrfen. Bestimmte Voice-Modi benötigen mehr Stimmen als Töne gespielt werden, die reale Polyphonie unterscheidet sich also je nach gewĂ€hltem Voice-Modus. Wenn beispielsweise die Stimmen-Anzahl auf 32 eingestellt ist, gilt:
- Der Poly-Modus verwendet 1 Stimme pro Note, bei einer maximalen Polyphonie von 32 Noten.
- Der Stereo-Modus verwendet 2 Stimmen pro Note, bei einer maximalen Polyphonie von 16 Noten.
- Der Unison-Modus verwendet 4 Stimmen pro Note, bei einer maximalen Polyphonie von 8 Noten.
Der Parameter Drift variiert jede Stimme ein wenig und wirkt sich auf verschiedene Klangaspekte der Voice aus, etwa auf Tonhöhe und Filter-Cutoff. Jede Stimme in Drift randomisiert die Frequenz von Oszillatoren und Filtern unterschiedlich; Ănderungen am Drift-Regler vergröĂern oder verringern diese Zufallsabweichungen. Bei höheren Werten vergröĂern sich die Unterschiede zwischen den Oszillatoren und Filtern, was den Klang stĂ€rker verstimmt.
Ist als Voice-Modus Mono eingestellt, kannst du die Legato-SchaltflĂ€che aktivieren, damit das Triggern einer neuen Note deren Tonhöhe verĂ€ndert, ohne dass die HĂŒllkurven zurĂŒckgesetzt werden. Mit dem Glide-Parameter kannst du die Dauer anpassen, die legato gespielte, ĂŒberlappende Noten benötigen, um von einer Tonhöhe zur darauf folgenden Tonhöhe zu gelangen.
Der Volume-Regler bestimmt die GesamtlautstÀrke des Instruments, wÀhrend der Slider Vel > Vol festlegt, wie sehr die LautstÀrke durch die AnschlagstÀrke eingehender MIDI-Noten moduliert wird.
Mit dem Transpose-Regler kannst du die globale Tonhöhe in Halbtonschritten Àndern, von -48 bis +48 Halbtonschritten. Du kannst den Note-PB-Button aktivieren, um das Noten-Pitchbend zu verwenden. Ist Note PB aus, kannst du einen MPE-Controller verwenden, ohne dass die Tonhöhe von der Position des Fingers auf der Taste abhÀngt. Der Regler PB Range definiert den globalen Pitchbend-Bereich in Halbtönen.
30.4 Drum Sampler

Drum Sampler ist ein Instrument, das zur Wiedergabe von One-Shot-Samples in Drum-Racks entwickelt wurde. Er bietet die SchlĂŒsselfunktionen eines Samplers wie Start- und LĂ€ngenregler, eine AHD-AmplitudenhĂŒllkurve und Regler fĂŒr die Tonhöhe. AuĂerdem enthĂ€lt Drum Sampler eine Filtersektion, Modulationsoptionen und eine Reihe spezieller Playback-Effekte, um Samples auf unterschiedliche Weise zu manipulieren.
30.4.1 Der Bereich Sample-Parameter

Im Bereich Sample-Parameter kannst du die HĂŒllkurve, die Tonhöhe und die LautstĂ€rke des Samples verĂ€ndern und das geladene Sample austauschen.
Lade ein Sample in Drum Sampler per Doppelklick auf eine Datei im Browser oder ziehe sie auf die Wellenformanzeige.
Der Regler Sample Start bestimmt den Startpunkt der Sample-Wiedergabe, angezeigt als Prozentwert der Sample-LĂ€nge. Halte Shift gedrĂŒckt beim Ziehen des Reglers und stelle so den Startpunkt in feinen Schritten ein. Dadurch zoomt auch das Display in die Wellenform hinein.
Der Regler Sample Length bestimmt die LÀnge der abgespielten Region, angezeigt als Prozentwert der Sample-GesamtlÀnge.
Mit dem Regler Sample Gain lÀsst sich die LautstÀrke des Samples von -70 bis 24 dB einstellen.
Anpassungen der Regler Sample-Start, -Length und -Gain fĂŒhren dazu, dass sich auch die Wellenform im Display aktualisiert.
Stelle mit den Reglern Attack, Hold und Decay die HĂŒllkurve des Samples ein.
Attack (Anstiegszeit) bestimmt die von der HĂŒllkurve benötigte Zeit, um vom Ausgangslevel auf den Peak-Wert zu gehen.
Hold (Haltezeit) legt im Trigger-Modus die Dauer fest, fĂŒr die die HĂŒllkurven-Amplitude nach der Attack-Zeit auf dem Spitzenpegel bleibt. Stelle Hold auf unendlich (inf), um das Sample in voller LĂ€nge abzuspielen. Beachte dabei, dass dieser Parameter im HĂŒllkurven-Modus Gate deaktiviert ist.
Decay (Abfallzeit) stellt die benötigte Zeit ein, um nach Ablauf der Haltezeit (Trigger-Modus) oder nach Loslassen der Taste (Gate-Modus) vom Spitzenpegel wieder auf Null zurĂŒckzukehren.
Der Transpose-Regler bestimmt die globale Transposition von -48 bis 48 Halbtönen, der Detune-Regler die globale Feinstimmung von -50 bis 50 Cent.
Drum Sampler bietet zwei HĂŒllkurven-Modi: Trigger und Gate. Im Trigger-Modus wird das Sample nach dem Loslassen einer Note fĂŒr die Dauer der eingestellten Hold-Zeit weiter abgespielt. Im Gate-Modus wird das Sample nach dem Loslassen einer Taste in der eingestellten Decay-Zeit ausgeblendet.
Bewegst du die Maus ĂŒber das Wellenform-Display, werden zusĂ€tzliche Steuerelemente zur Sample-Verwaltung sichtbar.

BlĂ€ttere mit der SchaltflĂ€che Mit nĂ€chstem Ăhnlichen tauschen durch Samples, die Ă€hnlich klingen wie die Originaldatei. BlĂ€ttere mit der SchaltflĂ€che Mit vorherigem Ăhnlichen tauschen zurĂŒck. Alternativ kannst du mit der rechten Maustaste auf die Anzeige klicken und Ăhnliche Sounds anzeigen auswĂ€hlen, um im Browser eine Liste Ă€hnlicher Samples aufzurufen.
Beim DurchblĂ€ttern der Samples kannst du per Rechtsklick auf die Wellenformanzeige und Auswahl von ZurĂŒck zur Referenz zur ursprĂŒnglich geladenen Datei zurĂŒckkehren. Um die aktuell geladene Datei zur neuen Referenz fĂŒr das Swapping zu machen, wĂ€hle die Option Als Ăhnlichkeits-Referenz speichern.
Die Hot-Swap-Taste öffnet den Hot-Swap-Browser, wo du das geladene Sample durch ein anderes ersetzen kannst. Um Drum Sampler durch ein anderes Instrument zu ersetzen, verwende die Hot-Swap-SchaltflÀche in der Device-Titelleiste.
30.4.2 Der Bereich Playback-Effekte

Du kannst mit einem von neun Playback-Effekten den Klang eines Samples weiter formen: Stretch, Loop, Pitch Env, Punch, 8-Bit, FM, Ring Mod, Sub Osc und Noise.
Jeder Playback-Effekt verfĂŒgt ĂŒber zwei Parameter, die ĂŒber eigene Regler oder ĂŒber das X/Y-Pad eingestellt werden können. Durch vertikales Ziehen auf dem X/Y-Pad stellst du den ersten Parameter ein, durch horizontales den zweiten.
Mit dem Schalter Playback-Effekt Ein (de-)aktiviertst du diesen Bereich. Wenn aktiviert, bestimme einen Effekt aus dem WahlmenĂŒ Playback-Effekt-Typ.
Stretch Ă€ndert die Sample-LĂ€nge, ohne dabei die Tonhöhe zu verĂ€ndern. Dadurch entstehen granulare Artefakte, die dem Klang eine Lo-Fi-Textur verleihen. Der Regler Factor legt die StĂ€rke des Time-Stretchings als Vielfaches des originalen Abspieltempos fest. Der Grain-Regler bestimmt in Millisekunden die GröĂe der Grains, mit denen das Sample zeitlich gedehnt wird.
Loop wiederholt einen Ausschnitt des Samples. Mit dem Regler Loop-Versatz (Offset) wird der Loop-Startpunkt im VerhÀltnis zum Sample-Start gesetzt. Der Regler Loop Length stellt die Loop-LÀnge in Millisekunden ein.
Pitch Env moduliert mit einer HĂŒllkurve die Tonhöhe des Samples im Zeitverlauf. Der Regler Pitch Envelope Amount bestimmt im Bereich von -100 bis 100%, wie stark die Tonhöhenmodulation wirkt. Positive Werte fĂŒhren zu einer höheren, negative zu einer niedrigeren Tonhöhe. Der Regler Pitch Envelope Decay stellt die Zeit ein, nach der die Tonhöhe zum Ausgangswert zurĂŒckkehrt, wie im Device durch die globale Tonhöhenregelung definiert.
Punch wendet Ducking durch eine HĂŒllkurve mit fester Anstiegszeit an und betont so die Transiente des Samples. Mit dem Regler Punch Amount wird die StĂ€rke des Duckings eingestellt. Der Regler Punch Release bestimmt die Dauer, in der die Pegelreduktion nach dem Triggern auf Null zurĂŒckfĂ€hrt.
8-Bit wendet eine Kombination aus Filterung, Bit-Reduktion und Abtastraten-Verminderung an und bildet so den Klang von 8-Bit-CPU-Chips nach. Der Regler 8-Bit-Abtastrate legt die Sampling-Frequenz fest, mit der das Sample wiedergegeben wird. Mit dem Regler 8-Bit-Decay wird eingestellt, wie lange das eingebaute Tiefpassfilter des Effekts ausklingt.
FM verwendet eine Sinuswelle zur Modulation der Sample-Tonhöhe. Der Amount-Regler bestimmt die StÀrke und FM Frequency die Frequenz, mit der die Tonhöhe des Samples moduliert wird.
Ring Mod wendet Ringmodulation auf das Sample an. Der Amount-Regler legt fest, wie stark die Modulation ist. Der Regler Ringmodulations-Frequenz bestimmt die Rate, mit der die Sample-Amplitude moduliert wird. Niedrige Werte erzeugen einen Tremolo-Effekt, hohe Werte die typischen Ringmodulations-Artefakte.
Sub Osc unterfĂŒttert das Sample mit einem Suboszillator. Mit dem Regler Sub Oscillator Amount wird der Pegel des Oszillators eingestellt. Die Oszillator-HĂŒllkurve verwendet die Device-Einstellungen fĂŒr Attack und Decay. Der Regler Suboszillator-Frequenz stimmt den Oszillator im Bereich zwischen 30 und 120 Hz.
Noise ĂŒberlagert das Sample mit Rauschen. Der Regler Noise Amount stellt den Oszillator-Pegel ein. Die Oszillator-HĂŒllkurve verwendet die Device-Einstellungen fĂŒr Attack und Decay. Der Regler Noise Color stellt die Frequenz ein, mit der das Oszillatorsignal gefiltert wird.
Hinweis: Die zeit- und frequenzbezogenen Parameter in den Effekten Stretch, Loop, FM, Ring Mod, Sub Osc und Noise werden von der globalen Tonhöhenregelung und der gespielten MIDI-Note beeinflusst. Dadurch folgt die Tonhöhe jedes Effekts immer der Tonhöhe des Samples, auch wenn unterschiedliche Noten gespielt werden oder das Sample transponiert wird.
AuĂerdem wird bei den Effekten FM und Ring Mod das Ausklingen der Modulation von der globalen Decay-Zeit beeinflusst. Bei einer kurzen Decay-Zeit etwa beschrĂ€nkt sich die Modulation nur auf die Einschwingphase des Samples.
30.4.3 Filter-Sektion

Mit dem Schalter Filter Ein (de-)aktivierst du das Filter.
Es stehen vier Filtertypen zur Auswahl: ein Tiefpassfilter mit 12 dB, ein weiteres mit 24 dB, ein 24-dB-Hochpassfilter sowie ein Peak-Filter.
Die Tief- und Hochpassfilter verfĂŒgen ĂŒber eigene Regler fĂŒr Resonanz und Filterfrequenz. Beim Peak-Filter kannst du mit den Reglern Peak Filter Gain bzw. Frequency einen bestimmten Frequenzbereich anheben oder absenken.
30.4.4 Global-Bereich

Im globalen Bereich stellst du die AusgangslautstÀrke, das Panorama, den Einfluss der Velocity auf die LautstÀrke sowie Modulations-Parameter ein.
Der Volume-Regler stellt den gesamten Device-Ausgangspegel -36 bis 36 dB ein, wÀhrend Pan die Stereoposition anpasst.
Der Regler Velocity zu Volumen bestimmt, wie stark die Device-LautstÀrke von der AnschlagstÀrke eingehender MIDI-Noten moduliert wird.
Mit dem Umschalter Modulationsquelle wechselst du zwischen zwei Modulationsquellen: Velocity oder Slide (MPE). Treffe dann im WahlmenĂŒ Modulationsziel deine Auswahl.
Das Ziel Filter moduliert die Cutoff-Frequenz des Filters.
Mit den Zielen Attack, Hold und Decay lassen sich alle Phasen der HĂŒllkurve einzeln modulieren.
Mit FX1 und FX2 modulierst du die beiden Parameter des aktuell ausgewÀhlten Playback-Effekts.
Der Regler ModulationsstÀrke stellt ein, wie intensiv das Ziel moduliert wird.
30.4.5 KontextmenĂŒ-Optionen von Drum Sampler
ZusĂ€tzlich zu den ĂŒblichen EintrĂ€gen im Device-KontextmenĂŒ gibt es auch Optionen, die nur bei Drum Sampler verfĂŒgbar sind.
Individuelles Noten-Pitchbend aktivieren â Mit dieser standardmĂ€Ăig aktivierten Option kann Drum Sampler Pitchbend-Daten pro Note empfangen.
HĂŒllkurve folgt Tonhöhe - Hiermit wird die AmplitudenhĂŒllkurve relativ zur Sample-Tonhöhe skaliert. Wenn aktiviert, wirkt die HĂŒllkurve immer auf denselben Abschnitt des Samples, auch bei transponierter Tonhöhe.
Drum Sampler > Simpler - Dies ersetzt Drum Sampler durch Simpler, wobei Start- und LĂ€ngeneinstellungen des Samples erhalten bleiben.
Verwendest du Drum-Racks, kannst du im KontextmenĂŒ eines Pads die Option Als Standard-Pad sichern auswĂ€hlen und so Drum Sampler standardmĂ€Ăig fĂŒr neue Samples nutzen.

Dann wird immer, wenn du ein Sample in ein leeres Drum-Pad ziehst, automatisch eine Instanz von Drum Sampler geladen.
30.5 Electric

Electric ist ein Software-E-Piano, das in Zusammenarbeit mit Applied Acoustics Systems entwickelt wurde und auf den klassischen Instrumenten der 70er Jahre basiert. Jede Komponente dieser Instrumente wurde mittels fortschrittlicher Physical-Modeling-Technologie nachgebildet, um ein Höchstmaà an Klangtreue und Lebendigkeit zu erzielen.
Physical Modeling verwendet die Regeln der Physik, um das Verhalten eines Objekts zu reproduzieren. In anderen Worten: Electric berechnet in Echtzeit mathematische Gleichungen, die beschreiben, wie sich seine verschiedenen Komponenten verhalten. In Electric kommen weder Sampling noch Wavetables zum Einsatz; der Klang wird einfach in Echtzeit und entsprechend der Werte jedes Parameters von der CPU berechnet. Electric ist mehr als eine einfach Nachbildung legendÀrer Instrumente; seine Parameter können Werte annehmen, die mit den echten Instrumenten nicht möglich sind. So lassen sich hervorragende neue KlÀnge erzeugen, die aber stets eine warme akustische QualitÀt besitzen.
30.5.1 Architektur und OberflÀche
Der Mechanismus eines Elektrischen Pianos ist eigentlich ganz einfach. Die auf der Klaviatur gespielte Taste aktiviert einen Hammer, der eine asymmetrische Stimmgabel anschlĂ€gt. Der Klang dieser Stimmgabel wird durch eine magnetische Spule (Pickup) verstĂ€rkt und an den Ausgang geleitet -- Ă€hnlich wie bei einer Elektrischen Gitarre. Die Stimmgabel (Fork) besteht aus zwei Teilen, dem so genannten Stimmstab (Tine-Bar) und dem Tonriegel (Tone-Bar). Der Stimmstab ist der Teil der Stimmgabel, auf den der Hammer auftrifft und beim Tonriegel handelt es sich um einen gestimmten Metallresonator, dessen GröĂe die entsprechende Tonhöhe hervorbringt. Ist die Stimmgabel einmal angeregt, resoniert sie von sich aus lange weiter. Beim Loslassen der Taste trifft der DĂ€mpfer auf die Stimmgabel, wodurch der Klang schneller verstummt.
Die BedienoberflÀche von Electric ist in vier Bereiche untergliedert, die sich auf die Klangerzeugung beziehen: Hammer, Fork, Damper/Pickup und globaler Bereich. Der globale Bereich enthÀlt Parameter, die das Gesamtverhalten und die Spielbarkeit betreffen, zum Beispiel Pitchbend und Polyphonie.
Klicke auf die einzelnen Bereiche, um ihre jeweiligen Parameter sichtbar zu machen oder klicke auf die Symbole fĂŒr Hammer, Fork und Damper/Pickup, um zwischen den Abschnitten zu springen.

30.5.2 Der Hammer-Bereich

Der Mallet-Bereich enthĂ€lt Parameter fĂŒr die physikalischen Eigenschaften des Hammers selbst und dafĂŒr, wie er auf Ihr Spiel reagiert.
Der Regler Stiffness bestimmt, wie hart die SchlagflĂ€che des Hammers ist. Höhere Werte simulieren eine hĂ€rtere OberflĂ€che, was zu einem höhenreicheren Klang fĂŒhrt. Kleinere Werte fĂŒhren zu einer weicheren OberflĂ€che und einem sanfteren Klang. Der Stiffness-Parameter kann auch von AnschlagsstĂ€rke und Tonhöhe modifiziert werden, mithilfe der Werte fĂŒr Vel und Key unten im Display.
Der Unterbereich Noise simuliert das GerÀusch, das durch das Auftreffen des Hammers auf der Stimmgabel verursacht wird. Im Noise-Bereich, ganz unten im Display, bestimmt der Wert unter Pitch die Mittenfrequenz von der Tonhöhe des Rauschens und der Decay-Wert legt fest, wie lange es dauert, bis das Rauschen verstummt ist. Die LautstÀrke der Tine wird mit dem Level-Parameter bestimmt. Ein Key-Scaling-Parameter kann diese LautstÀrke zusÀtzlich von der gespielten Tonhöhe abhÀngig machen.
Der Parameter Force regelt die StÀrke, mit der der Hammer auf die Stimmgabel einwirkt. Niedrige Amount-Werte simulieren eine schwÀchere Anregung, höhere eine stÀrkere. Auch der Force-Parameter lÀsst sich durch AnschlagsstÀrke und Tonhöhe modifizieren, mithilfe der Werte unter Vel und Key.
30.5.3 Der Fork-Bereich

Der Fork-Bereich ist in die Unterbereiche Tine und Tone gegliedert. Dieser Bereich ist das Herz von Electrics Klangerzeugung.
Tine steuert den Stimmstab und damit jenen Teil der Stimmgabel, der direkt vom Hammer getroffen wird.
Color regelt die relative Amplitude fĂŒr die höheren und die tieferen Teiltöne im Spektrum des Tine. Niedrige Werte betonen die tieferen Obertöne, höhere Werte die höheren Teiltöne.
Der Decay-Parameter bestimmt, wie lange der Tine-Klang wÀhrend einer gehaltenen Note ausklingt. Ein Key-Scaling-Parameter kann die LautstÀrke zusÀtzlich von der gespielten Tonhöhe abhÀngig machen.
Tone steuert den zweiten Resonanzbereich der Stimmgabel.
Der Unterbereich Tone kontrolliert mit dem Tonriegel den zweiten Resonanzbereich der Stimmgabel. Die Parameter Decay und Level arbeiten hier entsprechend zu ihren Tine-GegenstĂŒcken.
30.5.4 Der Damper/Pickup-Bereich

30.5.4.1 Der Pitch-Envelope-Amount-Parameter
Der Pickup-Bereich simuliert das Verhalten des elektromagnetischen Pickups, der den Klang der schwingenden Stimmgabel verstÀrkt.
Die Parameter Symmetry und Distance entscheiden ĂŒber die Position des Pickups im VerhĂ€ltnis zum Tine. Symmetry bestimmt die vertikale Position des Pickups. In der Mittelstellung ist der Pickup direkt vor dem Tine platziert, was zu einem höhenreichen Klang fĂŒhrt. Das Drehen nach links oder rechts bewegt den Pickup unter beziehungsweise ĂŒber den Tine. Distance bestimmt die Entfernung des Pickups vom Tine. Höhere Werte vergröĂern den Abstand, niedrige Werte verringern ihn. Beachten Sie, dass mit abnehmender Entfernung die Verzerrung im Klang zunimmt.
Die Schalter R-W wÀhlen zwischen zwei verschiedenen Pickup-Typen. Bei Auswahl von R simuliert Electric elektrodynamische Pickups, bei Auswahl von W ein elektrostatisches Modell.
Der Input-Regler bestimmt den Anteil des Fork-Signals, das an den Pickup geleitet wird und beeinflusst damit auch den Grad der Verzerrung, die dem gesamten Signal hinzugefĂŒgt wird. Der Output-Regler bestimmt den Anteil des Signals, der aus dem Pickup-Bereich herausgefĂŒhrt wird. Unterschiedliche Kombinationen dieser beiden Regler können sehr unterschiedliche Ergebnisse bewirken. Eine niedrigere Einstellung fĂŒr Input mit einer höheren Einstellung fĂŒr Output wird beispielsweise einen reineren Klang produzieren als viel Input und wenig Output. Ein Key-Scaling-Parameter kann Output zusĂ€tzlich durch die gespielte Tonhöhe modulieren.
30.5.4.2 Warp-Parameter
Die metallenen Stimmgabeln in einem Elektrischen Piano sind so konstruiert, dass sie lange ausklingen, wĂ€hrend eine Note gehalten wird. Der Mechanismus, der dieses Ausklingen steuert, ist der DĂ€mpfer. Wenn eine Taste gedrĂŒckt wird, entfernt sich der DĂ€mpfer von seiner Stimmgabel. Wird die Taste losgelassen, so wird er wieder an die Stimmgabel angedrĂŒckt und stoppt ihre Vibration. Die DĂ€mpfer selbst erzeugen ebenfalls einen kleinen Klanganteil, sowohl beim AndrĂŒcken als auch beim Entfernen. Dieses charakteristische GerĂ€usch wird in Electrics DĂ€mpfer-Bereich modelliert.
Der Tone-Regler bestimmt die HĂ€rte des DĂ€mpfers. Eine Linksdrehung simuliert weiche DĂ€mpfer, die ein sanftes GerĂ€usch erzeugen. Eine Rechtsdrehung fĂŒhrt zu hĂ€rteren DĂ€mpfern, die einen höhenreicheres GerĂ€usch produzieren. Die LautstĂ€rke des DĂ€mpfer-GerĂ€uschs wird mit Level geregelt.
Der Wert unter Att/Rel bestimmt, ob das DĂ€mpfer-GerĂ€usch beim AndrĂŒcken oder beim Entfernen von der Stimmgabel hörbar ist. Bei -100 ist das DĂ€mpfergerĂ€usch nur beim Anschlagen von Noten zu hören. beim Entfernen von den Stimmgabeln hörbar wird. In der Mittelstellung ist das DĂ€mpfer-GerĂ€usch gleichermaĂen wĂ€hrend der Attack- und Release-Phase einer Note zu hören.
30.5.5 Bereich Global

Der Global-Bereich enhÀlt Parameter, die das allgemeine Verhalten von Electric kontrollieren.
Der Volume-Regler bestimmt Electrics GesamtlautstÀrke.
Das Voices-MenĂŒ bestimmt die maximale Polyphonie. Da jede zusĂ€tzlich genutzte Stimme die CPU auch zusĂ€tzlich beansprucht, mĂŒssen Sie vor allem bei Ă€lteren Rechnern eventuell etwas mit dem Voices-Wert experimentieren, um eine gute Balance zwischen Spielbarkeit und Leistungsbedarf zu finden.
Die Parameter Semi und Detune regeln die Grob- und Feinstimmung. Semi transponiert das ganze Instrument in Halbtonschritten auf oder ab, wÀhrend Detune die Stimmung in Cent-Schritten justiert (maximal 50 Cents hoch oder runter).
Stretch simuliert eine als âgestreckte Stimmung' bekannte und gebrĂ€uchliche Modifikation, der sowohl elektrische als auch akustische Pianos unterzogen werden und die ein wesentliches Merkmal ihres charakteristischen Klangs ist. Bei einem Wert von 0% spielt Electric in wohltemperierter Stimmung. Das bedeutet, dass zwei Noten eine Oktave auseinander liegen, wenn der Grundton der höheren Note exakt doppelt so hoch ist wie der der tieferen Note. Da das tatsĂ€chliche Resonanzverhalten eines Tine oder einer Saite aber von diesem theoretischen Modell abweicht, tendiert die wohltemperierte Stimmung dazu, auf Pianos "falsch" zu klingen. Die gestreckte Stimmung versucht dies zu kompensieren, indem sie die Tonhöhe höherer Noten etwas erhöht und die tieferer etwas absenkt. Das Ergebnis ist ein strahlenderer Klang. Negative Stretch-Werte simulieren eine "negative" gestreckte Stimmung: Höhere Noten werden tiefer, tiefere Noten höher gestimmt.
Der Parameter P. Bend bestimmt den Pitchbend-Umfang in Halbtönen.
30.6 Externes Instrument

Das GerĂ€t External Instrument ist selbst kein Instrument, sondern vielmehr ein Routing-Werkzeug, das es Ihnen auf einfache Weise erlaubt, externe (Hardware-)Synthesizer und multitimbrale Plug-ins in Ihre Projekte einzubinden. Es sendet MIDI aus und fĂŒhrt Audio zurĂŒck.
Die beiden MIDI-To-MenĂŒs wĂ€hlen den Ausgang, an den das GerĂ€t MIDI-Daten sendet. Im oberen MenĂŒ stehen ein physikalischer MIDI-Port oder ein multitimbrales Plugin zur Auswahl. Wenn Sie einen MIDI-Port wĂ€hlen (um einen externen Synthesizer anzusprechen), erlaubt Ihnen das zweite MenĂŒ die Auswahl der MIDI-Kanalnummer.
Wenn eine andere Spur im Projekt ein multitimbrales Plug-in enthĂ€lt, kann diese Spur im oberen MenĂŒ ausgewĂ€hlt werden. Im MenĂŒ darunter stehen dann die einzelnen MIDI-KanĂ€le des Plug-ins zur Auswahl.
Das Audio-from-MenĂŒ ermöglicht es, das Audiosignal aus dem Hardware-Synthesizer oder dem Plug-in zurĂŒckzufĂŒhren. Nutzen Sie einen externen Hardware-Synthesizer als Ziel, verwenden Sie dieses MenĂŒ, um den Eingang Ihrer Audio-Hardware auszuwĂ€hlen, an den der Ausgang des Synthesizers angeschlossen ist. Die verfĂŒgbaren Optionen hĂ€ngen hier von den Audio-Einstellungen ab.
Wenn Sie ein multitimbrales Plug-in auf einer anderen Spur in Ihrem Live-Set als Ziel einsetzen, listet das Audio-von-MenĂŒ die verfĂŒgbaren EinzelausgĂ€nge des Plug-ins auf. Beachten Sie, dass der Hauptausgang des multitimbralen Instruments immer in der Spur zu hören ist, die das Instrument enthĂ€lt.
Der Gain-Regler bestimmt den Pegel des Audiosignals, das vom Ziel zurĂŒckgefĂŒhrt wird. Er sollte sorgfĂ€ltig eingestellt werden, um Ăbersteuerungen zu vermeiden.
Da externe GerĂ€te eine Latenz besitzen können, die Live nicht automatisch erkennen kann, lassen sich Verzögerungen mit dem Hardware-Latenz-Regler manuell ausgleichen. Der Schalter neben diesem Regler erlaubt es Ihnen, die Kompensation wahlweise in Millisekunden oder Samples vorzunehmen. Ist Ihr externes GerĂ€t ĂŒber eine Digitalverbindung an Live angeschlossen, werden Sie die Latenz in Samples einstellen wollen, da die Anzahl der eingestellten Samples auch bei einem Wechsel der Sampling-Rate erhalten bleibt. Ist Ihr externes GerĂ€t ĂŒber eine Analogverbindung an Live angeschlossen, werden Sie die Latenz lieber in Millisekunden einstellen wollen, da bei einem Wechsel der Sampling-Rate in diesem Fall die eingestellte Zeitdauer konstant bleibt. Beachten Sie, dass die Einstellung in Samples eine feinere Justierung erlaubt. Sie werden diese daher auch beim Arbeiten mit analogen GerĂ€ten verwenden wollen, um durch "Feintuning" eine möglichst niedrige Latenz zu erzielen. In diesem Fall sollten Sie unbedingt zurĂŒck auf Millisekunden schalten, bevor Sie die Sampling-Rate Ă€ndern. Jede Latenz, die durch GerĂ€te innerhalb von Live entsteht, wird automatisch kompensiert; der Regler ist daher nicht verfĂŒgbar, falls das External-Instrument-GerĂ€t fĂŒr ein internes Routing verwendet wird.
Hinweis: Ist die Option zur Latenzkompensation im Optionen-MenĂŒ deaktiviert, ist auch der Regler fĂŒr die Hardware-Latenz inaktiv.
NÀhere Informationen zu verschiedenen Routing-Szenarien mit dem External-Instrument-Device erhÀltst du im Kapitel Routing, EingÀnge und AusgÀnge.
30.7 Impulse

Impulse ist ein Drum-Sampler mit komplexen Modulationsmöglichkeiten. Die acht in die Slots von Impulse geladenen Drum-Samples können mit Timestretching bearbeitet, gefiltert, mit einer HĂŒllkurve und Saturation versehen und im Panorama und in der LautstĂ€rke geregelt werden.
30.7.1 Die Sample-Slots
Ziehen Sie Samples aus dem Browser oder der Session- oder Arrangement-Ansicht in die Slots von Impulse. Alternativ bietet jeder Sample-Slot einen Hot-Swap-Button zum schnellen Austauschen von Samples. Geladene Samples lassen sich mit der Taste Backspace (Win) oder Delete (Mac) löschen.
Geladene Samples werden automatisch Tasten auf einer MIDI-Tastatur zugeordnet, sofern diese angeschlossen und von Live erkannt wurde. C3 wird das Sample ganz links triggern, die anderen Samples werden durch die Tasten zwischen C3 und C4 gesteuert. Die acht Slots von Impulse erscheinen als Notenzeilen im MIDI-Editor, wenn dort der Fold-Button aktiviert ist â auch dann, wenn eine Notenzeile keine MIDI-Noten enthĂ€lt. Die Zuordnung zu den Noten kann mit dem Pitch-Device transponiert oder mit dem Scale-Device umarrangiert werden.
Jedes der acht Samples hat einen eigenen Parametersatz, der nach Anklicken des Samples im Bereich unterhalb der Sample-Slots zu sehen ist. Ănderungen der Einstellungen werden erst beim Anschlagen einer neuen Note wirksam - sie beeinflussen nicht die gerade spielenden Noten. Beachten Sie, dass dieses Verhalten auch die Reaktion von Impulse auf ParameterĂ€nderungen durch Clip-HĂŒllkurven oder die Automation bestimmt: auch sie werden erst bei neuen Noten wirksam. Falls du kontinuierliche ParameterĂ€nderungen fĂŒr gehaltene Noten erzeugen möchtest, verwende am besten das Instrument Simpler.
Die Parameter von Slot 8 enthalten auch einen "Link"-Schalter in der linken unteren Ecke, der Slot 8 mit Slot 7 koppelt. Das Koppeln der beiden Slots fĂŒhrt dazu, dass das Aktivieren der Wiedergabe von Slot 7 die Wiedergabe von Slot 8 stoppt und andersrum. Diese Möglichkeit wurde besonders fĂŒr eine bestimmte Anwendung vorgesehen (kann aber natĂŒrlich auch fĂŒr andere Zwecke verwendet werden): z.B. um bei akustischen Hihats das Abschneiden der offenen durch die geschlossene nachzubilden..
Bei jedem Slot kann mit Bedienelementen, die beim Ăberstreichen mit der Maus erscheinen, das Sample abgespielt, solo- oder stummgeschaltet oder das Hot-Swapping fĂŒr den Slot aktiviert werden.
30.7.2 Start, Transpose und Stretch
Der Start-Parameter bestimmt den Beginn der Wiedergabe im Sample und erlaubt es, diese maximal 100 mS hinter dem eigentlichen Sample-Startpunkt beginnen zu lassen. Der Parameter Transp (Transpose) bestimmt die Transponierung des Samples, ist im Bereich von +/- 48 Halbtönen einstellbar und kann mit den entsprechenden Parametern durch die Velocity oder einen Zufallswert moduliert werden.
Der Stretch-Parameter hat einen Regelbereich von -100 bis 100 Prozent. Negative Werte verkĂŒrzen das Samples, positive dehnen es. Zwei Stretching-Algorithmen stehen zur Wahl: Modus A ist ideal fĂŒr tiefe KlĂ€nge wie Toms oder Bass geeignet, Modus B eignet sich fĂŒr hohe KlĂ€nge, beispielsweise fĂŒr Becken. Der Stretch-Wert kann ebenfalls durch die Anschlagsgeschwindigkeit der MIDI-Noten moduliert werden.
30.7.3 Filter
Die Filterabteilung bietet eine Reihe verschiedener Filtertypen, von denen jeder dem Sample durch das Entfernen bestimmter Frequenzen einen individuellen Charakter aufprÀgt. Der Frequency-Parameter bestimmt dabei, wo im Frequenzspektrum das Filter wirksam wird, der Resonance-Parameter verstÀrkt die Frequenzen an diesem Punkt des Spektrums. Der Frequency-Parameter des Filters kann entweder durch einen Zufallswert oder die Velocity der MIDI-Noten moduliert werden.
30.7.4 SĂ€ttigung und HĂŒllkurve
Der Saturator gibt dem Sample einen fetteren, runderen und analogtypischen Klang und kann wahlweise aktiviert oder deaktiviert werden. Der Drive-Parameter verstĂ€rkt das Signal und fĂŒgt Verzerrungen hinzu. Dadurch wird das Signal in der Regel viel lauter -- ein Effekt, den man ĂŒblicherweise durch ZurĂŒckdrehen seines LautstĂ€rke-Parameters kompensieren sollte. Bei tiefen KlĂ€ngen erzeugen extreme Drive-Einstellungen die typischen verzerrten analogen Synth-Drum-Sounds.
Die HĂŒllkurve kann mit dem Decay-Parameter auf maximal 10.0 Sekunden eingestellt werden. Impulse hat zwei Decay-Betriebsarten: Der Trigger-Modus lĂ€sst Samples bei gehaltener Note ausklingen; im Gate-Modus beginnt die Decay-Phase erst nach dem Loslassen der Taste (Note Off). Diese Betriebsart ist in Situationen nĂŒtzlich, in denen man variable Abklingzeiten benötigt, zum Beispiel bei Hi-Hat-Sounds.
30.7.5 Panorama und LautstÀrke
Jedes Sample besitzt Parameter fĂŒr Volume und Pan, mit denen seine LautstĂ€rke beziehungsweise seine Platzierung im Stereopanorama eingestellt werden können. Beide Parameter können moduliert werden: Pan durch Velocity und einen Zufallswert, Volume nur durch Velocity.
30.7.6 Global-Parameter
Die Parameter rechts neben den Sample-Slots bieten eine globale Kontrolle ĂŒber alle in Impulse geladenen Samples. Volume stellt die LautstĂ€rke des gesamten Instruments ein, Transp die Transponierung aller Samples. Der Time-Parameter beeinflusst das Timestretching und das Decay aller Samples und ermöglicht es Ihnen, zwischen kurzen und gedehnten Sounds zu morphen.
30.7.7 EinzelausgÀnge
Wenn eine neue Instanz von Impulse in eine Spur gezogen wird, so wird ihr Signal mit den Signalen anderer Instrumente und Effekte gemischt, die die GerĂ€te-Kette der betreffenden Spur speisen. HĂ€ufig ist es aber sinnvoller, das Instrument oder eines seiner Samples zu isolieren und zu einer separaten Spur zu schicken. Im Kapitel Routing, EingĂ€nge und AusgĂ€nge erfĂ€hrst du mehr darĂŒber, wie man das fĂŒr das Gesamtsignal oder die einzelnen Sample-Slots von Impulse erreicht.
30.8 Meld

Meld ist ein vielseitiger Synthesizer, der zwei unabhĂ€ngige Engines mit Makro-Oszillatoren in einem GerĂ€t vereint. Klassisch-analoge Patches lassen sich damit schnell erstellen, aber Melds Charakter entfaltet sich erst, wenn man seine Palette an Synthese- und Filtertechniken erforscht und kombiniert. Jede Engine verfĂŒgt ĂŒber eigene Filter, HĂŒllkurven, LFOs, eine Modulations-Matrix mit MIDI und MPE sowie zwei Makro-Regler fĂŒr den Oszillator. Damit lassen sich simple Parameter wie Oberton-Modulation einstellen, oder auch ungewöhnliche Funktionen wie die Fragmentierung von Noise-Loops, Chiptone-Pulsweite oder die Dichte generierter Regentropfen. Meld ist so ausgelegt, dass sich ausdrucksstarke und fremdartige KlĂ€nge eher durch musikalische Intuition erreichen lassen, als durch technische Details.
30.8.1 Allgemeiner Ăberblick
Melds dualer Aufbau kann auf bis zu zwei polyphone Synth-Engines gleichzeitig zurĂŒckgreifen. Seine BedienoberflĂ€che ist in vier Sektionen unterteilt: die Engines, den Modulationsbereich, die Filter und die globalen Mix-Einstellungen. Mit diesem modularen Aufbau erhĂ€lt der Sound auf einfache Weise Textur und Bewegung, aber auch musikalische Ăberraschungen lassen sich erzeugen und festhalten. Um dich mit Melds Möglichkeiten vertraut zu machen, probiere erst einmal verschiedene Wellenformen der Engines aus und spiele mit den jeweiligen Makro-Reglern. Vertiefe die Eingriffe ins Geschehen, indem du Parameter ĂŒber die Modulations-Matrix modulierst oder ĂŒber ein LFO-Device die Makro-Regler automatisierst. Je mehr du mit dem Zusammenspiel der beiden Layer von Meld experimentierst, desto mehr machst du dir das Instrument zu eigen.
Melds Ansicht lĂ€sst sich mit dem Schalter fĂŒr erweiterte Ansicht in der Kopfzeile ausklappen. In der erweiterten Ansicht werden alle verfĂŒgbaren Modulationsquellen und -ziele angezeigt. Die Buttons A und B schalten zwischen den beiden Engines um. Werte fĂŒr Parameter-Modulationen lassen sich zwischen den Engines kopieren, mit den Buttons Copy to A und Copy to B. Ein Klick auf die SchaltflĂ€che X löscht alle aktiven Modulationen.

30.8.2 Oszillatoren

Die beiden Engines von Meld können mit den entsprechenden Schaltern unabhÀngig ein- oder ausgeschaltet werden. Das Deaktivieren einer Meld-Engine deaktiviert auch das zugehörige Filter in der entsprechenden Sektion. Ein Filter lÀsst sich unabhÀngig von der Aktivierung der Engine, die es enthÀlt, ein- bzw. ausschalten.
Jede Meld-Engine verfĂŒgt ĂŒber drei Tonhöhen-Regler (Oktaven, Halbtöne und Cents). Ist Aktuelle Skala verwenden aktiviert, schaltet die Anzeige von Halbtönen (st) auf Tonleiterstufen (sd) um. Mit diesen Tonhöhenreglern verleihst du dem Sound harmonische Tiefe, indem du z. B. eine Engine eine Oktave oder Quinte nach oben transponierst oder sie subtil um ein paar Cents verstimmst.
Die Engines A und B bieten 24 Oszillatortypen zur Auswahl, darunter sechs skalensensible Oszillatoren, gekennzeichnet durch (ââŻ). Diese reichen von simplen Sinus-Generatoren ĂŒber Wellenform-SchwĂ€rme, komplexe Frequenzmodulation und Noise-Looping bis hin zu Algorithmen fĂŒr Ambient-Sound. Der Oszillator-Typ einer Engine wird per Dropdown-MenĂŒ ausgewĂ€hlt oder mit den Pfeilen im Typ-Display des Oszillators.
30.8.3 Oszillator-Makros

Engines A und B haben jeweils zwei Makro-Regler, deren Funktion sich je nach ausgewĂ€hltem Oszillator-Typ Ă€ndert. Alle vier Oszillator-Makro-Regler lassen sich zwecks Live-Performance einem MIDI-Controller zuweisen, oder aber einem LFO-Device fĂŒr Automation. Sie lassen sich auch intern modulieren, mithilfe der Modulations-Matrix.
Der Oszillator Basic Shapes hat zwei Makro-Regler, Shape und Tone. Shape ĂŒberblendet zwischen den Oszillator-Wellenformen Sinus, Dreieck, SĂ€gezahn und Rechteck. Tone Ă€ndert die Pulsweite der Ausgangs-Wellenform.
Der Oszillator Dual Basic Shapes hat zwei Makro-Regler, Shape und Detune. Shape ĂŒberblendet zwischen den Oszillator-Wellenformen Sinus, Dreieck, SĂ€gezahn und Rechteck. Detune fĂŒgt der Ausgangs-Wellenform eine verstimmte Kopie zu.
Der Oszillator Noisy Shapes hat zwei Makro-Regler, Shape und Rough. Shape ĂŒberblendet zwischen den Oszillator-Wellenformen Sinus, Dreieck, SĂ€gezahn und Rechteck. Rough fĂŒgt der Ausgangs-Wellenform Noise-Verzerrung zu.
Der Oszillator Square Sync hat zwei Makro-Regler, Freq 1 und Freq 2. Diese beiden Regler Àndern die Frequenzen der beiden gesyncten Rechteckwellen des Oszillators.
Der Oszillator Square 5th hat zwei Makro-Regler, 5th Amt und P Width. 5th Amt ĂŒberblendet zwischen der Ausgangs-Rechteckwelle des Oszillators und einer zweiten, die eine reine Quinte darĂŒber liegt. P Width Ă€ndert die Pulsweite der erzeugten Rechteckschwingung.
Der Oszillator Sub hat zwei Makro-Regler, Tone und Aux. Tone ĂŒberblendet zwischen Sinus- und Rechteckschwingung. Aux fĂŒgt der Ausgangs-Wellenform eine subharmonische Sinusschwingung hinzu.
Die Oszillatoren Swarm Sine, Swarm Triangle, Swarm Saw und Swarm Square haben zwei Makro-Regler, Motion und Spacing. Motion bringt den Schwarm durch Modulation in Bewegung. Je höher Spacing eingestellt wird, desto komplexere Akkorde werden produziert.
Der Oszillator Harmonic Fm hat zwei Makro-Regler, Amount und Ratio. Sie beeinflussen die ModulationsintensitÀt und das FrequenzverhÀltnis des FM-Algorithmus.
Der Oszillator Fold Fm hat zwei Makro-Regler, Amount und Shape. Amount stellt die ModulationsintensitÀt des FM-Algorithmus ein und Shape verÀndert die Wellenform des Carrier-Signals.
Der Oszillator Squelch hat zwei Makro-Regler, Amount und Feedback. Amount Ă€ndert die Modulationstiefe des FM-Algorithmus und Feedback stellt die StĂ€rke des Signals ein, das an den Device-Eingang rĂŒckgekoppelt wird.
Der Oszillator Simple Fm hat zwei Makro-Regler, Amount und Ratio. Sie beeinflussen die ModulationsstÀrke bzw. -tiefe des FM-Algorithmus.
Der Oszillator Chip hat zwei Makro-Regler, Tone und Rate. Tone Àndert die Oszillator-Tonhöhe und -Pulsweite. Rate stellt die Dauer des Chip-Intervalls ein.
Der Oszillator Shepardâs Pi hat zwei Makro-Regler, Rate und Width. Rate Ă€ndert Geschwindigkeit und Laufrichtung des Oszillators. Werte zwischen 0.0 und 49.9 erzeugen absteigende Bewegungen, Werte von 50.1 bis 100.0 aufsteigende. Bei 50.0 gibt es keine Bewegung. Width stellt die Anzahl der Oktaven ein, die der Oszillator verwendet.
Der Oszillator Tarp hat zwei Makro-Regler, Decay und Tone. Sie verÀndern die Abklingzeit und die TonalitÀt des Algorithmus.
Der Oszillator Extratone hat zwei Makro-Regler, Pitch und Env Amount. Sie verĂ€ndern Tonhöhe und HĂŒllkurven-Einstellung des Oszillators.
Der Oszillator Noise Loop hat zwei Makro-Regler, Rate und Fade. Rate legt fest, wie hÀufig Fragmente unterschiedlicher Noise-Loops auftreten. Bei höheren Werten erzeugt der Oszillator Rauschen. Fade bestimmt die Körnigkeit oder Rauheit des Rauschens.
Der Oszillator Filtered Noise hat zwei Makro-Regler, Freq und Width. Sie verÀndern die Filter-Frequenz und -Bandbreite des Oszillators.
Der Oszillator Bitgrunge hat zwei Makro-Regler, Freq und Mult. Freq stellt die Frequenz der erzeugten Rechteckschwingung ein. Mult legt fest, wie viele Suboktaven dieser Rechteckschwingung hinzugefĂŒgt werden. Beim Maximalwert werden keine Suboktaven erzeugt. Beim Minimalwert werden zahlreiche Suboktaven generiert.
Der Oszillator Crackle hat zwei Makro-Regler, Density und Intensity. Density steuert die durchschnittliche Rate der Knister-GerÀusche. Intensity stellt die Bandbreite von LautstÀrke und Helligkeit des Knisterns ein.
Der Oszillator Rain hat zwei Makro-Regler, Tone und Rate. Tone stellt die Resonanz der generierten Regentropfen und WindgerÀusche ein. Dadurch wird der Oszillator tonal spielbar und er folgt den eingehenden Noten. Rate steuert die Dichte der generierten Regentropfen-KlÀnge.
Der Oszillator Bubble hat zwei Makro-Regler, Density und Spread. Density steuert die Rate der Blasen-Generierung und Spread bestimmt die GröĂe der Blasen in einer Zufalls-Bandbreite.
Der Chord-Oszillator schichtet vier SĂ€gezahn-Oszillatoren ĂŒbereinander und erzeugt damit eine Vielzahl von Akkorden. Er hat zwei Makro-Regler, Shape und Inversion. Shape legt die Intervalle zwischen den Akkord-Noten fest, wĂ€hrend Inversion die Schichtung der Noten umordnet. Ist der Schalter Aktuelle Skala verwenden in der Device-Titelleiste aktiviert, werden die Akkorde aus den Noten der eingestellten Tonleiter gebildet. Ist keine Skala eingestellt, wird eine Dur-Tonleiter verwendet, mit der eingehenden MIDI-Note als Grundton.
30.8.4 Envelopes-Tab

Alle HĂŒllkurven von Meld haben Regler fĂŒr Attack, Decay, Sustain und Release. Sie lassen sich einstellen, indem man die numerischen Werte unten in der Envelopes-Sektion herauf- oder herunterfĂ€hrt, mit der Tastatur einen Wert eingibt oder die StĂŒtzpunkte im grafischen HĂŒllkurven-Display anklickt und zieht.
Die Regler fĂŒr die Flanken von Attack, Decay und Release sind rot markiert und lassen sich einstellen, indem man unten in der Sektion die numerischen Werte durchfĂ€hrt, mit der Tastatur einen Wert eingibt oder die Diamanten-Symbole zwischen den StĂŒtzpunkten im grafischen HĂŒllkurven-Display anklickt und zieht.
Amplituden- und Modulations-HĂŒllkurven haben drei Loop-Modi. Im Trigger-Modus werden nach Noten-Eingang alle Segmente der HĂŒllkurve einmal durchfahren und der Sustain-Wert dabei ignoriert. Im Loop-Modus wird die gesamte HĂŒllkurve ohne Sustain-Phase geloopt. Im AD-Loop-Modus werden nur die Attack- und Decay-Phasen der HĂŒllkurve geloopt.
Die Modulations-HĂŒllkuve verfĂŒgt ĂŒber zusĂ€tzliche Parameter fĂŒr Anfangs-, Spitzen- und Endpegel. Damit wird der HĂŒllkurven-Wert fĂŒr den Moment des Anschlagens bzw. Loslassens der Note definiert, was flexiblere Modulationen erlaubt.

Die Amplituden- und Modulations-HĂŒllkurven beider Engines lassen sich mit dem entsprechenden Button verknĂŒpfen. Damit verhalten sich die beiden Engines von Meld wie ein einziges Instrument.
30.8.5 LFO-Tab

Jede Meld-Engine verfĂŒgt ĂŒber zwei dedizierte LFOs. Die Geschwindigkeit von LFO 1 und 2 kann in Hertz oder temposynchron eingestellt und ihre Phase mit dem entsprechenden Regler verschoben werden. Ist Retrigger aktiviert, erfolgt jeder Neustart des LFOs in der eingestellten Phasenlage.
Die Wellenform von LFO 1 lĂ€sst sich im Dropdown-MenĂŒ LFO 1 Typ auswĂ€hlen, das sechs Wellenformtypen bereithĂ€lt: Basic Shapes, Ramp, Wander, Alternate, Euclid und Pulsate. Diese Wellenformen lassen sich mit dem Rate-Regler des LFOs und den beiden Makro-Regler daneben je nach ausgewĂ€hlter Wellenform weiter verbiegen.
LFO1 kann auĂerdem ĂŒber das Bedienfeld LFO 1 FX moduliert werden. Die Dropdown-MenĂŒs von FX1 und FX2 stellen 18 Effekt-Typen bereit, die seriell auf LFO 1 wirken. Die Effekt-StĂ€rke wird mit dem entsprechenden Makro-Regler eingestellt. Die Signale von LFO 1 und LFO 1 FX lassen sich als unabhĂ€ngige Modulationsquellen in der Matrix nutzen.
LFO 2 bietet sechs klassische Wellenformtypen: Sine, Tri, Saw Up, Saw Down, Rectangle, Random S&H. LFO 2 lÀsst sich als dritte unabhÀngige Modulationsquelle in der Matrix nutzen.
30.8.6 Matrix-Tab

Im Melds Modulations-Matrix nimmst du die Zuweisung von Modulationsquellen und -zielen im Device vor. Beispielsweise könnte LFO 1 von Engine A die LautstĂ€rke modulieren oder die Modulations-HĂŒllkurve von Engine B die Filterfrequenz.
Modulationsquellen sind horizontal, Modulationsziele vertikal aufgelistet. Mit Klick und vertikalem Ziehen einer Zelle wird eine Modulation zwischen Parametern hergestellt. Negative Werte machen die HĂŒllkurven und LFOs schneller, wĂ€hrend positive Werte sie langsamer machen. Bestimmte Parameter sind additive Modulationsziele, andere wiederum multiplikative Modulationsziele.
Per Klick auf einen Parameter wird er zur Modulations-Matrix zugefĂŒgt. Parameter werden der Modulations-Matrix derjenigen Engine zugefĂŒgt, die aktuell mit den Auswahl-SchaltflĂ€chen ausgewĂ€hlt ist. Wird einem Parameter keine Modulation zugewiesen, verschwindet er von der Modulations-Matrix, sobald ein anderer Parameter angeklickt wird.
30.8.7 MIDI- und MPE-Tabs

Die Tabs MIDI und MPE in Meld erlauben dir, MIDI- und MPE-Daten als Modulationsquellen zu nutzen, was Meld zu einem dynamischen Performance-Tool macht.
Ist Velocity als Modulationsquelle zugewiesen, nutzt Meld die Velocity-Werte der empfangenen MIDI-Note zum Modulieren der Zielparameter, solange diese Note gehalten wird.
Ist Pitch als Modulationsquelle zugewiesen, nutzt Meld die Tonhöhe der empfangenen MIDI-Note zum Modulieren der Zielparameter, solange diese Note gehalten wird.
Wenn Random zugewiesen ist, moduliert Meld die Zielparameter mit einem Zufallswert, der jedes Mal beim Triggern einer Note neu berechnet wird.
Pitch Bend, Press und Mod-Wheel sind Hardware-Funktionen, die bei vielen MIDI-Controllern vorhanden sind. Notenbasiertes Pitch Bend, Slide und Press sind Hardware-Funktionen, die bei vielen MPE-Controllern vorhanden sind. Hast du keinen MIDI- oder MPE-Controller, kannst du diese Parameter dennoch mit Clip-HĂŒllkurven modulieren.
30.8.8 Settings-Tab

In Melds Einstellungen-Reiter lassen sich pro Engine drei globale Parameter einstellen: Oszillator-Key-Tracking, Skalen-SensibilitÀt und Glide.
Der Schalter Osc Key Tracking (de-)aktiviert das Oszillator-Key-Tracking. Wenn aktiviert, folgt der Oszillator der Tonhöhe jeder eingehenden MIDI-Note. Andernfalls gibt der Oszillator die Tonhöhe C3 fĂŒr alle eingehenden MIDI-Noten wieder, oder bei aktiviertem Skala-Modus den Grundton der Skala in der C3-Oktave. Das ist nĂŒtzlich z.B. fĂŒr Drones oder perkussive KlĂ€nge.
Ist der Schalter Phase-Reset aktiviert, wird die Phase des Oszillators mit jeder neuen Note auf denselben Wert zurĂŒckgesetzt. Bei aktiviertem Phase Reset wird auch der Schalter Phase Spread zugĂ€nglich. Bei eingeschaltetem Phase Spread wird die Startphase des Oszillators entsprechend der Spread-Modulationsquelle in der Modulationsmatrix gespreizt. Ist Phase Spread deaktiviert, wird die Startphase auf null gesetzt.
Im Bereich Scale Awareness gibt es zwei Schalter: Oscillator Scale Awareness und Filter Scale Awareness.
Ist Oscillator Scale Awareness aktiviert, folgen die Tonhöhen skalensensibler Oszillatortypen der Tonleiter. Die folgenden mit (ââŻ) markierten Oszillatortypen sind skalenensibel: Dual Basic Shapes, Swarm Sine, Swarm Triangle, Swarm Saw, Swarm Square und Chip.
Ist Filter Scale Awareness aktiviert, folgen auch die Resonanzfrequenzen skalensensibler Filtertypen der Tonleiter. Die folgenden mit (ââŻ) markierten Filtertypen sind skalensensibel: Plate Resonator und Membrane Resonator.
Der Bereich Glide verfĂŒgt ĂŒber die beiden Glide-Modi Portamento (Porta) und Glissando (Gliss) sowie eine Regelung der Glide-Zeit.
Der Regler Glide Time bestimmt die Zeit, in der sich ĂŒberlappende Noten von einer Tonhöhe zur nĂ€chsten gleiten. Glide funktioniert sowohl im Mono- als auch im Poly-Modus.
Ist Portamento aktiviert und wird eine Note gespielt, wÀhrend eine andere gehalten wird, gleitet die Tonhöhe der ersten Note allmÀhlich zur Tonhöhe der zweiten. Ist Glissando aktiviert und wird eine Note gespielt, wÀhrend eine andere gehalten wird, steigt oder fÀllt die Tonhöhe der ersten Note stufenweise zur Tonhöhe der zweiten. Bei aktivierter Skalen-SensibilitÀt erfolgen diese Glissando-Stufen in Skalengraden. Der Effekt von Portamento und Glissando ist nur zu hören, wenn Glide Time auf einen Wert höher als Null eingestellt ist.
30.8.9 Filter

Beide Engines von Meld verfĂŒgen ĂŒber eigene Filter, A und B, die sich unabhĂ€ngig ĂŒber die entsprechenden Buttons ein- oder ausschalten lassen.
Der Regler Filter-Frequenz bestimmt den Arbeitspunkt des Filters.
Im Dropdown-MenĂŒ Filtertyp lassen sich 17 verschiedene Filtermodelle auswĂ€hlen. Jedes Filter hat zwei Makro-Regler, deren Funktion vom ausgewĂ€hlten Filtertyp abhĂ€ngt.
Die gebrĂ€uchlichsten Makro-Regler von Melds Filtern sind Q und Drive. Q steuert, wie stark die Frequenzen um die Cutoff-Frequenz des Filters herum betont werden. Drive fĂ€hrt das Eingangssignal vor dem Filter in die SĂ€ttigung, was sich gut fĂŒr Verzerrungen eignet.
Die Typen SVF 12dB und 24dB sind State-Variable-Filter. Der Makro-Regler L-B-H-N durchfÀhrt die vier möglichen Konfigurationen dieses Filters: Tiefpass, Bandpass, Hochpass und Notch (Bandsperre).
Die MS2-Filter sind nach dem Sallen-Key-Design eines berĂŒhmten, semi-modularen Monosynths aus Japan modelliert, mit sanftem Clipping zur Begrenzung der Resonanz. Sie sind in Meld als Tief- und Hochpass verfĂŒgbar.
Der OSR-Typ ist dem State-Variable-Filter eines seltenen britischen Monosynths nachgebildet, mit einzigartigem, harten Dioden-Clipping zur Begrenzung der Resonanz. Er steht in Meld als Bandpass zur VerfĂŒgung.
LP Crunch 12dB ist ein Dual-Modus-Tiefpassfilter mit internem Verzerrungs-Feedback.
LP Switched Res bildet Tiefpassfilter mit schnellen Schaltern anstelle von WiderstÀnden nach, wodurch Downsampling-Artefakte erzeugt werden. Der Makro-Regler Lofi stellt die Frequenz der Filter-WiderstÀnde ein. Bei hohen Werten produziert das Filter zunehmend zerstörte KlÀnge. Bei niedrigen Werten arbeitet das Filter weicher.
Filther ist einem Tiefpassfilter nachempfunden, das das Signal am Eingang und Ausgang verzerrt. FĂŒrs Eingangssignal kommt ein harter Dioden-Clipper zum Einsatz, am Ausgangssignal weiche SĂ€ttigung.
Die Typen Eq Peak und Eq Notch sind Peak- und Notch-Filter, die das Signal verstÀrken und verbreitern. Der Makro-Regler Boost im Eq-Peak-Filter verstÀrkt Frequenzen um die Cutoff-Frequenz herum. Der Makro-Regler Cut im Eq-Notch-Filter schwÀcht Frequenzen um die Cutoff-Frequenz herum ab.
Der Typ Phaser ist ein sechsstufiger, verzögerungsfreier Phaser mit invertierter RĂŒckkopplung und variablem Feedback- und Kerbenabstand. Der Makro-Regler Feedback bestimmt, wie stark das Ausgangssignal an den Eingang des Phaser-Filters rĂŒckgekoppelt wird. Der Makro-Regler Spread bestimmt, in welchem Abstand die Kerben im Frequenzspektrum rund um die Center-Frequenz verteilt sind.
Der Typ Redux ist ein Resampler und Bitcrusher mit variabler Sampling-Frequenz, Quantisierung und einstellbarer IntensitÀt der erzeugten Resampling-Artefakte. Der Makro-Regler Crush steuert die Bit-Tiefe des Filterausgangs. Der Makro-Regler Lofi stellt einen Mix aus der gefilterten, Abtastraten-reduzierten Version des Signals und den ungefilterten Downsampling-Artefakten von Redux her.
Vowel ist ein Formant-Filter, das die Eigenschaften von Vokalen bei der Aussprache nachahmt, in verschiedenen Konfigurationen, die mit dem Makro-Regler Morph durchfahren werden können.
Bei Comb + und Comb - handelt es sich um Feedforward- und Feedback-Filter. Der Makro-Regler Feedback bestimmt, wie stark das verzögerte Feedforward oder Feedback vom Filterausgang zum Eingang rĂŒckgefĂŒhrt wird. Der Regler Damp steuert ein Tiefpassfilter am Filterausgang, um hohe Frequenzen abzuschwĂ€chen.
Der Filtertyp Plate Resonator bearbeitet das Eingangssignal mit einem Satz modaler Resonatoren, entsprechend der ersten 32 Moden einer rechteckigen Platte. GröĂe, Resonanz und SeitenverhĂ€ltnis der Platte lassen sich mit den Makro-Reglern einstellen. Ist die SkalensensibilitĂ€t des Filters aktiviert, folgen seine Resonanzfrequenzen der Tonleiter.
Der Filtertyp Membrane Resonator bearbeitet das Eingangssignal mit einem Satz modaler Resonatoren, entsprechend der ersten 32 Moden einer runden Membran. GröĂe, Resonanz und HöhenbedĂ€mpfung der Membran lassen sich mit den Makro-Reglern einstellen. Ist die SkalensensibilitĂ€t des Filters aktiviert, folgen seine Resonanzfrequenzen der Tonleiter.
30.8.10 Mixer-Bereich

Jede Meld-Engine hat Regler fĂŒr LautstĂ€rke und Panorama, sowie ein dediziertes Tone-Filter, das sich in Melds Mix-Sektion befindet. Der Volume-Regler bestimmt die AusgangslautstĂ€rke der Engine und der Pan-Regler die Position im Stereo-Abbild.
Melds Tone-Filter verhÀlt sich wie ein kombiniertes Hoch- und Tiefpassfilter. Bei positiven Werten schwÀcht es tiefe Frequenzen der Engine ab. Bei negativen Werten schwÀcht es hohe Frequenzen der Engine ab.
Melds eingebauter Limiter wird mit dem entsprechenden Button aktiviert. Wenn aktiviert, arbeitet der Limiter individuell pro Stimme und ist nach der Mischung beider Engines und dem globalen Drive geschaltet. Das erleichtert die Kontrolle von Melds Ausgangspegel, wenn beide Engines genutzt werden.
30.8.11 Globale Parameter

Melds globale Parameter beeinflussen den gesamten Klang und das Verhalten des Instruments.
Melds Schalter Mono/Poly wechselt zwischen monophoner und polyphoner Tonausgabe.
Ist Mono aktiviert, lĂ€sst sich Legato ein- oder ausschalten. Ist Legato aktiviert und wird beim DrĂŒcken einer neuen Taste bereits eine Note gehalten, dann ĂŒbernimmt die neue Note die HĂŒllkurve der alten an deren aktueller Position. Ist Legato deaktiviert, löst jede neu gespielte Note ihre eigene HĂŒllkurve von Beginn aus.
Ist Poly aktiviert, lĂ€sst sich per Dropdown-MenĂŒ die Anzahl der von Meld verwendbaren Stimmen festlegen, von 2 bis 12.
Der Spread-Regler stellt den Wertebereich der Spread-Modulationsquelle in Melds Modulations-Matrix ein. Ist im Bedienfeld Stacked Voices eine Stimmenzahl angegeben, erzeugt Spread einen Versatz zwischen jeder geschichteten Stimme. Steht Stacked Voices auf Off, erzeugt Spread eine Spanne unterschiedlicher Werte fĂŒr jede Stimme eines gehaltenen Akkords. Der Spread-Parameter hat keine Auswirkungen, wenn er keinem Ziel in der Modulations-Matrix zugewiesen ist.
Im Dropdown-MenĂŒ Stacked Voices wird die Anzahl geschichteter Stimmen pro Note eingestellt. Geschichtete Stimmen duplizieren beide Engines fĂŒr jede Note (einschlieĂlich Filter, Modulation und Mixer-Einstellungen) und verursachen u.U. hohe CPU-Last.
Der Regler Mixer Drive bestimmt, wie stark Melds Ausgangssignal in die SĂ€ttigung gefahren wird. Drive wird individuell pro Stimme angewendet, nach der Mischung und vor dem Limiter.
Der Volume-Regler stellt Melds Ausgangspegel ein.
Der Button Aktuelle Skala verwenden lÀsst Meld dem Skala-Modus von Live folgen. Wenn aktiviert, folgen Melds Oszillatoren der aktuellen Tonleiter von Live, sodass alle Transpositionen (inklusive dem Modulationsziel Pitch Quant in der Modulations-Matrix) in Skalengraden statt Halbtönen erfolgen.
30.9 Operator

Operator ist ein leistungsfĂ€higer und flexibler Synthesizer, der das Prinzip der "Frequenzmodulation" (FM) mit klassischer subtraktiver und additiver Synthese verbindet. Er nutzt vier Oszillatoren mit mehreren Wellenformen, die sich gegenseitig frequenzmodulieren und mit nur wenigen Klangerzeugungs-Elementen sehr komplexe Spektren erzeugen können. Operator hat einen Filterbereich, einen LFO und einige globale Parameter, sowie unabhĂ€ngige HĂŒllkurven fĂŒr Oszillatoren, Filter, LFO und Tonhöhe.
30.9.1 Allgemeiner Ăberblick
Die OberflĂ€che von Operator besteht aus zwei Teilen: der Anzeige und der Shell, die die Anzeige auf beiden Seiten umgibt. Diese Shell zeigt die wichtigsten Parameter auf einen Blick und ist in acht Bereiche unterteilt. Auf der linken Seite sind die vier Oszillatoren zu sehen, auf der rechten Seite, von oben nach unten, der LFO, der Filterbereich, die Tonhöhen-Parameter und die globalen Parameter. Sobald Sie einen der Parameter in der Shell verĂ€ndern, zeigt das Display in der Mitte automatisch die Details des betreffenden Abschnitts. Wenn Sie Ihre eigenen Sounds erzeugen, können Sie zum Beispiel zuerst bequem die LautstĂ€rken und Frequenzen aller Oszillatoren in der Shell und dann die HĂŒllkurve, die Wellenform und die anderen Parameter jedes einzelnen Oszillators in seinem Display einstellen.
Operator kann mit dem kleinen dreieckigen Schalter in seiner oberen linken Ecke eingeklappt werden. Das spart Platz, wenn Sie keinen Zugriff auf die Details im Display benötigen.

Jeder von Operators Oszillatoren kann sein Signal entweder direkt ausgeben oder zum Modulieren eines anderen Oszillators verwenden. Operator bietet elf vorgegebene Algorithmen, die bestimmen, wie die Oszillatoren verschaltet sind. Ein Algorithmus wird ausgewĂ€hlt, indem auf eines der Struktur-Symbole in der globalen Anzeige geklickt wird. Diese Anzeige erscheint, wenn der Global-Bereich unten rechts in der Shell gewĂ€hlt wird. Das Signal flieĂt in den Algorithmus-Symbolen von oben nach unten durch die dargestellten Oszillatoren. Auch der Algorithmus-Wahlschalter kann einem MIDI-Controller zugeordnet, automatisiert oder in Echtzeit moduliert werden, so wie jeder andere Parameter.

Ăblicherweise nutzt die FM-Synthese fĂŒr die Klangerzeugung reine Sinus-Schwingungen, aus denen dann durch Modulation komplexe Wellenformen entstehen. Um das Sound-Design jedoch zu vereinfachen und die Bandbreite möglicher KlĂ€nge zu vergröĂern, haben wir Operator so ausgelegt, dass er auch eine Vielzahl anderer Wellenformen, sowie zwei verschiedene Arten von Rauschen erzeugen kann. ZusĂ€tzlich können Sie mit einem Teilton-Editor auch eigene Wellenformen zeichnen. VervollstĂ€ndigt wird das Instrument durch einen LFO, eine Tonhöhen-HĂŒllkurve und eine Filterabteilung. Beachten Sie, dass viele "klassische" FM-Synthesizer fantastische Sounds ganz ohne Filter erzeugen, darum empfehlen wir, die Möglichkeiten der FM-Synthese zuerst ohne Filter zu erforschen und es bei Bedarf dann spĂ€ter hinzuzufĂŒgen.
Operator wird Sie bei Laune halten, wenn Sie tiefer in die Sound-Design-Möglichkeiten eintauchen wollen! Und wer das Universum komplett zerlegen und wieder neu zusammensetzen will, sollte unbedingt ausprobieren, Operators Parameter mit Clip-HĂŒllkurven oder der Spur-Automation zu modulieren.
30.9.2 Der Oszillator-Bereich

30.9.2.1 Preset-Wellenformen
Die Oszillatoren sind mit einer Reihe Standard-Wellenformen ausgestattet -- Sinus (sine), SĂ€gezahn (saw), Rechteck (pulse), Dreieck (triangle) und Rauschen (noise) --, die mit dem Wave-Wahlschalter in der jeweiligen Oszillator-Anzeige gewĂ€hlt werden können. Die erste dieser Wellenformen ist eine reine, mathematische Sinusschwingung, die ĂŒblicherweise die erste Wahl fĂŒr viele FM-KlĂ€nge ist. Wir haben auch die Wellenformen "Sine 4 Bit" und "Sine 8 Bit" hinzugefĂŒgt um den Retro-Sound zu ermöglichen, der von C64-Fans verehrt wird, sowie die Digital-Wellenformen "Saw D" und "Square D", die sich besonders gut fĂŒr digitale Bass-Sounds eignen. Die Rechteck-, Dreieck- und SĂ€gezahnwellenformen sind resynthetisierte AnnĂ€herungen an die Idealform. Die im dargestellten Namen sichtbaren Nummern (z.B. "Square 6") geben an, wieviele Obertöne fĂŒr die Resynthese verwendet werden. Wellenformen mit kleineren Zahlenwerten klingen gedĂ€mpfter und erzeugen weniger Aliasing, vor allem, wenn sie mit hohen Pitch-Werten eingesetzt werden. Ferner sind zwei Noise-Wellenformen integriert. Die erste, "Noise Looped", ist ein gelooptes Sample mit Rauschen. FĂŒr echtes Zufallsrauschen können Sie "Noise White" wĂ€hlen.
30.9.2.2 User-Wellenformen
Der Eintrag "User" beim Wave-Wahlschalter ermöglicht Ihnen Ihre eigenen Wellenformen zu erzeugen, indem Sie die Amplituden der einzelnen harmonischen Teiltöne des Oszillators einzeichnen. Auch Preset-Wellenformen können als Ausgangsmaterial gewĂ€hlt und dann auf die gleiche Weise bearbeitet werden. Das kleine Display neben dem Wellenform-MenĂŒ zeigt die resultierende Wellenform in Echtzeit an.
Wenn Sie mit der Maus ĂŒber die Teilton-Anzeige fĂŒr den Oszillator gehen, Ă€ndert sich der Cursor zum Bleistift. Das Zeichnen in diesen Anzeigebereich hebt oder senkt dann die Amplituden der harmonischen Teiltöne. Beim Ăndern der Amplituden zeigt der Statusbalken die Anzahl der sich Ă€ndernden Teiltöne und deren Amplitude. Bei gehaltener Taste Shift werden horizontale Mausbewegungen ignoriert. Auf diese Weise lĂ€sst sich die Amplitude einzelner Teiltöne gezielt Ă€ndern.
Mit dem Schalter rechts von der Anzeige können Sie wĂ€hlen, ob Sie jeweils die ersten 16, 32 oder 64 Teiltöne bearbeiten möchten. Basierend auf den Einstellungen des "Repeat"-Wahlschalters, können höher liegende Teiltöne durch Wiederholung der gezeichneten Teiltöne nach oben hin mit allmĂ€hlich leiser werdendem Pegel (Fade-Out) erzeugt werden. sInfoTextLeaveHotSwap = âKlicken Sie hier, um den Hot-Swap-Modus zu beenden.â; Steht Repeat auf "Off" werden Teiltöne, die ĂŒber dem 16., 32. oder 64. liegen, abgeschnitten.
Ăber die Optionen im KontextmenĂŒ der Teilton-Anzeige lassen sich nur gerade bzw. ungerade Teiltöne editieren. StandardmĂ€Ăig steht der Wert auf "All". Das KontextmenĂŒ bietet darĂŒberhinaus noch eine Option fĂŒr das Umschalten der "Normalize"-Funktion. Wenn die Funktion aktiviert ist, bleibt der Gesamtausgangspegel des Oszillators konstant, wĂ€hrend Sie zusĂ€tzliche Teiltöne einzeichnen. Ist sie deaktiviert, erhöhen zusĂ€tzliche Teiltöne auch den Ausgangspegel. Beachten Sie, dass die LautstĂ€rke extrem ansteigen kann, wenn Normalize deaktiviert ist.
Die Wellenform kann mit der entsprechenden KontextmenĂŒ-Option im Format .ams in den Ordner Samples/Waveforms der User-Library exportiert werden. Ams-Dateien können auch wieder zurĂŒck in Operator importiert werden, indem sie aus dem Browser auf den Anzeigebereich eines Oszillators gezogen werden. Ams-Dateien lassen sich auch in Simpler oder Sampler einladen.
Sowohl Preset- als auch User-Wellenformen können per KontextmenĂŒ von einem Oszillator kopiert und auf den anderen ĂŒbertragen werden.
30.9.2.3 Weitere Parameter der Oszillatoren
Die Frequenz eines Oszillators kann in der Shell mit seinen Parametern fĂŒr die Grob- und Feinstimmung eingestellt werden. Die Frequenz eines Oszillators folgt ĂŒblicherweise den gespielten Noten, aber fĂŒr manche KlĂ€nge kann es nĂŒtzlich sein, einen oder mehrere Oszillatoren auf fixe Frequenzen zu stellen. Dies kann getrennt fĂŒr jeden Oszillator durch Aktivieren seiner Fixed-Option geschehen. So lassen sich KlĂ€nge erzeugen, bei denen sich nur die Klangfarbe beim Spielen anderer Noten Ă€ndert, nicht jedoch die Tonhöhe. Der Modus mit fixer Tonhöhe ist beispielsweise beim Erzeugen von Drum-Sounds nĂŒtzlich. Er eignet sich auch zum Erzeugen sehr niedriger Frequenzen bis hinunter zu 0.1 Hz. Beachten Sie, dass bei aktiviertem Fixed-Modus die Frequenz des Oszillators in der Shell mit den Parametern fĂŒr die Frequenz (Freq) und einen Multiplikator (Multi) gewĂ€hlt wird.
Operator besitzt fĂŒr jeden Oszillator einen speziellen Parameter Osc < Vel, der das Beeinflussen der Frequenz durch die Anschlagsgeschwindigkeit erlaubt. Diese Funktion kann bei der Arbeit mit gesequenzten KlĂ€ngen sehr nĂŒtzlich sein, wo man die Velocity jeder Note mit Sorgfalt einstellen kann. Ein Teil dieser Funktion ist der benachbarte Q (Quantize)-Schalter. Ist er aktiviert, verĂ€ndert sich die Frequenz nur in ganzen Zahlen, also genau wie beim Drehen am Regler fĂŒr die Grobstimmung. Ist die Quantisierung nicht aktiv, wird die Frequenz unquantisiert verschoben, was zu Verstimmungen und unharmonischen KlĂ€ngen fĂŒhren kann (und möglicherweise genau das ist, was Sie wollen...).
Die Amplitude eines Oszillators hĂ€ngt von dem in der Shell eingestellten Pegel fĂŒr ihn (mit dem Level-Regler) und von seiner HĂŒllkurve ab, die angezeigt wird und geĂ€ndert werden kann, sobald die Envelope-Anzeige sichtbar ist. HĂŒllkurven lassen sich auch abhĂ€ngig von der Noten-Anschlagsgeschwindigkeit (Velocity) und Notenhöhe (Note Pitch) mit den "Vel" und "Key"-Parametern steuern, auf die im HĂŒllkurven-Bereich der Anzeige fĂŒr den jeweiligen Oszillator zugegriffen werden kann.
Die Phase jedes Oszillators kann mit dem Phase-Parameter in seinem Display justiert werden. Bei aktivierter R-Taste (Retrigger) startet die Wellenform an der gleichen Stelle in seiner Phase neu, jedes Mal, wenn eine Note getriggert wird. Ist R deaktiviert, lÀuft der Oszillator unabhÀngig.
Wie weiter oben erlÀutert, können Oszillatoren andere Oszillatoren modulieren, wenn der im Global-Display gewÀhlte Algorithmus das vorsieht. Wenn ein Oszillator einen anderen moduliert, bestimmen im Wesentlichen zwei Dinge das Ergebnis: die Amplitude des modulierenden Oszillators und das FrequenzverhÀltnis der beiden Oszillatoren. Jeder Oszillator, der nicht von einem anderen Oszillator moduliert wird, kann sich auch selbst modulieren.
30.9.2.4 Aliasing
Aliasing-Verzerrungen sind ein ĂŒblicher Nebeneffekt bei digitaler Synthese und resultieren aus der begrenzten Samplingrate und PrĂ€zision digitaler Systeme. Meist treten Sie bei hohen Frequenzen auf. Bei FM-Synthese ist das Auftreten von Aliasing besonders wahrscheinlich, da man sehr leicht KlĂ€nge mit vielen hohen Obertönen erzeugen kann. Das bedeutet auch, dass komplexe Oszillator-Wellenformen wie beispielsweise "Saw 32" leichter zu Aliasing fĂŒhren als pure Sinuswellen. Aliasing hat zwei Gesichter: Etwas davon kann genau richtig fĂŒr einen gelungenen Sound sein, etwas zu viel davon kann einen Sound jedoch unspielbar machen, nĂ€mlich dann, wenn die Wahrnehmung der Tonhöhe verloren geht, weil hohe Noten plötzlich in eine beliebige Tonhöhe gefaltet werden. Operator minimiert Aliasing durch den Einsatz eines hochwertigen Antialiasing-Modus. Dieser ist bei neu erstellten KlĂ€ngen standardmĂ€Ăig aktiviert, kann jedoch im Global-Bereich auf Wunsch auch wieder deaktiviert werden. Der Tone-Parameter im Globalbereich erlaubt das Kontrollieren von Aliasing. Seine Wirkung erinnert manchmal an ein Tiefpass-Filter, hĂ€ngt aber von der Natur des jeweiligen Sounds ab und kann nicht generell vorhergesagt werden. Wenn Sie sich mit dem Klang von Aliasing vertraut machen wollen, drehen Sie Tone ganz auf und spielen Sie ein paar sehr hohe Noten. Sie werden sicher bemerken, dass einige Noten ganz anders als andere klingen. Wenn Sie dann Tone reduzieren, nimmt dieser Effekt ab, allerdings wird auch der Klang dadurch dumpfer.
30.9.3 Die LFO-Seite

Der LFO in Operator ist praktisch ein fĂŒnfter Oszillator. Er kann im Audio-Frequenzbereich arbeiten und die Frequenz der anderen Oszillatoren modulieren. Es ist möglich, die LFO-Modulation fĂŒr jeden einzelnen Oszillator (und das Filter) unabhĂ€ngig ein- oder auszuschalten, mit den "Dest A"-Schaltern in der LFO-Anzeige-. Die StĂ€rke, mit der der LFO diese Ziele moduliert, kann mit dem Dest. A-Regler eingestellt werden. Der LFO lĂ€sst sich auch vollstĂ€ndig abschalten, wenn er nicht benötigt wird.
Der "Dest. B"-Wahlschalter ermöglicht dem LFO einen zusÀtzlichen Parameter zu modulieren. Die StÀrke dieser Modulation wird von dem Dest. B-Regler bestimmt.
Der LFO bietet eine Auswahl klassischer LFO-Wellenformen, Sample und Hold (S&H), sowie Noise. Sample und Hold gibt Zufallswerte im Takt der LFO-Frequenz aus und erzeugt so zufĂ€llige Treppenmuster, die nĂŒtzlich beim Erzeugen typischer retro-futuristischer Sci-Fi-Sounds sind. Bei der Noise-Wellenform handelt es sich um Bandpass-gefiltertes Rauschen.
Tipp: Tipp: FM-Synthese kann fĂŒr fantastische Percussion-Sounds benutzt werden, und das Verwenden des LFO mit der Noise-Wellenform ist der SchlĂŒssel zu guten Hi-Hat- und Snare-Sounds.
Die Frequenz des LFOs wird mit dem "LFO Rate"-Parameter in der Shell bestimmt, sowie der "Low (L)/High (H)/Sync (S)"-Einstellung des benachbarten "LFO Range"-Wahlschalters. Sie kann der gespielten Note folgen, auf einen festen Wert oder auf irgendetwas dazwischen gestellt werden. ZustĂ€ndig dafĂŒr ist der Parameter Rate < Key im LFO-Display. Ist der R-(Retrigger)-Schalter aktiviert, startet der LFO an der selben Position in seiner Phase neu, jedes Mal, wenn eine Note getriggert wird. Ist R deaktiviert, lĂ€uft der LFO unabhĂ€ngig.
Die Gesamt-IntensitĂ€t des LFOs wird mit dem LFO-Amount-Regler in der Shell eingestellt. Dieser Parameter skaliert die beiden Dest. A- und B-StĂ€rken und kann von der Anschlagsgeschwindigkeit mit dem Amt < Vel-Parameter des Displays moduliert werden. Die IntensitĂ€t des LFOs wird auĂerdem von seiner HĂŒllkurve beeinflusst.
30.9.4 Envelopes

Operator hat sieben HĂŒllkurven: eine fĂŒr jeden Oszillator, eine fĂŒr das Filter, eine fĂŒr die Tonhöhe und eine fĂŒr den LFO. Alle HĂŒllkurven bieten einige besondere Looping-Modi. Die Filter- und Pitch-HĂŒllkurve haben auĂerdem einstellbare Kurvensegmente.
Jede Oszillator-HĂŒllkurve wird von sechs Parametern bestimmt: drei Rate- und drei Level-Parametern. Rate bestimmt die Dauer, um von einem Level zum nĂ€chsten zu gelangen. Ein typischer Pad-Sound beispielsweise startet bei einem Start-Wert von â-inf dBâ (was Stille entspricht), bewegt sich gemÀà der Attack-Rate zum Peak-Wert, weiter mit der Decay-Rate zum Sustain-Wert und von dort fĂ€llt er nach dem Note-Off mit der Release-Rate zurĂŒck auf â-inf dBâ. Operators Display bietet einen guten Ăberblick ĂŒber die tatsĂ€chliche Form aller erdenklichen HĂŒllkurven und lĂ€sst dich die Kurve direkt durch Anklicken und Ziehen der StĂŒtzpunkte einstellen. Die StĂŒtzpunkte bleiben nach dem Loslassen der Maus in der Auswahl und können ggfs. mit den Pfeiltasten der Tastatur eingestellt werden.
HĂŒllkurven-Einstellungen können innerhalb von Operator mit dem KontextmenĂŒ der HĂŒllkurven-Anzeige von einem Oszillator zum anderen kopiert werden.
Wie oben beschrieben, besitzen die Filter- und die Pitch-HĂŒllkurve auch einstellbare Kurvensegmente. Per Klick auf das Diamant-Symbol zwischen den StĂŒtzpunkten lĂ€sst sich der Kurvenverlauf der HĂŒllkurven-Segmente justieren. Bei positiven Slope-Werten bewegt sich die HĂŒllkurve zu Beginn schneller und danach langsamer. Bei negativen Slope-Werten bleibt die HĂŒllkurve lĂ€nger flach und bewegt sich dann am Ende des Segments schneller. Ein Slope-Wert von Null erzeugt einen linearen Verlauf; die HĂŒllkurve bewegt sich also im betreffenden Segment mit konstanter Geschwindigkeit.
Mit der FM-Synthese lassen sich spektakulĂ€re und sich endlos entwickelnde Sounds erzeugen; der SchlĂŒssel dazu ist das Loopen von HĂŒllkurven. Der Loop-Modus wird in der linken unteren Ecke des Displays aktiviert. Ist eine HĂŒllkurve von Operator geloopt und erreicht bei noch gehaltener Note den Sustain-Level, dann wird sie neu getriggert. Die Geschwindigkeit dieses Vorgangs wird durch den Parameter Loop Time bestimmt. HĂŒllkurven können im Loop-Modus sehr schnelle Loops erzeugen und damit Effekte erzielen, die man normalerweise nicht von einem HĂŒllkurvengenerator erwarten wĂŒrde.
WĂ€hrend sich der Loop-Modus gut fĂŒr Texturen und experimentelle KlĂ€nge eignet, verfĂŒgt Operator auch ĂŒber Beat- und Sync-Betriebsarten, mit denen sich rhythmische KlĂ€nge einfach erzeugen lassen. Im Beat-Modus startet eine HĂŒllkurve nach dem im Repeat-MenĂŒ gewĂ€hlten Notenwert neu. Die Repeat-Zeiten im Beat-Modus entsprechen Taktteilen bezogen aufs Songtempo, Noten werden jedoch nicht quantisiert. Spielst du eine Note nicht ganz im Rhythmus, wird sie zwar perfekt wiederholt, aber bleibt neben dem Rhythmus. Im Sync-Modus dagegen wird die erste Wiederholung auf die nĂ€chste Sechzehntelnote quantisiert und in der Folge sind auch alle weiteren Wiederholungen synchron zum Song. Der Sync-Modus funktioniert nur bei laufender Wiedergabe und verhĂ€lt sich ansonsten wie der Beats-Modus.
Um die hörbaren Knackser zu vermeiden, die ein Neustart vom Start-Wert aus bewirken wĂŒrde, beginnt eine geloopte HĂŒllkurve von ihrem aktuellen Level aus neu und geht dann mit der Attack-Rate zum Peak-Level.
Es gibt auch einen sog. Trigger-Modus, der sich ideal fĂŒr die Verwendung mit perkussiven KlĂ€ngen eignet. In diesem Modus werden Note-Off-Befehle ignoriert. Das heiĂt, die LĂ€nge des Klangs ist unabhĂ€ngig davon, wie lange eine Taste gehalten wird.
Die Rates aller HĂŒllkurven von Operator können simultan mit dem Time-Parameter im Global-Bereich der Shell skaliert werden. Beat-Zeitwerte im Beat- und Sync-Modus bleiben dabei vom globalen Time-Parameter unbeeinflusst. Die Rates der HĂŒllkurven können auĂerdem abhĂ€ngig vom Parameter Time < Key im Global-Bereich des Displays durch die Tonhöhe der Noten beeinflusst werden. Die Rates einzelner HĂŒllkurven lassen sich auĂerdem mit dem Parameter Time < Vel durch die Velocity modulieren. Aus diesen Modulationen können zusammen mit den Loop-Funktionen auĂerordentlich komplexe Dinge entstehenâŠ
Die Pitch-HĂŒllkurve kann mit den Buttons A-D und LFO in ihrem Display separat fĂŒr jeden Oszillator und den LFO aktiviert werden. Wie stark die HĂŒllkurve diese Ziele moduliert, kann mit dem Regler Dest. A eingestellt werden. Die HĂŒllkurve lĂ€sst sich insgesamt mit dem Schalter im Pitch-Bereich der Shell ausschalten.
Wie der LFO, kann auch die Pitch-HĂŒllkurve einen zusĂ€tzlichen Parameter modulieren, der mit dem WahlmenĂŒ Dest. B bestimmt wird. Die StĂ€rke dieser Modulation lĂ€sst sich mit dem Regler Amt. B und dem Parameter Pitch Env der Shell einstellen.
Die Pitch- und Filter-HĂŒllkurven besitzen beide zusĂ€tzlich einen sog. End-Parameter, der den Zielwert bestimmt, den die HĂŒllkurve nach dem Loslassen der Taste erreicht. Die Geschwindigkeit dieses HĂŒllkurven-Segments bestimmt die Release-Zeit.
Tipp: Wenn die Pitch-HĂŒllkurve nur auf den LFO angewendet und geloopt wird, fungiert sie als zweiter LFO und moduliert die Geschwindigkeit des ersten LFOs. Da die HĂŒllkurve des LFOs selbst geloopt werden kann, kann sie auch als dritter LFO eingesetzt werden, der die IntensitĂ€t des regulĂ€ren LFOs moduliert!
30.9.5 Filter-Sektion

Operators Filter sind sehr nĂŒtzlich, um die obertonreichen Klangfarben der Oszillatoren zu modifizieren. Und da die Oszillatoren auch die klassischen Wellenformen von Analogsynthesizern erzeugen, kann man sehr einfach einen subtraktiven Synthesizer mit ihnen nachbauen.
Operator bietet eine ganze Reihe verschiedener Filtertypen an, darunter Tiefpass, Hochpass, Bandpass, Notch und ein spezielles Morph-Filter. Jeder Typ lĂ€sst sich zwischen 12 und 24 dB Flankensteilheit umschalten. AuĂerdem kann das Verhalten verschiedener analog-modellierter Schaltungen ausgewĂ€hlt werden, die in Zusammenarbeit mit Cytomic entwickelt wurden und die Filterschaltungen einiger analoger Synthesizerklassiker emulieren.
Die Schaltungsoption Clean bietet ein hochwertiges, CPU-effizientes Design, das auch bei den Filtern von EQ Eight Verwendung findet. Diese Option ist fĂŒr alle Filter-Typen vorhanden.
Die OSR-Schaltungsoption ist ein State-Variable-Typ, bei dem die Resonanz von einer speziellen, hart clippenden Diode begrenzt wird. Diese ist nach Filtern modelliert, die in einem sehr seltenen, britischen Monosynth zu finden sind und ist fĂŒr alle Filtertypen vorhanden.
Die MS2-Schaltung nutzt ein Sallen-Key-Design und Soft Clipping, um die Resonanz zu begrenzen. Sie ist nach Filtern modelliert, die in einem berĂŒhmten, semimodularen Synth aus Japan zu finden sind und steht fĂŒr Tief- und Hochpassfilter zur VerfĂŒgung.
Die SMP-Schaltung ist ein eigenstĂ€ndiges Design ohne bestimmtes Hardware-Vorbild. Es Ă€hnelt der Charakteristik der MS2- und PRD-Schaltungen und ist fĂŒr die Tief- und Hochpass-Filter vorhanden.
Die PRD-Filter nutzen ein Ladder-Design ohne Begrenzung der Resonanz. Die Option ist nach Filtern modelliert, die in einem legendĂ€ren US-Monosynth mit zwei Oszillatoren eingesetzt werden und steht fĂŒr die Tief- und Hochpassfilter zur VerfĂŒgung.
Die wichtigsten Filter-Parameter sind die typischen Synthesizer-Regler Frequenz und Resonanz. Frequenz bestimmt dabei, wo im harmonischen Spektrum das Filter eingreift; Resonanz verstÀrkt die Frequenzen in diesem Bereich.
Werden Tief-, Hoch- oder Bandpassfilter eingesetzt, gibt es fĂŒr jeden Schaltungstyp auĂer Clean einen zusĂ€tzlichen Drive-Parameter, mit dem das Signal vor dem Filtereingang verstĂ€rkt bzw. verzerrt werden kann.
Das Morph-Filter hat einen zusĂ€tzlichen Morph-Regler, mit dem der Filtertyp kontinuierlich von Tiefpass ĂŒber Bandpass und Hochpass zu Notch und zurĂŒck zu Tiefpass durchlaufen werden kann.
Der Morph-Parameter springt mit den jeweiligen KontextmenĂŒ-Optionen des Morph-Reglers direkt zu einer reinen Tiefpass-, Bandpass-, Hochpass- oder Notch-Konfiguration.
Mit den Schaltern Envelope und Filter lĂ€sst sich die Darstellung im Filter-Display zwischen der Filter-HĂŒllkurve und ihrem Frequenzgang umschalten. Die Grenzfrequenz des Filters und seine Resonanz können entweder mit den Reglern der Shell oder im Display durch Ziehen der Frequenzgang-Kurve eingestellt werden. Die Filterfrequenz lĂ€sst sich auch wie folgt modulieren:
- Durch die AnschlagstĂ€rke der Noten, ĂŒber den Regler Freq < Vel im Filter-Display.
- Durch die Tonhöhe der Noten, ĂŒber den Regler Freq < Key im Filter-Display.
- Durch die Filter-HĂŒllkurve, ĂŒber den Envelope-Parameter im Filter-Display.
- Durch den LFO, indem im LFO-Display der Schalter âFILâ unter Dest. A aktiviert oder Dest. B auf Filter Freq gestellt wird.
Im KontextmenĂŒ des Frequenz-Reglers gibt es den Eintrag âTonhöhe folgenâ. Damit wird das Filter optimal fĂŒrs Key-Tracking konfiguriert, indem Freq < Key auf 100% und die Filterfreqenz auf 466 Hz eingestellt wird.
Das Filtersignal kann durch einen Waveshaper geleitet werden, dessen Kurvenform sich mit dem Shaper-Wahlschalter bestimmen lÀsst. Der Regler Shaper Drive (Shp. Drive) verstÀrkt oder verringert den Signalpegel, mit dem der Waveshaper gespeist wird. Das VerhÀltnis zwischen trockenem und bearbeitetem Signal wird mit dem Dry/Wet-Regler eingestellt. Steht dieser auf 0%, werden Shaper und Shaper-Drive-Parameter umgangen.
30.9.6 Globale Parameter

Der Global-Bereich enthĂ€lt Parameter, die das Gesamtverhalten von Operator beeinflussen. DarĂŒberhinaus bietet die Anzeige des Global-Bereichs einen umfangreichen Parametersatz fĂŒr ModulationsverknĂŒpfungen.
Die maximale Anzahl von Operator-Stimmen (Noten), die gleichzeitig erklingen können, wird mit dem Parameter Voices im Global-Display bestimmt. Idealerweise wĂŒrde man diese Einstellung immer hoch genug wĂ€hlen, um jegliches Abschneiden von Noten im Spielbetrieb zu vermeiden. Zieht man aber die CPU-Belastung in Betracht, so ist eine Einstellung zwischen 6 und 12 ĂŒblicherweise realistischer. Operator unterstĂŒtzt Polyphonie bis zu 32 Stimmen.
Tipp: Manche Sounds sollten naturgemÀà einstimmig erklingen, also jeweils nur eine Note spielen - eine Flöte ist ein gutes Beispiel. Ein gutes Beispiel ist die Flöte. Bei solchen KlĂ€ngen können Sie Voices auf 1 stellen. Bei diesem Wert tritt noch ein anderer Effekt auf: Ăberlappende Stimmen werden legato gespielt, das bedeutet, dass die HĂŒllkurve bei neuen Noten nicht neu getriggert wird und sich nur die Tonhöhe Ă€ndert.
Im Global-Bereich der Shell befindet sich ein Parameter fĂŒr die GesamtlautstĂ€rke des Instruments; ein Pan-Parameter findet sich im Global-Display. Ferner kann Pan durch die Tonhöhe der gespielten Note oder auch durch einen Zufallswert mit den Parametern Pan < Key bzw. Pan < Rnd moduliert werden.
Der mittlere Bereich in der Global-Anzeige ermöglicht Ihnen eine umfangreiche Auswahl interner MIDI-Zuordnungen. Die MIDI-Controller Velocity (Anschlagsgeschwindigkeit), Key (Tonhöhe der Note), Aftertouch, Pitchbend und Mod Wheel (Modulationsrad) können jeweils zwei Zielen zugeordnet werden. Beachte bitte, dass Time < Key und Pitch Bend Range feste Zuordnungen haben, beide Modulationsquellen jedoch noch zu einem zusÀtzlichen Ziel geroutet werden können. NÀhere Informationen zu den vorhandenen Modulationsmöglichkeiten finden sich in der kompletten Parameterliste.
30.9.7 Glide und Spread

Operator ist mit einer polyphonen Glide-Funktion ausgestattet. Wenn sie aktiviert ist, starten Noten mit der Tonhöhe der zuletzt gespielten Noten und gleiten dann nach und nach zu ihrer eigentlichen Tonhöhe. Glide kann ein- oder ausgeschaltet werden; die Glide-Zeit kann im Pitch-Display eingestellt werden.
Simpler bietet auch einen speziellen Spread-Parameter, der einen vollen Stereo-Chorus-Sound erzeugt, indem er zwei Stimmen pro Note verwendet und eine nach links und die andere nach rechts pannt. Die beiden Stimmen werden gegeneinander verstimmt, wobei der Grad der Verstimmung mit dem Spread-Parameter regelbar ist.
Ob eine bestimmte Note mit Spread versehen wird, hĂ€ngt von der Einstellung des Parameters zu Notenbeginn ab. Um einen speziellen Effekt zu erzielen, könnten Sie beispielsweise eine Sequenz erzeugen, bei der Spread die meiste Zeit ĂŒber auf 0 und nur bei manchen Noten aufgedreht ist. Diese Noten werden dann in Stereo wiedergegeben, die anderen in Mono. Hinweis: Spread ist ein CPU-intensiver Parameter.
Der Pitch-Bereich enthÀlt auch einen globalen Transpose-Regler.
30.9.8 MaĂnahmen fĂŒr geringere CPU-Last
Deaktivieren Sie nicht benötigte Funktionen und vermindern Sie die Anzahl maximaler Stimmen, wenn Sie die CPU-Last senken wollen. Falls diese ohnehin nicht fĂŒr den Sound benötigt werden, vermindert insbesondere das Deaktivieren von Filter und LFO die CPU-Last.
Um die CPU-Belastung in Grenzen zu halten, werden Sie ĂŒblicherweise auch die Anzahl möglicher Stimmen auf einen Wert zwischen etwa 6 und 12 begrenzen und nur mit Bedacht Gebrauch von der Spread-Funktion machen wollen. Die Interpolation und das Antialiasing können im Global-Display ebenfalls deaktiviert werden, um die CPU-Last zu senken.
Beachten Sie, dass das Deaktivieren der Oszillatoren die CPU-Last nicht senkt.
30.9.9 Zu guter Letzt...
Operator ist das Ergebnis einer langen, intensiven und leidenschaftlichen BeschĂ€ftigung mit der FM-Synthese und alten Hardware-FM-Synthesizern wie dem Yamaha SY77, dem Yamaha TX81Z und dem NED Synclavier II. Die FM-Synthese wurde musikalisch zuerst vom Komponisten und Computermusik-Pionier John Chowning in der Mitte der 1960er-Jahre erforscht. 1973 begannen er und die Stanford UniversitĂ€t eine Kooperation mit Yamaha, die schlieĂlich zu einem der erfolgreichsten kommerziellen Musikinstrumente ĂŒberhaupt gefĂŒhrt hat: dem DX7.
John Chowning verwirklichte einige sehr beeindruckende und schöne MusikstĂŒcke auf der Basis des Synthesekonzepts, das Sie durch Experimentieren mit Operator in Live nun ganz einfach selbst erforschen können!
Wir wĂŒnschen Ihnen sehr viel SpaĂ dabei!
30.9.10 Die komplette Parameter-Liste
In den folgenden Abschnitten wird die Funktion jedes Operator-Parameters erlĂ€utert. Bitte erinnern Sie sich daran, dass Sie auch in Live selbst ErlĂ€uterungen zu Parametern (einschlieĂlich der Operator-Parameter) aufrufen können, indem Sie die Maus ĂŒber das betreffende Bedienelement halten und den Text lesen, der in der Info-Ansicht erscheint. Die Parameter in der folgenden Liste sind nach dem Ort ihres Erscheinens in Operator in verschiedene Abschnitte gruppiert.
30.9.10.1 Shell und Anzeige der globalen Parameter
Time -- Globale Steuerung aller HĂŒllkurvenzeiten.
Tone -- Operator kann Klangfarben mit sehr hohen Frequenzen erzeugen, die manchmal zu Aliasing-Artefakten fĂŒhren. Der Tone-Parameter kontrolliert den Höhenanteil im Klang. Hohe Werte klingen höhenreicher, erzeugen aber auch leichter Aliasing.
Volume -- Bestimmt die GesamtlautstÀrke des Instruments.
Algorithm -- Ein Oszillator kann andere Oszillatoren modulieren, von diesen moduliert werden oder beides. Der Algorithmus bestimmt die Verschaltung der Oszillatoren und hat deswegen einen starken Einfluss auf den erzeugten Klang.
Voices -- Bestimmt die maximale Anzahl der Noten (Stimmen), die gleichzeitig erklingen können. Werden mehr Noten gespielt, als hier Stimmen eingestellt sind, werden die Àltesten Noten zugunsten der neuen abgeschaltet.
Retrigger (R) -- Bestimmt, ob bei Neuanschlagen einer Taste mit gleicher Tonhöhe die verwendete Stimme neu getriggert wird, anstatt eine weitere Stimme zu erzeugen.
Interpolation -- Aktiviert oder deaktiviert den Interpolations-Algorithmus der Oszillatoren und des LFO. Ist die Option deaktiviert, klingen einige KlÀnge rauer, besonders die Noise-Wellenform. Das Deaktivieren spart auch etwas CPU-Leistung.
Antialias -- Aktiviert oder deaktiviert Operators High-Quality-Antialias-Modus, der Verzerrungen in den hohen Frequenzen zu minimieren hilft. Das Deaktivieren spart etwas CPU-Leistung.
Time < Key â Die Geschwindigkeiten aller HĂŒllkurven können durch die Tonhöhe der gespielten Noten beeinflusst werden. Ist der globale Parameter Time < Key auf höhere Werte eingestellt, werden die HĂŒllkurvenzeiten fĂŒr höhere Noten verkĂŒrzt.
Pitch Bend Range (PB Range) -- Bestimmt die IntensitÀt von MIDI-Pitchbend-Befehlen.
Pan -- Bestimmen Sie hiermit das Panorama jeder Note. Dieser Parameter ist besonders als Modulationsziel fĂŒr Clip-HĂŒllkurven nĂŒtzlich.
Pan < Key (Key) â Wenn der Parameter Panorama < Note höhere Werte hat, erklingen tiefere Noten weiter links im Stereobild, höhere weiter rechts. Dies wird typischerweise fĂŒr Piano-Ă€hnliche KlĂ€nge genutzt.
Pan < Random (Rnd) â Bestimmt, wie stark Noten zufĂ€llig zwischen linker und rechter Seite des Stereobilds verteilt werden.
30.9.10.2 Modulationsziele
Diese Modulationsziele sind als MIDI-Routing-Ziele in der Global-Anzeige vorhanden, sowie als Modulationsziele fĂŒr den LFO und die Pitch-HĂŒllkurve.
Off -- Deaktiviert das Modulations-Routing fĂŒr den jeweiligen Controller.
OSC Volume A-D -- Moduliert die LautstÀrke des gewÀhlten Oszillators.
OSC Crossfade A/C -- Moduliert eine LautstÀrkenblende zwischen den Oszillatoren A und C, basierend auf dem Parameterwert der Modulationsquelle.
OSC Crossfade B/D -- Moduliert eine LautstÀrkenblende zwischen den Oszillatoren B und D, basierend auf dem Parameterwert der Modulationsquelle.
OSC Feedback -- Moduliert die Feedback-StĂ€rke fĂŒr alle Oszillatoren. Beachten Sie, dass Feedback nur auf die Oszillatoren angewendet wird, die nicht von anderen Oszillatoren moduliert werden.
OSC Fixed Frequency -- Moduliert die Tonhöhe aller Oszillatoren im Fixed-Frequency-Modus.
FM Drive -- Moduliert die LautstÀrke aller Oszillatoren, die andere Oszillatoren modulieren und Àndert somit die Klangfarbe.
Filter Frequency -- Moduliert die Grenzfrequenz des Filters.
Filter Q (Legacy) â Moduliert die Resonanz des Filters, wenn die alten Legacy-Filtertypen eingesetzt werden.
Filter Res â Moduliert die Filter-Resonanz, wenn die aktualisierten neuen Filter-Typen verwendet werden.
Filter Morph â Moduliert die Position im Morph-Zyklus des Filters (nur beim Morph-Filtertyp.)
Filter Drive â Moduliert die StĂ€rke von Drive (wirkt nicht, wenn Morph gewĂ€hlt ist.)
Filter Envelope Amount â Moduliert die IntensitĂ€t der Filter-HĂŒllkurve.
Shaper Drive -- Moduliert die Pegelanhebung, die auf den Waveshaper des Filters angewendet wird.
LFO Rate -- Moduliert die Geschwindigkeit (Frequenz) des LFOs.
LFO Amount -- Moduliert die IntensitÀt des LFOs.
Pitch Envelope Amount -- Moduliert die StĂ€rke der Tonhöhen-HĂŒllkurve.
Volume -- Moduliert die Gesamt-LautstÀrke von Operator.
Panorama -- Moduliert die Stereoposition von Operators Ausgangssignal.
Tone -- Moduliert den globalen Tone-Parameter.
Time -- Moduliert den globalen Parameter fĂŒr alle HĂŒllkurvenzeiten.
30.9.10.3 SĂ€ttigung und HĂŒllkurve
Pitch Envelope On -- Schaltet die Pitch-HĂŒllkurve ein oder aus. Das Ausschalten der nicht benutzten HĂŒllkurve vermindert die CPU-Last etwas.
Pitch Envelope Amount (Pitch Env) -- Bestimmt die Gesamt-IntensitĂ€t der Pitch-HĂŒllkurve. Ein Wert von 100% bedeutet, dass die Tonhöhenverschiebungen genau durch die Levels der Pitch-HĂŒllkurve definiert werden. Ein Wert von -100% invertiert die Vorzeichen der Levels und damit die Richtung der Tonhöhenverschiebung.
Spread -- Wird Spread aufgedreht, verwendet der Synthesizer zwei gegeneinander verstimmte Stimmen pro Note, von denen die eine links, die andere rechts im Stereobild platziert wird. Spread ist ein CPU-intensiver Effekt.
Transpose -- Dies ist der Parameter fĂŒr die globale Transponierung des Instruments. Das Ăndern der Einstellung betrifft auch die bereits erklingenden Noten.
Pitch Envelope Rates < Velocity (Time < Vel) â Dieser Parameter existiert bei den HĂŒllkurven fĂŒr Filter, Pitch, LFO und Volume. Er wird deshalb im Abschnitt ĂŒber die HĂŒllkurven erlĂ€utert.
Glide (G) -- Wenn Glide aktiv ist, gleiten Noten von der zuletzt gespielten zu der neu gespielten Tonhöhe. Beachten Sie, dass in diesem Fall bei legato gespielten Noten alle HĂŒllkurven nicht erneut getriggert werden.
Glide Time (Time) -- Stellt die Zeit ein, die eine Note braucht, um bei aktivem Glide von der Tonhöhe der zuletzt gespielten Note zu der finalen neuen Tonhöhe zu gleiten. Bei deaktiviertem Glide hat dieser Parameter keinen Effekt.
Pitch Envelope to Osc (Destination A-D) -- Mit diesen Schaltern kann bestimmt werden, bei welchen Oszillatoren die Pitch-HĂŒllkurve die Frequenz beeinflussen soll.
Pitch Envelope to LFO (Destination LFO) -- Ist dieser Schalter an, beeinflusst die Pitch-HĂŒllkurve die Frequenz des LFOs.
Pitch Envelope Amount A -- Bestimmt die StĂ€rke, mit der die Pitch-HĂŒllkurve die Oszillatoren und den LFO moduliert.
Pitch Envelope Destination B -- Legt das zweite Modulationsziel fĂŒr die Pitch-HĂŒllkurve fest.
Pitch Envelope Amount B -- Bestimmt die ModulationsstĂ€rke der Pitch-HĂŒllkurve beim zweiten Ziel.
30.9.10.4 Shell und Display des Filters
Filter On -- Schaltet das Filter ein oder aus. Das Ausschalten des nicht benutzten Filters vermindert die CPU-Last.
Filter Type â Diese MenĂŒ wĂ€hlt zwischen Tiefpass, Hochpass, Bandpass, Notch und Morph-Filter.
Circuit Type â Dieses MenĂŒ wĂ€hlt aus verschiedenen Schaltungstypen, die den Charakter klassischer Analog-Synthesizer emulieren.
Filter Frequency (Freq) -- WĂ€hlt den Arbeitspunkt des Filters. Beachten Sie, dass die Frequenz auch von der Modulation durch die Noten-Velocity und die Filter-HĂŒllkurve beeinflusst werden kann.
Filter Resonance (Res) -- Bestimmt die Resonanz im Bereich der Filterfrequenz bei Tiefpass- und Hochpass- sowie die Breite bei Bandpass- und Notchfilter.
Envelope / Filter Switches -- Mit den Schaltern kann zwischen der Darstellung der Filter-HĂŒllkurve und des Filter-Frequenzgangs gewĂ€hlt werden.
Filter Frequency < Velocity (Freq < Vel) â Die Filterfrequenz wird nach MaĂgabe dieser Einstellung durch die Noten-Velocity moduliert.
Filter Frequency < Key (Freq < Key) â Dieser Parameter bewirkt eine Modulation der Filterfrequenz durch die gespielten Noten. Ein Wert von 100% bedeutet, dass sich die Frequenz mit jeder Oktave verdoppelt. Der Angelpunkt fĂŒr diese Funktion ist C3.
Filter Envelope Rates < Velocity (Time < Vel) â Dieser Parameter existiert bei den HĂŒllkurven fĂŒr Filter, Pitch, LFO und Volume. Er wird deshalb in den Abschnitten ĂŒber die HĂŒllkurven erlĂ€utert.
Filter Frequency < Envelope (Envelope) â Die Filterfrequenz wird nach MaĂgabe dieser Einstellung durch die FilterhĂŒllkurve moduliert. Ein Wert von 100% bedeutet, dass die HĂŒllkurve eine maximale Frequenzverschiebung von etwa 9 Oktaven bewirken kann.
Filter Drive (Flt. Drive) â FĂŒgt dem Signal zusĂ€tzlichen Eingangspegel vor der Filterstufe hinzu.
Morph â Bestimmt die Position des Filters in seinem Morph-Zyklus.
Shaper â Dieser Wahlschalter bestimmt die Kurve, mit der der Waveshaper des Filters arbeitet.
Shaper Drive (Shp. Drive â Bestimmt den Pegel (Anhebung/Absenkung) mit dem das Signal in den Waveshaper geleitet wird.
Dry/Wet â Der Parameter bestimmt das VerhĂ€ltnis zwischen dem trockenen und dem vom Waveshaper bearbeiteten Signal.
30.9.10.5 Shell und Display des LFO
LFO On -- Schaltet den LFO (Low Frequency Oscillator) an oder aus. Das Ausschalten des ungenutzten LFOs vermindert die CPU-Last etwas.
LFO Waveform -- LĂ€sst Sie aus mehreren, typischen LFO-Wellenformen wĂ€hlen. Sample und Hold (S&H) erzeugt schrittweise Zufallswerte und Noise liefert durch einen Bandpass gefiltertes Rauschen. Alle Wellenformen sind in ihrer Bandbreite begrenzt, um unerwĂŒnschte Klicks im Audiosignal zu vermeiden.
LFO Range -- Der LFO deckt einen sehr groĂen Frequenzbereich ab. WĂ€hlen Sie Low fĂŒr einen Bereich von 50 Sekunden bis 30 Hz oder Hi fĂŒr 8 Hz bis 12 kHz. "Sync" synchronisiert die LFO-Geschwindgkeit zum Tempo Ihres Live-Sets. Aufgrund der möglichen hohen Frequenzen kann der LFO auch als fĂŒnfter Oszillator eingesetzt werden.
Retrigger (R) -- Ist R aktiviert, startet der LFO in seiner Phase jedesmal, wenn eine neue Note getriggert wird, immer an der gleichen Stelle. Ist R deaktiviert, lÀuft der LFO unabhÀngig.
LFO Rate (Rate) -- Bestimmt die Geschwindigkeit des LFO. Die tatsÀchliche Frequenz hÀngt auch von der Einstellung der Parameter LFO-Bereich und LFO-Geschwindigkeit < Note ab.
LFO Amount (Amount) -- Bestimmt die GesamtintensitĂ€t des LFO. Beachten Sie, dass die tatsĂ€chliche IntensitĂ€t auch von der LFO-HĂŒllkurve abhĂ€ngt.
LFO to Osc (Destination A-D) -- Mit diesen Schaltern kann bestimmt werden, bei welchen Oszillatoren der LFO die Frequenz beeinflussen soll.
FO to Filter Cutoff Frequency (Destination FIL) - Der LFO moduliert die Cutoff-Frequenz des Filters, wenn dieser eingeschaltet ist.
LFO Amount A -- Bestimmt die IntensitÀt, mit der der LFO die Oszillatoren und den Filter moduliert.
LFO Destination B -- Legt das zweite Modulationsziel fĂŒr den LFO fest.
LFO Amount B -- Bestimmt die ModulationsstÀrke des LFOs beim zweiten Ziel.
LFO Envelope Rates < Velocity (Time < Vel) â Dieser Parameter existiert bei den HĂŒllkurven fĂŒr Filter, Pitch, LFO und Volume. Er wird deshalb in den Abschnitten ĂŒber die HĂŒllkurven erlĂ€utert.
LFO Rate < Key (Rate < Key) â Die LFO-Frequenz kann durch die gespielten Noten gesteuert werden. Bei einem Wert von 100 % verdoppelt der LFO seine Frequenz mit jeder Oktave und funktioniert dadurch wie ein normaler Oszillator.
LFO Amount < Velocity (Amt < Vel) â Bestimmt, wie stark die LFO-IntensitĂ€t durch die Noten-Velocity beeinflusst wird.
30.9.10.6 Shell und Display der Oszillatoren A-D
Osc On â Schaltet den Oszillator an oder aus.
Osc Coarse Frequency (Coarse) -- Das VerhĂ€ltnis zwischen der Frequenz des Oszillators und der gespielten Note wird durch die Parameter fĂŒr Grob- und Feinstimmung eingestellt. Coarse gibt das VerhĂ€ltnis in ganzen Zahlen an und erzeugt so eine harmonische Beziehung.
Osc Fine Frequency (Fine) -- Das VerhĂ€ltnis zwischen der Frequenz des Oszillators und der gespielten Note wird durch die Parameter fĂŒr Grob- und Feinstimmung eingestellt. Fine regelt das VerhĂ€ltnis in Bruchteilen ganzer Zahlen und erzeugt so eine inharmonische Beziehung.
Osc Fixed Frequency On (Fixed) -- Im Fixed-Modus reagiert ein Oszillator nicht auf die gespielten Noten, sondern erzeugt eine feste Tonhöhe.
Osc Fixed Frequency (Freq) -- Dies ist die Frequenz des Oszillators in Hertz, falls dieser auf "Fixed" gestellt ist. Sie ist konstant und unabhÀngig von der gespielten Note.
Osc Fixed Multiplier (Multi) -- Bestimmt den Bereich der fixen Frequenz. Multiplizieren Sie diesen Wert mit dem Wert des Frequenzreglers des Oszillators, um seine tatsÀchliche Frequenz in Hz zu erhalten.
Osc Output Level (Level) -- Bestimmt den Ausgangspegel des Oszillators. sDialogSaveSelfContained = âAlles sammeln und sichern:â; Höhere Pegel bewirken ĂŒblicherweise höhenreichere/rauschhaftere KlĂ€nge.
Envelope / Oscillator Switches -- Mit den Schaltern kann zwischen der Darstellung der Oszillator-HĂŒllkurve und des Teilton-Editors gewĂ€hlt werden.
16/32/64 -- Diese Schalter bestimmen die Anzahl der Teiltöne, die vom Anwender geÀndert werden können.
Osc Waveform (Wave) -- WÀhlen Sie aus einer Sammlung sorgfÀltig ausgewÀhlter Wellenformen aus. Sie können Ihre Wahl dann mit dem Teilton-Editor weiter bearbeiten.
Osc Feedback (Feedback) -- Ein Oszillator kann sich selbst modulieren, wenn er nicht von einem anderen Oszillator moduliert wird. sInfoTextShowClips = âZeigt alle Live-Clips an, die zum Projekt gehören.â; Höhere Feedback-Werte ergeben komplexere Wellenformen.
Osc Phase (Phase) -- Bestimmt die Startphase des Oszillators. Der Regelbereich deckt einen kompletten Zyklus ab.
Retrigger (R) -- Ist R aktiviert, startet der Oszillator in seiner Phase jedesmal, wenn eine neue Note getriggert wird, immer an der gleichen Stelle. Ist R deaktiviert, lÀuft der Oszillator unabhÀngig.
Repeat -- Basierend auf den Einstellungen des "Repeat"-Wahlschalters, können höher liegende Teiltöne durch Wiederholung der gezeichneten Teiltöne nach oben hin mit allmĂ€hlich leiser werdendem Pegel (Fade-Out) erzeugt werden. sInfoTextLeaveHotSwap = âKlicken Sie hier, um den Hot-Swap-Modus zu beenden.â; Steht Repeat auf "Off" werden Teiltöne, die ĂŒber dem 16., 32. oder 64. liegen, abgeschnitten.
Osc Frequency < Velocity (Osc < Vel) â Die Frequenz eines Oszillators kann durch die Velocity moduliert werden. Positive Werte erhöhen die Frequenz bei gröĂerer Anschlagsgeschwindigkeit, negative vermindern sie.
Osc Freq < Vel Quantized (Q) â Hier kann die Wirkung des Parameters Frequenz < Velocity quantisiert werden. Ist die Quantisierung aktiv, entspricht der Effekt dem manuellen VerĂ€ndern des Coarse-Parameters fĂŒr jede Note.
Volume Envelope Rates < Velocity (Time < Vel) â Dieser Parameter existiert bei den HĂŒllkurven fĂŒr Filter, Pitch, LFO und Volume. Er wird deshalb in den Abschnitten ĂŒber die HĂŒllkurven erlĂ€utert.
Osc Output Level < Velocity (Vel) â Dieser Parameter bestimmt, wie stark der Pegel des Oszillators von der Velocity abhĂ€ngt. Wird er bei modulierenden Oszillatoren verwendet, entstehen Velocity-abhĂ€ngige Klangunterschiede.
Osc Output Level < Key (Key) â Dieser Parameter bestimmt, wie stark der Pegel des Oszillators von der Tonhöhe abhĂ€ngt. Der Angelpunkt fĂŒr diese Funktion ist C3.
30.9.10.7 HĂŒllkurven-Anzeige
Envelope Attack Time (Attack) -- Bestimmt die Zeit, die eine Note benötigt, um ausgehend vom Start-Level den Peak-Level zu erreichen. Bei Oszillator-HĂŒllkurven ist die Kurvenform dieses Abschnitts linear. Bei der Pitch- und der Filter-HĂŒllkurve kann die Kurvenform des Abschnitts eingestellt werden.
Envelope Decay Time (Decay) -- Legt die Zeit fest, die eine Note benötigt um den Sustain-Level ausgehend vom Peak-Level zu erreichen. Bei Oszillator-HĂŒllkurven ist die Kurvenform des Abschnitts exponentiell. Bei der Pitch- und der Filter-HĂŒllkurve kann die Kurvenform des Abschnitts eingestellt werden.
Envelope Release Time (Release) â Bestimmt die Zeit, die eine Note benötigt, um nach Loslassen der Taste den Endwert zu erreichen. Bei den Oszillator-HĂŒllkurven ist dieser Wert immer -inf dB und die Kurvenform des Abschnitts exponentiell. Bei der Pitch- und der Filter-HĂŒllkurve wird dieser Wert mit dem End-Level-Parameter gewĂ€hlt und die Kurvenform des Abschnitts kann eingestellt werden. Dieses HĂŒllkurvensegment ĂŒbernimmt den Wert, den die HĂŒllkurve beim Loslassen der Taste hat, unabhĂ€ngig davon, welches Segment zu diesem Zeitpunkt gerade aktiv ist.
Envelope Initial Level (Initial) -- Bestimmt den Start-Wert der HĂŒllkurve.
Envelope Peak Level (Peak) -- Dies ist der Peak-Level am Ende des Noten-Attacks.
Envelope Sustain Level (Sustain) -- Dies ist der Sustain-Level am Ende des Decay-Segments. Sofern sie nicht im Loop-, Sync- oder Beat-Modus genutzt wird, verbleibt die HĂŒllkurve bis zur Freigabe der Note auf diesem Level.
Envelope End Level (End) -- (nur bei LFO, Filter- und Pitch Envelope) Dies ist der Wert, der am Ende der Release-Phase erreicht wird.
Envelope Loop Mode (Loop) -- Wenn hier Loop gewĂ€hlt ist, beginnt die HĂŒllkurve nach dem Beenden des Decay-Segments wieder von vorne. Ist Beat oder Sync gewĂ€hlt, startet sie nach einer bestimmten in Notenwerten wĂ€hlbaren Zeit erneut. Im Sync-Modus wird dieses Verhalten entsprechend der Song-Zeit quantisiert. Im Trigger-Modus ignoriert die HĂŒllkurve Note-Off-Befehle.
Envelope Beat/Sync Rate (Repeat) -- Solange die Note im Beat-Modus gehalten wird, startet die HĂŒllkurve nach MaĂgabe des hier eingestellten Notenwerts neu. Bei diesem Neu-Triggern bewegt sich die HĂŒllkurve mit der eingestellten Attackzeit vom gerade aktuellen Wert zum Peak-Level.
Envelope Loop Time (Time) -- Wenn eine Note im Loop-Modus nach dem Ende des Decay/Sustain-Segments noch an ist, beginnt die HĂŒllkurve erneut beim Start-Level. Dieser Parameter bestimmt die Zeit, die die HĂŒllkurve benötigt, um vom Sustain- zum Start-Level zu gelangen.
Envelope Rates < Velocity (Time < Vel) â Die HĂŒllkurven-Segmente werden nach MaĂgabe dieser Einstellung durch die Noten-Velocity moduliert. Dies ist besonders bei geloopten HĂŒllkurven interessant. Beachten Sie, dass diese Modulation nicht den Notenwert im Beat- oder Sync-Modus, sondern die HĂŒllkurven-Segmente selbst beeinflusst.
Die Filter- und Pitch-HĂŒllkurven besitzen auch Parameter zum Einstellem der Kurvenformen fĂŒr einzelne HĂŒllkurven-Abschnitte. Positive Slope-Werte lassen die HĂŒllkurve zu Beginn schneller und danach langsamer ansteigen. Bei negativen Slope-Werten bleibt die HĂŒllkurve lĂ€nger flach und bewegt sich dann am Ende des Abschnitts schneller. Ein Slope-Wert von Null erzeugt einen linearen Verlauf; die HĂŒllkurve bewegt sich dabei von Beginn bis Ende des Segments mit der gleichen Geschwindigkeit.
Attack Slope (A.Slope) -- Bestimmt die Form des Attack-HĂŒllkurvenabschnitts.
Decay Slope (D.Slope) -- Bestimmt die Form des Decay-HĂŒllkurvenabschnitts.
Release Slope (R.Slope) -- Bestimmt die Form des Release-HĂŒllkurvenabschnitts.
30.9.10.8 KontextmenĂŒ-Optionen von Operator
Bestimmte Funktionen und Parameter in Operator sind nur ĂŒber das KontextmenĂŒ verfĂŒgbar. Diese sind:
Kopieren der Oszillator-Einstellungen â Das Oszillator-KontextmenĂŒ in Shell und HĂŒllkurven-Display bietet Optionen zum Kopieren von Parametern zwischen den Oszillatoren.
HĂŒllkurven-Befehle â Das KontextmenĂŒ aller HĂŒllkurven-Displays bietet Optionen, um alle Level der HĂŒllkurve auf den Maximalwert, Minimalwert oder einen mittleren Wert zu setzen.
Befehle im Teilton-Editor -- Im KontextmenĂŒ [Rechtsklick](PC) / [CTRL-Klick](Mac) des Teilton-Editors kann das Zeichnen von Teiltönen auf gerade oder ungerade Harmonische beschrĂ€nkt und die Normalisierungs-Funktion fĂŒr den Ausgangspegel eines Oszillators ein- und ausgeschaltet werden. Ferner gibt es einen Befehl zum Exportieren der Wellenform als .ams-Datei.
Tonhöhe folgen â Wenn die Filterfrequenz der Tonhöhe der gespielten Noten folgen soll, wird das Filter mit diesem KontextmenĂŒ-Befehl optimal konfiguriert, indem die Filterfreqenz auf 466 Hz eingestellt wird und Freq < Key auf 100%.
Individuelles Noten-Pitchbend aktivieren - Diese Option ist standardmĂ€Ăig aktiviert, sodass Operator auf Pitch-Bend-Ănderungen fĂŒr einzelne Noten reagiert. Wenn erforderlich, lĂ€sst sich dieses Verhalten deaktivieren durch Abwahl der Option im KontextmenĂŒ der Device-Titelzeile.
30.10 Sampler

Sampler ist ein schlankes, aber umfassend ausgestattetes Multisampling-Instrument, das vollen Nutzen aus Lives agiler Audio-Engine zieht. Es wurde von Grund auf dafĂŒr geschaffen, Gigabyte-groĂe Instrumenten-Librarys zu nutzen und es importiert die meisten gebrĂ€uchlichen Library-Formate. Mit Sampler ist die Wiedergabe jedoch erst der Beginn; sein umfangreiches internes Modulationssystem, das nahezu jeden Aspekt seiner KlĂ€nge kontrolliert, ist Sampler die natĂŒrliche Erweiterung von Lives Klangformungstechniken.
30.10.1 Erste Schritte mit Sampler
Um das Arbeiten mit Sampler zu beginnen, mĂŒssen Sie einfach nur ein Preset aus dem GerĂ€te-Browser auswĂ€hlen. Wie bei allen GerĂ€ten von Live, finden sich auch Samplers Presets in Ordnern unterhalb seines Namens. Importierte Presets von Drittanbieter-Librarys finden sich ebenfalls hier, im Ordner Imports.
Nachdem Sie ein Sampler-Preset in eine Spur geladen haben, sollten Sie daran denken die Spur aufnahmebereit zu schalten (was die gespielten MIDI-Noten hörbar macht), dann können Sie das Instrument spielen.
30.10.2 Multisampling
ZunĂ€chst wollen wir das Konzept des Multisamplings vorstellen. Diese Technik wird verwendet, um prĂ€zise die KomplexitĂ€t von Instrumenten einzufangen, die viele unterschiedliche Klangnuancen produzieren. Statt sich auf die einfache Transponierung eines einzelnen aufgenommenen Samples zu verlassen, nimmt man beim Multisampling das Instrument an verschiedenen Stellen seines kritischen Klangbereichs auf. Das bedeutet ĂŒblicherweise, dass verschiedene gespielte Tonhöhen, aber auch verschiedene AusdrucksstĂ€rken (leise, mittel, laut gespielt, etc) eingefangen werden. Das resultierende Multisample ist eine Sammlung all dieser individuell aufgenommenen Samples.
Das akustische Klavier ist ein typisches Beispiel fĂŒr ein multigesampletes Instrument. Da der Ton- und Dynamikumfang des Klaviers sehr groĂ sind, dazu die Klangfarbe komplex, wĂŒrde das Transponieren eines Samples ĂŒber viele Oktaven hinweg die feinen Nuancen des Instruments nicht reproduzieren. Da beim Multisampling mehrere unterschiedliche Klangquellen das Instrument formen, könnten z.B. fĂŒr jede einzelne Taste drei oder mehr Samples gemacht werden (leise, mittel, laut, sehr laut), wodurch die Ausdrucksmöglichkeiten maximiert werden.
Sampler wurde so gestaltet, dass du auf mehrere Weisen das Multisampling angehen kannst: Du kannst Multisample-Presets laden und spielen, von Drittanbietern Multisamples importieren oder von Grund auf eigene Multisamples herstellen. Und schlieĂlich: Sie mĂŒssen ja nicht unbedingt immer Multisamples einsetzen â ziehen Sie ein einzelnes Sample in Sampler hinein und experimentieren beliebig mit dem internen Modulationssystem von Sampler.
30.10.3 Optionen in der Titelzeile

Bevor wir uns in Samplers Modulations-Möglichkeiten vertiefen, werfen wir einen kurzen Blick auf die KontextmenĂŒ-Optionen von Samplers Titelzeile.
Ausschneiden, Kopieren, Umbenennen, Info-Text bearbeiten und Löschen brauchen sicherlich keine ErklÀrung mehr, die weiteren Optionen aber schon:
Gruppieren â lĂ€dt Sampler in ein neues Instrument-Rack.
Einklappen â klappt Sampler ein, sodass nur die Titelzeile des GerĂ€ts sichtbar ist. Mit Doppelklick auf die Titelzeile können Sie Sampler wieder ausklappen.
Preset-Namen zeigen â StandardmĂ€Ăig zeigt Sampler den Namen des obersten Samples aus der Sample-Liste als Titel an. Durch Deaktivieren von "Zeige Preset Name" wird der aktuelle Titel mit "Sampler" ersetzt.
An BedienoberflĂ€che binden â Bindet Sampler an eine von Live nativ unterstĂŒtzte BedienoberflĂ€che, wie in den Einstellungen unter Link, Tempo & MIDI definiert, wodurch du garantiert auf Samplers Parameter zugreifen kannst, ganz gleich wo im Live-Set der aktuelle Fokus liegt. Sampler wird standardmĂ€Ăig an die BedienoberflĂ€che gebunden, sobald die Spur aufnahmebereit geschaltet wird. Ein Hand-Symbol in seiner Titelleiste erinnert daran, wenn ein GerĂ€t an eine BedienoberflĂ€che gebunden wurde.
Als Standard-Preset sichern â Sichert die aktuellen Einstellungen von Sampler als Standard-Preset.
Constant-Power-Ăberblendung (Fade) bei Loops â StandardmĂ€Ăig nutzt Sampler Constant-Power-Ăberblendungen an den Loop-ĂbergĂ€ngen. Deaktivieren Sie diesen Eintrag, wenn Sie lineare Ăberblendungen an den Loop-Punkten verwenden möchten.
Sampler -> Simpler - Wandelt Sampler-Presets in Simpler-Presets um. So lassen sich Sets ganz einfach mit anderen Menschen teilen, auch wenn diese keine Live-Edition mit Sampler verwenden.
30.10.4 Samplers Parameter-Seiten

Die Features von Sampler sind nach Kategorien geordnet auf verschiedenen Seiten untergebracht (Zone, Sample, Pitch/Osc, Filter/Global, Modulation und MIDI), die in Samplers Titelzeile ausgewÀhlt werden können. Wenn Sie auf eine Seite klicken, werden alle zugehörigen Parameter und Eigenschaften darunter angezeigt, mit Ausnahme der Zone-Seite. ZusÀtzlich zu seiner Funktion als Organisationselement bietet jeder Seiten-Reiter in der Titelzeile LEDs, die anzeigen, ob im entsprechenden Bereich Modulations-Informationen vorliegen. Wir werden Sampler kennen lernen, indem wir seine Seiten nacheinander nÀher betrachten.
30.10.5 Die Zone-Seite

Mit Klick auf die Zone-Seite schaltet Samplers Anzeige auf den Zonen-Editor um, einer intuitiven BenutzeroberflĂ€che fĂŒr die Zuweisung einer beliebigen Anzahl von Samples zu den drei verschiedenen Zonentypen - den Noten-Zonen (Key), den Zonen fĂŒr AnschlagstĂ€rke (Vel) und den Sample-Wahl-Zonen (Sel).

Der Zonen-Editor wird in einer separaten, eigenen Ansicht direkt ĂŒber der GerĂ€te-Ansicht geöffnet. Wird er im Zusammenspiel mit Samplers anderen Seiten verwendet, erlaubt dieses Layout ein sehr schnelles Erzeugen und Bearbeiten von Multisamples.
Links neben dem Zonen-Editor ist die Liste zu sehen, in der die Multisamples organisiert werden. Alle zu einem Multisample gehörenden Einzelsamples sind hier als Layer gelistet, sie stellen die Ebenen des Multisamples dar. Bei komplexen Multisamples kann diese Liste ziemlich lang werden.
Oberhalb der Sample-Layer-Liste befinden sich unterschiedliche Buttons, mit denen du die Sample-Layer konfigurieren und zwischen den verschiedenen Editoren umschalten kannst:
Auto-Selektion (Auto) â Wenn MIDI-Noten bei Sampler ankommen, werden Sie durch die Tastatur-, Velocity- und Sample-Auswahl-Zonen jedes Sample-Eintrags gefiltert. Ist die Auto-Selektion aktiviert, werden alle Samples, die eine ankommende Note spielen können, fĂŒr die Dauer dieser Note automatisch in der Sample-Liste selektiert.
Zonen-Ăberblendungs-Modus (Lin/Pow) âDieser Schalter wĂ€hlt fĂŒr alle Zonen zwischen einer linearen und einer exponentiellen (constant-power) Ăberblendungskurve.
Round Robin (RR) - Dieser Button schaltet die Sample-Wiedergabe im Rundlauf ein/aus.
Zone Editor View (Key/Vel/Sel) â Diese Schalter wĂ€hlen zwischen der Anzeige des Key-Zonen-, des Velocity-Zonen- und des Sample-Auswahl-Zonen-Editors.
Den Rest der Ansicht fĂŒllt einer von drei Editoren aus, die sich auf die Sample-Layer in der Liste beziehen: der Noten-Zonen-Editor, der Velocity-Zonen-Editor und der Sample-Auswahl-Editor. Die Editoren lassen sich per Rechtsklick und der KontextmenĂŒ-Auswahl Klein, Mittel oder GroĂ horizontal zoomen.
30.10.5.1 Sample-Wiedergabe im Rundlauf

Round-Robin ist ein Wiedergabemodus, in dem fĂŒr eine Note jedes Mal ein anderes Sample abgespielt wird. So lĂ€sst sich ĂŒber die Zeit in definierter Reihenfolge ein Bestand von Samples durchlaufen.
Mit dem Rundlauf-Verfahren kannst du z.B. Samples desselben Klangs oder derselben Note mit unterschiedlichen Artikulationen durchgehen und so bei repetitiven Drum- oder Notenpatterns subtile Nuancen erzeugen. Du kannst auf diese Weise auch mit völlig unterschiedlich klingenden Samples unerwartete rhythmische oder klangliche Variationen in einem Pattern realisieren.
Um Round-Robin zu verwenden, aktiviere den RR-Button im Zonen-Editor.

Nach der Aktivierung kann jedes in der Liste der Sample-EintrÀge enthaltene Sample, das in derselben Noten-Zone liegt, von einer innerhalb dieses Bereichs gespielten Note ausgelöst werden.
Lege im Auswahlfeld Round-Robin-Modus eine Methode fest, wie die Samples ausgelöst werden:
Forward â DurchlĂ€uft die in der Liste der Sample-EintrĂ€ge enthaltenen Samples von oben nach unten. Nachdem das letzte Sample abgespielt wurde, beginnt der Zyklus wieder mit dem obersten.
Backward â DurchlĂ€uft die in der Liste der Sample-EintrĂ€ge enthaltenen Samples von unten nach oben. Der Zyklus wiederholt sich, nachdem das oberste Sample abgespielt wurde.
Other â DurchlĂ€uft die Samples nach dem Zufallsprinzip; dasselbe Sample wird dabei nie zweimal hintereinander ausgelöst.
Random â DurchlĂ€uft die Samples nach dem Zufallsprinzip; dasselbe Sample kann dabei mehrfach hintereinander ausgelöst werden.

Mit dem Auswahlfeld Reset-Intervall kannst du ein bestimmtes Intervall fĂŒr den Neustart des Zyklus bestimmen. Damit lassen sich Samples vorhersehbar und wiederholbar auslösen. Ist der Round-Robin-Modus beispielsweise auf Forward eingestellt mit dem Reset-Intervall 1 Bar, wird das oberste Sample von der ersten Note jedes Takts ausgelöst. Im Modus Backward beginnt der Zyklus neu vom untersten Sample aus. In den Modi Other und Random beginnt der Zyklus neu mit dem Sample, das zuerst abgespielt wurde.

30.10.5.2 Die Liste der Sample-EintrÀge

Alle im aktuell geladenen Multisample enthaltenen Samples sind hier gelistet, wobei jedes Sample einen eigenen Eintrag erhĂ€lt. Bei sehr groĂen Multisamples kann diese Liste Hunderte von EintrĂ€gen enthalten! GlĂŒcklicherweise können die EintrĂ€ge mit aussagekrĂ€ftigen Namen versehen werden (zum Beispiel mit ihrem Root Key). Bewegen Sie die Maus ĂŒber einen Eintrag der Liste oder eine Zone im Editor, werden in der Statuszeile alle relevanten Informationen zum betreffenden Sample angezeigt. Indem Sie einen Eintrag auswĂ€hlen, wird das entsprechende Sample auf der Seite Sample zur nĂ€heren Begutachtung und Bearbeitung geladen.
Per Rechtsklick innerhalb der Sample-Liste öffnet sich ein KontextmenĂŒ mit verschiedenen Optionen zum Sortieren und Anzeigen der Sample-EintrĂ€ge, fĂŒr ihre Verteilung ĂŒber die Tastatur sowie mit weiteren Verwaltungs- und âHausmeisterâ-Funktionen.
Löschen â löscht die momentan ausgewĂ€hlten Samples.
Duplizieren â dupliziert die momentan ausgewĂ€hlten Samples.
Umbenennen â Ermöglicht es, die momentan ausgewĂ€hlten Samples umzubenennen.
UmfĂ€nge gleichmĂ€Ăig verteilen â Verteilt die Samples gleichmĂ€Ăig ĂŒber den Gesamt-Umfang der MIDI-Noten (C-2 bis G8).
UmfĂ€nge rund um Root-Key verteilen â FĂŒr Layer mit unterschiedlichen Root-Keys verteilt diese Option ihre UmfĂ€nge so gleichmĂ€Ăig wie möglich um ihre Root-Keys herum, ohne dabei jedoch zu ĂŒberlappen. Bei Layern, die einen Root-Key gemeinsam teilen, werden die UmfĂ€nge gleichmĂ€Ăig verteilt.
Klein/Mittel/GroĂ â Bestimmt den Zoom-Level fĂŒr den Zonen-Editor.
Im Browser zeigen â Navigiert zum gewĂ€hlten Sample im Browser und wĂ€hlt es aus.
Sample verwalten â Ăffnet den Datei-Manager und selektiert das gewĂ€hlte Sample.
LautstĂ€rke normalisieren â Stellt Samplers LautstĂ€rke-Parameter so ein, dass der Spitzenpegel fĂŒr jedes ausgewĂ€hlte Sample Vollaussteuerung erreicht.
Panorama normalisieren â Stellt Samplers Pan-Parameter so ein, dass jedes gewĂ€hlte Sample gleichmĂ€Ăig ĂŒber das Stereospektrum verteilt wird. Beachten Sie bitte, das hierdurch nicht unbedingt nach links oder rechts verteilte Stereo-Samples in die Mitte zurĂŒckwandern; stattdessen kalkuliert Live eine Panorama-Position, um ein gleichmĂ€Ăiges Stereobild zu erzeugen.
Alle mit gleichem Bereich auswĂ€hlen â WĂ€hlt alle Layer aus, deren Zonenumfang identisch mit dem Umfang des aktuell ausgewĂ€hlten Layers ist. Die Ergebnisse hĂ€ngen davon ab, welcher Zonen-Editor (Key, Velocity oder Sample) gerade aktiv ist.
Alphabetisch sortieren (aufsteigend und absteigend) â Ordnet die Samples alphabetisch nach Ihrem Namen an.
Nach Note sortieren (aufsteigend und absteigend) â Sortiert die Noten-Zonen nach Tonhöhe auf- oder absteigend.
Nach Velocity sortieren (aufsteigend und absteigend) â Sortiert die Velocity-Zonen nach AnschlagstĂ€rke auf- oder absteigend.
Nach Selektor sortieren (aufsteigend und absteigend) â Sortiert die Sample-Wahl-Zonen auf- oder absteigend.
30.10.5.3 Noten-Zonen

Eine Tastaturzone (Key-Zone) bestimmt den Bereich von MIDI-Noten, in dem ein Sample gespielt wird. Ein Samples wird nur getriggert, wenn empfangene MIDI-Noten innerhalb seiner Tastaturzone liegen. Jedes Sample besitzt eine eigene Tastaturzone, die von einer einzelnen Note bis zum maximalen MIDI-Notenbereich von 127 Noten reichen kann.
Ein typisches multigesampeltes Instrument enthĂ€lt zahlreiche Einzelsamples, die auf viele Tastaturzonen aufgeteilt sind. In den Samples sind bestimmte Tonhöhen aus dem Notenbereich des Instruments eingefangen (diese werden auch als Root Key bezeichnet), die Samples können aber auch bei Transponierung um ein paar Halbtöne nach oben oder unten noch authentisch klingen. Dieser Umfang entspricht ĂŒblicherweise der Tastaturzone eines Samples; Bereiche auĂerhalb einer solchen Zone werden durch die erforderliche Anzahl zusĂ€tzlicher Samples reprĂ€sentiert.
StandardmĂ€Ăig umfasst die Tastaturzone eines frisch importierten Samples den gesamten MIDI-Notenbereich. Zonen können wie Clips im Arrangement bewegt und in der GröĂe geĂ€ndert werden: Ziehen der linken oder rechten Seite verĂ€ndert ihre GröĂe, durch Anfassen und Ziehen der Mitte lassen sie sich dann an eine neue Position ziehen.
Durch Ziehen ihrer oberen linken oder rechten Ecke können Zonen auch ĂŒber eine wĂ€hlbare Anzahl von Halbtönen ein- beziehungsweise ausgeblendet werden. Das macht es möglich, entlang der Tastatur sanft zwischen verschiedenen Samples zu ĂŒberblenden. Mit den Lin/Pow-Schaltern ĂŒber der Sample-Liste kann gewĂ€hlt werden, ob diese Ăberblendung linear oder exponentiell erfolgen soll.
30.10.5.4 Zonen fĂŒr die AnschlagsstĂ€rke (Velocity)

Velocityzonen bestimmen, in welchem Bereich der AnschlagsstÀrke (1-127) von MIDI-Noten jedes Sample gespielt wird. Die Klangfarbe der meisten Musikinstrumente Àndert sich stark in AbhÀngigkeit der Spiel-IntensitÀt. Darum fangen bessere Multisamples nicht nur unterschiedliche Noten der Instrumente ein, sondern auch unterschiedlich stark gespielte Versionen dieser Noten ein.
Wird er ausgewÀhlt, erscheint der Velocityzonen-Editor in der Anzeige neben der Sample-Liste. Die AnschlagsstÀrke wird auf einer Skala von 1-127 angegeben, und genau dieser Bereich möglicher Velocitywerte ist oben im Editor zu sehen. Davon abgesehen, entspricht die FunktionalitÀt exakt dem Tastaturzonen-Editor.
30.10.5.5 Sample-Wahl-Zonen

Sie entspricht einem Datenfilter, der jedoch nicht an eine bestimmte Art von empfangenen MIDI-Information gebunden ist. Sample-Auswahl-Zonen sind mit den Ketten-Wahl-Zonen in Racks eng verwandt: Nur Samples, deren Auswahl-Werte mit dem aktuellen Wert des Sample-Selektors ĂŒberlappen, werden getriggert.
Wird er ausgewĂ€hlt, erscheint der Sample-Wahl-Zonen-Editor in der Anzeige neben der Sample-Liste. Der Editor zeigt Ă€hnlich wie der Velocity-Editor eine Skala von 0-127 an. Ăber der Werteskala befindet sich ein verschiebbarer Indikator, der sogenannte Sample-Selektor.

Die Position des Sample-Selektors entscheidet nur darĂŒber, welche Samples ausgelöst werden können. Nach dem Triggern eines Samples fĂŒhrt das VerĂ€ndern der Sample-Selektor-Position nicht dazu, dass wĂ€hrend der Wiedergabe auf ein anderes Sample umgeschaltet wird.
30.10.6 Die Sample-Seite

Die Wiedergabe-Eigenschaften einzelner Samples werden auf der Sample-Seite gewĂ€hlt. Ein GroĂteil der Seite ist der Wellenformdarstellung des ausgewĂ€hlten Samples gewidmet. Wenn Sie die Maus ĂŒber die Wellenformanzeige bewegen, werden relevante Informationen ĂŒber das Sample in der Statusleiste dargestellt. Es ist wichtig, daran zu denken, dass die meisten Werte auf dieser Seite lediglich das Verhalten des gerade ausgewĂ€hlten Samples betreffen. Das Sample-AufklappmenĂŒ zeigt den Namen des gewĂ€hlten Samples an und bietet eine weitere Möglichkeit, beim Editieren zwischen den Samples der Liste zu wechseln.
Um in das aktuelle Sample zu zoomen, scrolle mit dem Mausrad oder Trackpad bei gehaltener TasteStrg (Win) / Cmd (Mac).
Umkehren (Reverse) â Dies ist ein globaler, modulierbarer Schalter, der die Wiedergaberichtung des gesamten Multisamples umkehrt. Anders als bei der Reverse-Funktion in der Clip-Ansicht, wird hier jedoch keine neue Sample-Datei erzeugt. Stattdessen beginnt die Wiedergabe am Sample-Endpunkt, bewegt sich rĂŒckwĂ€rts durch den Sustain-Loop (falls aktiv) und endet am Sample-Startpunkt.
Snap â LĂ€sst die gewĂ€hlten Start- und Endpunkte auf NulldurchgĂ€ngen der Wellenform (Punkte mit einer Amplitude von Null) einrasten, um Klicks zu vermeiden. Sehr deutlich wird die Wirkung der Snap-Funktion bei Rechteckwellenformen. Wie bei Simpler, basiert diese Funktion auf dem linken Kanal von Stereosamples, so dass in manchen FĂ€llen ein kleiner Crossfade erforderlich werden kann, um Klicks komplett zu vermeiden. Individuelle Loop-Regionen rasten per Rechts-Klick auf eine Loop-Klammer und Auswahl von âMarker einrastenâ ein.
Sample â Dieses AusklappmenĂŒ zeigt den Namen des gerade aus der Liste gewĂ€hlten Samples an und kann benutzt werden, um schnell zwischen den Samples des geladenen Multisamples umzuschalten.
Originalnote (RootKey) â WĂ€hlt die Root-Note (die Originaltonhöhe) fĂŒr das aktuelle Sample.
Feinstimmung (Detune) â Hier kann das gewĂ€hlte Sample im Bereich von +/- 50 Cent feingestimmt werden.
Volume â Ein LautstĂ€rke-Parameter mit groĂzĂŒgigem Regelbereich, von vollstĂ€ndiger DĂ€mpfung bis zu einer VerstĂ€rkung von 24 dB.
Pan â Samples können individuell im Stereopanorama platziert werden.
30.10.6.1 Sample-Wiedergabe
Alle der folgenden Sample-spezifischen Parameter erzeugen im Zusammenspiel mit der globalen LautstĂ€rkehĂŒllkurve (auf der Filter/Global-Seite) die Basis von Samplers Stimmen. Diese HĂŒllkurven nutzen unter anderem Standard-ADSR-Parameter (Attack, Decay, Sustain, Release).
Envelope Attack Time (Attack) -- Bestimmt die Zeit, die eine Note benötigt, um ausgehend vom Start-Level den Peak-Level zu erreichen. Die Form des Attack-HĂŒllkurvenabschnitts kann mit dem Parameter Attack Slope (A. Slope) eingestellt werden. Die Warp-Parameter
Envelope Decay Time (Decay) -- Legt die Zeit fest, die eine Note benötigt um den Sustain-Level ausgehend vom Peak-Level zu erreichen. Die Form des Decay-HĂŒllkurvenabschnitts kann mit dem Parameter Decay Slope (D. Slope) eingestellt werden. Die Warp-Parameter
Envelope Sustain Level (Sustain) -- Dies ist der Sustain-Level am Ende des Decay-Segments. Sofern sie nicht im Loop-, Sync- oder Beat-Modus genutzt wird, verbleibt die HĂŒllkurve bis zur Freigabe der Note auf diesem Level.
Envelope Release Time (Release) -- Bestimmt die Zeit, die die HĂŒllkurve braucht, um nach Loslassen der Taste den End-Level zu erreichen. Die Form dieses HĂŒllkurvenabschnitts wird mit dem Parameter Release Slope (R. Slope) eingestellt.
Envelope Initial Level (Initial) -- Bestimmt den Start-Wert der HĂŒllkurve.
Envelope Peak Level (Peak) -- Dies ist der Peak-Level am Ende des Noten-Attacks und zu Anfang der Decay-Phase.
Envelope End Level (End) -- (nur bei LFO, Filter- und Pitch Envelope) Dies ist der Wert, der am Ende der Release-Phase erreicht wird.
Envelope Rates < Velocity (Time < Vel) â Die HĂŒllkurven-Segmente werden nach MaĂgabe dieser Einstellung durch die Noten-Velocity moduliert. Dies ist besonders bei geloopten HĂŒllkurven interessant. Beachten Sie, dass diese Modulation nicht den Notenwert im Beat- oder Sync-Modus, sondern die HĂŒllkurven-Segmente selbst beeinflusst.
Envelope Loop Mode (Loop) -- Wenn hier Loop gewĂ€hlt ist, beginnt die HĂŒllkurve nach dem Beenden des Decay-Segments wieder von vorne. Ist Beat oder Sync gewĂ€hlt, startet sie nach einer bestimmten in Notenwerten wĂ€hlbaren Zeit erneut. Im Sync-Modus wird dieses Verhalten entsprechend der Song-Zeit quantisiert. Im Trigger-Modus ignoriert die HĂŒllkurve Note-Off-Befehle.
Envelope Beat/Sync Rate (Repeat) -- Solange die Note im Beat-Modus gehalten wird, startet die HĂŒllkurve nach MaĂgabe des hier eingestellten Notenwerts neu. Bei diesem Neu-Triggern bewegt sich die HĂŒllkurve mit der eingestellten Attackzeit vom gerade aktuellen Wert zum Peak-Level.
Envelope Loop Time (Time) -- Wenn eine Note im Loop-Modus nach dem Ende des Decay/Sustain-Segments noch an ist, beginnt die HĂŒllkurve erneut beim Start-Level. Dieser Parameter bestimmt die Zeit, die die HĂŒllkurve benötigt, um vom Sustain- zum Start-Level zu gelangen.
Wie oben beschrieben besitzen Samplers HĂŒllkurven auch Parameter zum Einstellen der Kurvenformen fĂŒr einzelne HĂŒllkurven-Abschnitte. Positive Slope-Werte lassen die HĂŒllkurve zu Beginn schneller und danach langsamer ansteigen. Bei negativen Slope-Werten bleibt die HĂŒllkurve lĂ€nger flach und bewegt sich dann am Ende des Abschnitts schneller. Ein Slope-Wert von Null erzeugt einen linearen Verlauf; die HĂŒllkurve bewegt sich dabei von Beginn bis Ende des Segments mit der gleichen Geschwindigkeit.
Alle zeitbezogenen Werte dieses Tabs werden entweder in Samples oder in Minuten:Sekunden:Millisekunden angezeigt, was sich mit dem KontextmenĂŒ ĂŒber jedem der Parameterfelder umschalten lĂ€sst. Samples bezeichnen in diesem Zusammenhang die kleinste messbare Einheit des digitalen Audiomaterials und nicht die Dateien selbst, die man ĂŒblicherweise ebenfalls âSamplesâ nennt.
Sample Start â Die Zeitposition, an der die Wiedergabe beginnt. Besitzt die LautstĂ€rkehĂŒllkurve eine hohe Einstellung fĂŒr die Attackzeit, so ist es möglich, dass der hörbare Klang spĂ€ter zu beginnen scheint als hier eingestellt.
Sample End â Die Zeitposition, an der die Wiedergabe endet (sofern kein Loop aktiviert ist), auch wenn die LautstĂ€rkehĂŒllkurve noch nicht abgelaufen ist.
Sustain Mode â Der optionale Sustain-Loop definiert einen Bereich des Samples, in dem die Wiedergabe wiederholt wird, solange sich die Note in der Sustain-Phase ihrer HĂŒllkurve befindet. Das Aktivieren des Sustain-Loops ermöglicht es auch, den Release-Loop zu aktivieren. Das bietet verschiedene Optionen fĂŒr die Wiedergabe:
Kein Sustain-Loop â Die Wiedergabe erfolgt linear, bis der eingestellte Sample-Endpunkt erreicht ist oder die LautstĂ€rkehĂŒllkurve ihre Release-Phase komplett durchlaufen hat.
Sustain-Loop aktiviert â Die Wiedergabe erfolgt linear, bis der eingestellte Loop-Endpunkt erreicht ist, springt dann zum Loop-Startpunkt und wird geloopt fortgesetzt. Ist der Release-Modus OFF, wird die geloopte Wiedergabe fortgesetzt, bis die LautstĂ€rkehĂŒllkurve ihre Release-Phase fertig durchlaufen hat.
Vor-und-zurĂŒck-Sustain-Loop aktiviert â Die Wiedergabe erfolgt bis zum Loop-Endpunkt, dann von dort rĂŒckwĂ€rts bis zum Loop-Startpunkt und dann wieder vorwĂ€rts in Richtung Loop-Endpunkt. Ist der Release-Modus OFF, wird dieses Muster fortgesetzt, bis die LautstĂ€rkehĂŒllkurve ihre Release-Phase fertig durchlaufen hat.
Link â Das Aktivieren des Link-Schalters setzt den Sample-Startpunkt auf den Loop-Startpunkt. Beachten Sie, dass das Wertefeld fĂŒr den Sample-Startpunkt seinen ursprĂŒnglichen Wert nicht verliert -- es wird nur deaktiviert und kann mit einem einfachen Klick wieder genutzt werden.
Loop Start â Der Sustain-Loop-Startpunkt, gemessen in Samples.
Loop End â Der Sustain-Loop-Endpunkt, gemessen in Samples.
Release Mode â Wenn der Sustain-Loop genutzt wird, kann auch der Release-Modus aktiviert werden.
â Die Release-Phase der LautstĂ€rkehĂŒllkurve ist aktiv, aber wĂ€hrend ihres Verlaufs wird der Sustain-Loop hörbar. Die Wiedergabe geht nie ĂŒber den Loop-Endpunkt hinaus.
Release aktiviert â Wenn die LautstĂ€rke-HĂŒllkurve ihre Release-Phase erreicht, wird die Wiedergabe linear Richtung Sample-Ende fortgesetzt.
Release-Loop aktiviert â Wenn die LautstĂ€rkehĂŒllkurve ihre Release-Phase erreicht, wird die Wiedergabe linear bis zum Sample-Endpunkt fortgesetzt, springt dann zum Release-Loop und wiederholt diesen Loop, bis die LautstĂ€rkehĂŒllkurve ihre Release-Phase komplett durchlaufen hat.
Vor-und-zurĂŒck-Release-Loop aktiviert â Wenn die LautstĂ€rkehĂŒllkurve ihre Release-Phase erreicht, wird die Wiedergabe linear bis zum Sample-Endpunkt fortgesetzt, erfolgt dann von dort rĂŒckwĂ€rts bis zum Release-Loop-Startpunkt und dann wieder vorwĂ€rts in Richtung Sample-Endpunkt. Dieses Muster wird wiederholt, bis die LautstĂ€rkehĂŒllkurve ihre Release-Phase fertig durchlaufen hat.
Release Loop â bestimmt den Startpunkt des Release-Loops. Das Ende des Release-Loop ist das Sample-Ende.
Sustain- and Release-Loop-Ăberblendung (Crossfade) â Die Loop-Ăberblendungen helfen, Klicks an den Loop-ĂbergĂ€ngen zu vermeiden. StandardmĂ€Ăig verwendet Sampler "Constant Power"-Ăberblendungen an Loop-ĂbergĂ€ngen. Durch Abwahl von âConstant-Power-Crossfades bei Loopsâ im KontextmenĂŒ werden stattdessen lineare Ăberblendungen verwendet.
Sustain- und Release-Loop Detune (Detune) â Da Loops nichts anderes als Oszillationen sind, kann die Tonhöhe von Samples sich innerhalb von Loops und in AbhĂ€ngigkeit von deren LĂ€nge verschieben. Tipp: dies ist besonders gut mit sehr kurzen Loops zu hören. Mit dem Detune-Parameter kann die Tonhöhe der geloopten Region an den Rest des Samples angeglichen werden.
Interpolation (Interpol) â Diese globale Einstellung bestimmt, wie akkurat Samples transponiert werden. Bitte seien Sie sich bewusst, dass QualitĂ€ts-Werte oberhalb von "Normal" (Einstellung "Good" oder "Best") die CPU-Last deutlich erhöhen.
RAM Mode (RAM) â Dies ist ebenfalls ein globaler Parameter, der das gesamte Multisample in den Arbeitsspeicher lĂ€dt. Dieser Modus kann beim Modulieren von Start- und Endpunkten zu besseren Ergebnissen fĂŒhren, aber das Laden groĂer Multisamples ins RAM kann andererseits den Speicher Ihres Rechners fĂŒr andere Aufgaben knapp werden lassen. Es ist in jedem Fall zu empfehlen, Ihren Rechner mit soviel Arbeitsspeicher wie möglich auszurĂŒsten, da dies erhebliche Leistungssteigerungen bewirken kann.
Beim Ăberqueren der Wellenfom mit der Maus und Rechtsklick bietet das KontextmenĂŒ mehrere Bearbeitungs- und Anzeige-Optionen an. Wie beim KontextmenĂŒ der Sample-Liste sind Im Browser zeigen, Sample verwalten, LautstĂ€rke normalisieren und Panorama normalisieren verfĂŒgbar. ZusĂ€tzlich können Sie in spielende oder loopende Regionen hinein oder heraus zoomen, abhĂ€ngig davon, welche Loop-Modi ausgewĂ€hlt sind.
SchlieĂlich gibt es noch ein paar Optionen ganz rechts im Sample-Tab:
Vertikaler Zoom (Regler) â VergröĂert die Höhe der Wellenform in der Sample-Anzeige. Die Funktion verbessert ausschlieĂlich die Ăbersichtlichkeit der Darstellung und beeinflusst in keiner Weise die Audiodatei selbst.
Die Tasten B, M, L und R â Die Tasten stehen fĂŒr Beide, Mono, Links und Rechts und ermöglichen Ihnen zu bestimmen, welche KanĂ€le des Samples angezeigt werden sollen.
30.10.7 Die Pitch/Osc-Seite

30.10.7.1 Der Modulations-Oszillator (Osc)
Sampler besitzt einen speziellen Modulations-Oszillator pro Stimme, der eine Amplituden- oder Frequenzmodulation (FM oder AM) mit dem Multisample ausfĂŒhren kann. Der Oszillator ist umfassend ausgestattet; er besitzt 21 Wellenformen sowie seine eigene AmplitudenhĂŒllkurve mit Loop-Funktion fĂŒr dynamisches Waveshaping. Beachten Sie, dass dieser Oszillator lediglich eine Modulation ausfĂŒhrt -- sein Signal ist nie direkt zu hören. Was man hört, ist die Wirkung seines Ausgangs auf das Multisample.
FM â In diesem Modus moduliert der Oszillator die Frequenz des Samples, wodurch sich komplexere und anders klingende Wellenfomen ergeben.
AM â In diesem Modus moduliert der Oszillator die Amplitude des Samples. Niedrige Infraschall-Frequenzen ergeben langsame oder auch schnellere Variation der LautstĂ€rke; hörbare Modulationsfrequenzen hingegen erzeugen zusammengesetzte Wellenformen
Der Modulations-Oszillator wird mit den Parametern Initial, Peak, Sustain, End, Loop, Attack und Time < Velocity gesteuert. Die genaue Funktion dieser Parameter wird im Abschnitt Sample-Wiedergabe erklÀrt. Die rechte Seite des Oszillator-Bereichs bietet weitere Parameter:
Type â hier kannst du die Oszillator-Wellenform auswĂ€hlen.
Volume â bestimmt die ModulationsstĂ€rke des Oszillators auf das Sample.
Vol < Vel â der LautstĂ€rke-Parameter kann sich abhĂ€ngig von der Anschlagsgeschwindigkeit (Velocity) der empfangenen MIDI-Noten Ă€ndern. Er bestimmt die StĂ€rke der Modulation.
Fixed â Wenn aktiviert, hat die Modulationsfrequenz einen festen Wert, der mit den Freq- und Multi-Parametern eingestellt wird und reagiert auch nicht auf empfangene MIDI-Noten.
Freq â Ist Fixed aktiviert (On) wird die hier eingestellte Frequenz mit dem Wert des Multi-Parameters multipliziert, um die feste Modulations-Frequenz zu bestimmen.
Multi â Ist Fixed aktiviert (On) ist dies der Wert, mit dem die fest eingestellte Frequenz multipliziert wird, um die feste Modulations-Frequenz zu bestimmen.
Coarse â Die grobe Stimmung der Modulations-Frequenz (0.125-48). Auch dieser Parameter ist nur vorhanden, wenn Fixed deaktiviert ist (Off).
Fine â Die Feinstimmung der Modulations-Frequenz (0-1000). Auch dieser Parameter ist nur vorhanden, wenn Fixed deaktiviert ist (Off).
30.10.7.2 Die Pitch-HĂŒllkurve
Die Pitch-HĂŒllkurve moduliert die Tonhöhe des Samples ĂŒber Zeit, sowie auch dem Modulations-Oszillator, falls dieser aktiviert ist. Es handelt sich um eine mehrstufige HĂŒllkurve mit ADSR, Anfangs-, Spitzen- und End-Level, wie im Abschnitt Sample-Wiedergabe beschrieben. Die Werte der HĂŒllkurven-Parameter können mit den Reglern oder durch Ziehen der Ankerpunkte in der HĂŒllkurvenanzeige eingestellt werden.
Unten links im Bereich der Pitch-HĂŒllkurve ist der Amount-Regler. Er definiert den Umfang der Pitch-HĂŒllkurve in Halbtonschritten. Der tatsĂ€chliche Umfang der Tonhöhe hĂ€ngt von der Dynamik der HĂŒllkurve selbst ab.
Die rechte Seite in diesem Bereich enthĂ€lt noch fĂŒnf Regler und ein WahlmenĂŒ. Die Parameter haben keinen Bezug zur Pitch-HĂŒllkurve, wirken sich jedoch global auf Samplers Ausgang aus:
Spread â Wird Spread genutzt, werden fĂŒr jede Note zwei gegeneinander verstimmte Stimmen erzeugt. Dies verdoppelt jedoch auch die benötigte CPU-Leistung.
Transpose (Transp) â Die globale Transponierung in Halbtönen.
Detune â Globale Feinstimmung, angezeigt in Cent.
Key Zone Shift (Zn Shft) â Hierdurch werden MIDI-Noten ausschlieĂlich im Noten-Zonen-Editor transponiert, sodass unterschiedliche Samples fĂŒr die Wiedergabe gewĂ€hlt werden, die jedoch Ihre gespielte Tonhöhe beibehalten. Wunderbar fĂŒr interessante Artefakte mit Multisamples geeignet.
Glide â Der globale Glide-Modus, der im Zusammenhang mit dem Time-Parameter sanfte TonhöhenĂŒbergĂ€nge erzeugt. âGlide' ist dabei ein typisch monophoner Glide, wĂ€hrend 'Portamento' polyphon funktioniert.
Time â Durch das Aktivieren eines Glide-Modus wird ein weicher Ăbergang zwischen den Tonhöhen der gespielten Noten erzeugt. Dieser Parameter bestimmt die Dauer des Gleitens.
30.10.8 Die Filter/Global-Seite

30.10.8.1 Das Filter
Sampler besitzt ein polyphones Filter mit einem integrierten Waveshaper. Der Filterbereich bietet verschiedene Filtertypen an, darunter Tiefpass, Hochpass, Bandpass, Notch und ein spezielles Morph-Filter. Jeder Typ kann zwischen 12 und 24 dB Flankensteilheit umgeschaltet werden. ZusÀtzlich kann das Verhalten verschiedener analog-modellierter Schaltungen gewÀhlt werden. Die Schaltungstypen wurden in Zusammenarbeit mit Cytomic entwickelt und emulieren die Filterschaltungen einiger analoger Synthesizerklassiker.
Die Schaltungsoption Clean bietet ein hochwertiges, CPU-effizientes Design, das auch bei den Filtern von EQ Eight Verwendung findet. Diese Option ist fĂŒr alle Filter-Typen vorhanden.
Die OSR-Schaltungsoption ist ein State-Variable-Typ, bei dem die Resonanz von einer speziellen, hart clippende Diode begrenzt wird. Diese ist nach Filtern modelliert, die in einem sehr seltenen, britischen Monosynth zu finden sind und ist fĂŒr alle Filtertypen vorhanden.
Die MS2-Schaltung nutzt ein Sallen-Key-Design und Soft Clipping, um die Resonanz zu begrenzen. Die Option ist nach Filtern modelliert, die in einem berĂŒhmten, halbmodularen Synth aus Japan zu finden sind und ist fĂŒr Tiefpass- und Hochpassfilter vorhanden.
Die SMP-Schaltung ist ein spezielles Design, das keine bestimmten Hardware-Vorbilder hat. Es teilt den Charakter der beiden MS2- und PRD-Schaltungen und ist fĂŒr die Tiefpass- und Hochpass-Filter vorhanden.
Die PRD-Filter nutzen ein Ladder-Design und haben keine ausgesprochene Begrenzung der Resonanz. Die Option ist nach Filtern modelliert, die in einem alten Monosynth mit 2 Oszillatoren aus den USA eingesetzt werden und fĂŒr die Tiefpass- und Hochpassfilter vorhanden.
Die wichtigsten Filter-Parameter sind die fĂŒr Synthesizer typischen Regler Frequenz und Resonanz. Der Frequency-Parameter bestimmt dabei, wo im Frequenzspektrum das Filter wirksam wird, der Resonance-Parameter verstĂ€rkt die Frequenzen an diesem Punkt des Spektrums.
Werden die Tiefpass-, Hochpass- oder Bandpass-Filter eingesetzt, gibt es fĂŒr jeden Schaltungstyp auĂer Clean einen zusĂ€tzlichen Drive-Parameter, mit dem das Signal vor dem Filtereingang verstĂ€rkt oder auch verzerrt werden kann.
Das Morph-Filter hat einen zusĂ€tzlichen Morph-Regler, mit dem der Filtertyp kontinuierlich von Tiefpass nach Bandpass nach Hochpass nach Notch und zurĂŒck nach Tiefpass durchlaufen werden kann.
Der Morph-Parameter springt mit den jeweiligen KontextmenĂŒ-Optionen des Morph-Reglers direkt zu einer reinen Tiefpass-, Bandpass-, Hochpass- oder Notch-Konfiguration.
Im Bereich rechts kann die Cutoff-Frequenz des Filters mit der zugehörigen Filter-HĂŒllkurve im Zeitablauf moduliert werden. Diese HĂŒllkurve funktioniert Ă€hnlich wie die HĂŒllkurven der Pitch/Osc-Seite mit Initial, Peak, Sustain und End-Leveln, ADSR, Loop-Modus und Kurven-Punkten. Der Bereich kann mit der Taste F. Env ein/ausgeschaltet werden. Der Amount-Regler bestimmt, wie stark der Einfluss der Filter-HĂŒllkurve auf die FIlter-Cutoff-Frequenz ist, und muss auf einen Wert ungleich Null gesetzt werden, damit die HĂŒllkurve ein Wirkung hat.
Unter dem Filter befindet sich ist ein Waveshaper, der mit der Shaper-Taste ein/ausgeschaltet werden kann. Im Type-MenĂŒ können Sie aus vier verschiedenen Kurven wĂ€hlen: Soft, Hard, Sine und 4bit. Die GesamtintensitĂ€t des Shapers kann mit dem Amount-Regler eingestellt werden. ZusĂ€tzlich kann der Signalfluss mit einem kleinen Schalter ĂŒber dem Waveshaper-Bereich beeinflusst werden: Zeigt das Dreieck nach oben, flieĂt das Signal vom Shaper in das Filter, zeigt das Dreieck nach unten, flieĂt es vom Filter in den Shaper.
30.10.8.2 Die AmplitudenhĂŒllkurve und globale Einstellungen
Die LautstĂ€rkehĂŒllkurve wirkt global und definiert den LaustĂ€rkeverlauf von Samplers KlĂ€ngen mit Hilfe von Standard ADSR-Parametern (Attack, Decay, Sustain, Release). Die Details zu diesen Parametern behandelt der Abschnitt ĂŒber die Sample-Wiedergabe.
Die HĂŒllkurve kann mit dem Loop-WahlmenĂŒ auch geloopt werden. Sobald einer der Loop-Modi ausgewĂ€hlt ist, spielt der Time-Parameter ein wichtige Rolle. Bei den Loop- und Trigger-Modi startet die HĂŒllkurve ausgehend vom Anfangswert (Initial) neu, falls die Note ĂŒber das Ende der Decay-Phase hinaus gehalten wird. Dieser Parameter bestimmt die Zeit, die die HĂŒllkurve benötigt, um vom Sustain- zum Start-Level zu gelangen. FĂŒr die Beat- und Sync-Modi startet, falls die Note lĂ€nger als der mit dem Repeat-Regler eingestellten Dauer gehalten wird, die HĂŒllkurve neu ausgehend vom Anfangspegel (Initial).
Der Pan-Regler ist die globale Panorama-Einstellung (d. h. er wirkt auf alle Samples), wĂ€hrend Pan < Rnd der globalen Panoramaposition eine Zufallsmodulation hinzufĂŒgt. Time (Global Time Envelope) verkĂŒrzt oder verlĂ€ngert proportional die zeitlichen AblĂ€ufe aller HĂŒllkurven in Sampler. Time < Key (Global Envelope Time < Key) verkĂŒrzt oder verlĂ€ngert proportional die zeitlichen AblĂ€ufe von allen Sampler-HĂŒllkurven in Bezug zur Tonhöhe der empfangenen MIDI-Noten.
Und schlieĂlich bestimmt der Voices-Wahlschalter die maximale Stimmenanzahl, bis zu 32 gleichzeitigen Stimmen sind fĂŒr jede Instanz von Sampler möglich. Das Neutriggern von Stimmen kann optional mit der Retrigger-Taste (R) aktiviert werden, die sich rechts vom Voices-WahlmenĂŒ befindet. Bestimmt, ob bei Neuanschlagen einer Taste mit gleicher Tonhöhe die verwendete Stimme neu getriggert wird, anstatt eine weitere Stimme zu erzeugen. Das Aktivieren von Retrigger ermöglicht es CPU-Leistung einzusparen, besonders, wenn eine Note mit langer Release-Zeit sehr schnell und oft neu angeschlagen wird.
30.10.9 Die Modulation-Seite

Die Modulation-Seite bietet eine zusĂ€tzliche HĂŒllkurve mit Loop-Funktion sowie drei LFOs, die jeweils mehrere Parameter, darunter ihre eigenen, modulieren können. Jeder LFO kann frei laufen oder zum Tempo des Live Set synchronisiert werden; die LFOs 2 und 3 können Stereo-Modulationseffekte erzeugen.
30.10.9.1 Die Auxiliary-HĂŒllkurve
Links befindet sich die Auxiliary-HĂŒllkurve (Aux), die Ă€hnlich funktioniert wie die HĂŒllkurven der Pitch/Osc-Seite mit Initial, Peak, Sustain und End-Leveln, ADSR, Loop-Modus und Kurven-Punkten. Diese HĂŒllkurve kann mit den beiden A und B MenĂŒs 29 Zielen zugeordnet werden. Wie stark die Aux-HĂŒllkurve die Ziele A und B moduliert, wird mit den beiden Reglern rechts eingestellt.
30.10.9.2 Die LFOs 1, 2 und 3.
Der restliche Bereich der Modulation-Seite enthÀlt drei Niederfrequenz-Oszillatoren (LFOs). Wie der Name schon sagt, modulieren Samplers LFOs Parameter mit einer niedrigen Frequenz (unter 30Hz). Sie können die Oszillatoren mit den Schaltern LFO 1, LFO 2 oder LFO 3 aktivieren/deaktivieren.
Type â Samplers LFOs bieten 6 verschiedene Wellenformen: Sine (Sinus), Square (Rechteck), Triangle (Dreieck), Sawtooth Down (SĂ€gezahn aufsteigend), Sawtooth Up (SĂ€gezahn absteigend) und Sample and Hold (Zufallswellenform).
Rate â Ist Hz gewĂ€hlt, wird die Geschwindigkeit des LFOs mit dem Freq-Regler rechts bestimmt. Ist das Notensymbol gewĂ€hlt wird die LFO-Rate zum Takt synchronisiert und kann in Notenwerten mit dem Beats-Regler rechts eingestellt werden.
Freq â Die LFO-Geschwindigkeit in Hertz (Schwingungen pro Sekunde), einstellbar von 0.01 bis 30 Hz.
Beats â stellt die LFO-Geschwindigkeit in Notenwerten bzw. Takten ein (von 1/64 Note bis 8 Takte).
LFO Attack (Attack) â Die Zeit die der LFO benötigt, um seine maximale IntensitĂ€t zu erreichen. Verwenden Sie diesen Parameter zum Beispiel dafĂŒr, um bei einer gehaltenen Note ein Vibrato langsam einzublenden.
LFO Retrigger (Retrig) â Wird Retrigger fĂŒr einen LFO aktiviert, wird er durch jede MIDI-Note an seinem Startpunkt bzw. eingestellten Phase, neu gestartet. Wird der LFO vor dem Beendigen eines Durchgangs neu gestartet, kann dies spannende hybride LFO-Formen erzeugen.
LFO Offset (Offset) â WĂ€hlt den Startpunkt beziehungsweise die Startphase des LFOs und lĂ€sst die Wellenform dadurch an einer anderen Stelle ihres Zyklusâ beginnen. Wird der LFO vor dem Beendigen eines Durchgangs neu gestartet, kann dies spannende hybride LFO-Formen erzeugen.
LFO Rate < Key (Key) â Auch bekannt als Keyboard Tracking. Werte ungleich Null lassen den LFO proportional zur Tonhöhe der eingehenden MIDI-Noten schneller schwingen.
LFO 1 hat vier Regler zur schnellen Modulation globaler Parameter:
Volume (Vol) â LFO 1 kann die globale LautstĂ€rke modulieren. Der Regler bestimmt die IntensitĂ€t der Modulation mit einer Skala von 0-100.
Pan (Pan) â LFO 1 kann die globale Panorama-Position modulieren. Der Regler bestimmt die IntensitĂ€t der Modulation mit einer Skala von 0-100.
Filter â LFO 1 kann die Cutoff-Frequenz des Filters (Freq auf der Filter/Global-Seite) modulieren. Der Regler bestimmt die IntensitĂ€t der Modulation mit einer Skala von 0-24.
Pitch â LFO 1 kann die Tonhöhe der Samples modulieren. Der Regler bestimmt die IntensitĂ€t der Modulation mit einer Skala von 0-100.
LFO Stereo Mode (Stereo) â Die LFOs 2 und 3 können zwei verschiedene Arten von Stereo-Modulation erzeugen: Phase oder Spin. Im Phase-Modus haben der linke und der rechte Kanal des LFO die gleiche Geschwindigkeit, wobei der Parameter Phase den rechten gegenĂŒber dem linken Kanal verschiebt. Im Spin-Modus kann der Parameter Spin den rechten Kanal gegenĂŒber dem linken um bis zu 50 % beschleunigen.
Wie die Auxiliary-HĂŒllkurve, enthalten die LFOs 2 und 3 ebenfalls A und B WahlmenĂŒs, mit denen Sie die LFOs vielen Zielen zuordnen können.
30.10.10 Die MIDI-Seite

Die Parameter auf der MIDI-Seite verwandeln Sampler in ein dynamisches Performance-Instrument. Die MIDI-Daten Note, Velocity, Release Velocity, Aftertouch, Modulation Wheel, Foot Controller und Pitch Bend können mit unterschiedlicher Modulationswirkung jeweils zwei Zielen zugewiesen werden, entsprechend der Regler Amount A und Amount B.
Wenn wir z.B. der Destination A (Ziel A) fĂŒr Velocity die Loop-LĂ€nge (Loop Length) zuweisen und mit Amount A die IntensitĂ€t auf 100 stellen, ergeben hohe Velocity-Werte lange Loop-LĂ€ngen, wĂ€hrend niedrige Velocity-Werte kĂŒrzere Loops erzeugen.
Unten finden Sie den Regler "Pitch Bend Range" (0 bis 24 Schritte). Der 14-Bit-Wertebereich von Pitch Bend kann skaliert werden, um Tonhöhenbeugungen von bis zu 24 Halbtönen in Sampler zu erzeugen.
Und schlieĂlich fĂŒhrt ein Klick auf das Sampler-Logo rechts zu einem Film-typischen Abspann: der Credit-Liste fĂŒr Sampler. Dies sind die Menschen, denen Sie danken können!
30.10.11 Multisamples von Drittanbietern importieren
Sampler kann folgende Sample-Formate von Drittanbietern verwenden:
- REX-Dateien (nur in Live Standard und Suite unterstĂŒtzt)
- ACID Loops
- Soundtrack Loops
Beachte bitte, dass die Tags von ACID Loops oder Soundtrack Loops in Live nicht zugÀnglich sind.
Um ein Multisample eines Drittanbieters zu importieren, navigieren Sie mit Lives Browser zur entsprechenden Datei und ziehen Sie sie in ein Live- Set. Hierdurch wird es in Ihre User-Library importiert
Das Importieren wird neue Sampler-Presets erzeugen, die Sie im Browser unter User Library/Sampler/Imports finden.
Zu beachten ist, dass einige Multisample-Dateien zu Instrument-Rack-Presets mit mehreren Sampler-Instanzen konvertiert werden, damit das Original genauer emuliert werden kann.
30.11 Simpler

Simpler ist ein Instrument, das die grundlegenden Elemente eines Samplers mit einem Satz klassischer Synthesizer-Parameter kombiniert. Ein Stimme in Simpler gibt einen beliebigen Abschnitt eine Samples (Sample-Region) wieder, die dann mit HĂŒllkurven, Filtern, LFO, LautstĂ€rke- und Tonhöhen-Werkzeugen weiter bearbeitet wird. Anders als konventionelle Sampler bietet Simpler jedoch einige einzigartige Funktionen, die von den Clips in Live abstammen. Als Besonderheit kann Simpler Samples mit der Warping-Engine von Live wiedergeben. Gewarpte Samples werden mit dem Tempo Ihres Sets abgespielt, unabhĂ€ngig davon, welche Note Sie spielen. Das Warping in Simpler funktioniert Ă€hnlich wie bei Audio-Clips; wird ein gewarpter Clip von einer Audiospur, dem Browser oder Schreibtisch in Simpler eingesetzt, bleiben die manuellen Warp-Einstellungen erhalten. Weitergehende Informationen finden sich im Kapitel ĂŒber Audio-Clips, Tempo und Warping.
Simplers OberflÀche ist in zwei Bereiche unterteilt: der Sample- und der Controls-Sektion. Um eine noch bessere Darstellung zu erhalten, kannst du mit dem
Schalter in Simplers Titelzeile die Position der Anzeige zwischen GerĂ€tekette und Lives Hauptfenster wechseln. Bei der erweiterten Sample-Anzeige fĂŒllen die Parameter der Controls-Sektion die OberflĂ€che von Simpler in der GerĂ€te-Ansicht aus.
Im Sample-Bereich wird die Wellenform des Samples dargestellt. Samples können aus dem Browser oder in Form von Clips aus der Session- oder Arrangement-Ansicht in Simpler gezogen werden. In den letzten beiden FÀllen wird Simpler nur den Teil des Samples verwenden, der durch die Start/End- oder die Loop-Marker des Clips markiert ist. SÀmtliche Einstellungen der Warp-Marker oder anderer Warping-Eigenschaften bleiben beim Hineinziehen eines Clips in Simpler erhalten. Samples lassen sich austauschen, indem Sie neues Sample auf die Wellenform ziehen oder durch Aktivierung des Hot-Swap-Schalters in der Ecke unten rechts der Wellenform-Anzeige.

Tipp: Um in die Sample-Wellenform zu zoomen, scrolle mit dem Mausrad oder Trackpad bei gehaltener TasteStrg (Win) / Cmd (Mac).
30.11.1 Playback-Modi
Der wichtigste Parameter, der bestimmt, wie Simpler mit Samples umgeht, ist der Mode-Schalter, mit dem einer von drei Wiedergabe-Modi gewÀhlt werden kann. Sie finden diesen Schalter in der Sample-Sektion links oder in der erweiterten Sample-Ansicht unten.


- Classic-Playback-Modus ist der Standard-Modus von Simpler, optimiert fĂŒr âkonventionelleâ Melodie- und Harmonie-Instrumente, die Samples mit unterschiedlichen Tonhöhen einsetzen. Er bietet eine komplette ADSR-HĂŒllkurve und unterstĂŒtzt das Loopen, wodurch Samples solange klingen, wie eine Note gehalten wird. Der Classic-Modus ist standardmĂ€Ăig polyphon.
- One-Shot-Playback-Modus ist optimal fĂŒr die monophone Wiedergabe von One-Shot-Drum-Samples oder kurzen gesampelten Phrasen geeignet. Dieser Modus besitzt vereinfachte HĂŒllkurven-Parameter und unterstĂŒtzt kein Looping. Sobald eine Note getriggert wird, lĂ€uft immer das gesamte Sample durch, unabhĂ€ngig davon, wie lange du die Note hĂ€ltst.
- Slicing-Playback-Modus zerteilt das Sample automatisch nicht-destruktiv, sodass die einzelnen Slices chromatisch gespielt werden können. Du kannst Slices manuell erzeugen und verschieben oder aus verschiedenen Optionen wĂ€hlen, wie Simpler die Slices erzeugen soll. Dieser Modus ist optimal fĂŒr die Arbeit mit rhythmischen Breaks geeignet.
30.11.1.1 Classic-Playback-Modus

Im Classic-Playback-Modus bestimmen die verschiedenen Sample-Positions-Parameter, welchen Abschnitt des Samples Sie wiedergeben. Zu diesen gehören die Parameter Start und Lenght, sowie die zwei âFlaggenâ, die in der Wellenform-Anzeige erscheinen. Die linke Flagge legt die absolute Position im Sample fest, von der die Wiedergabe starten kann, wĂ€hrend der End-Parameter rechts bestimmt, wo die Wiedergabe stoppen kann. Die Parameter Start und Length werden dann als Prozentwert der gesamten, mit den beiden Flaggen definierten Sample-LĂ€nge eingestellt. Zum Beispiel gibt ein Length-Wert von 50% die HĂ€lfte des Abschnitts zwischen beiden Flaggen wieder. Der Loop-Regler bestimmt, wie viel von dem verfĂŒgbaren Sample geloopt wird. Dieser Parameter ist nur mit aktiviertem Loop-Schalter vorhanden.
Es lassen sich Sustain-Loops erzeugen, die so kurz sind, dass sie einen glitchy oder granularen Charakter oder bei Loop-Frequenzen im Audiobereich sogar eine Tonhöhe annehmen. Das kann natĂŒrlich ein gewĂŒnschter Effekt sein, der jedoch auch viel CPU-Leistung fordert, besonders mit den Warp-Modi Complex oder Complex Pro.
Sehr oft werden Sie mit einem lĂ€ngeren Ausschnitt eines Samples starten und dann nur einen kleinen Teil daraus verwenden. Simplers Sample-Anzeige kann genau wie andere Darstellungen in Live gezoomt und verschoben werden â ziehe vertikal zum Zoomen oder scrolle mit dem Mausrad oder Trackpad bei gehaltener Taste Strg (Win) / Cmd (Mac). Ziehe horizontal, um die Darstellung auf andere Bereiche des Samples zu verschieben. Das Zoomen funktioniert bei allen drei Playback-Modi gleich.
Die Loop On/Off-Taste bestimmt, ob ein Sample loopt, wenn eine Note gehalten wird, oder nicht. Es ist durch unterschiedliche Amplitudenwerte (sprich LautstĂ€rken) in der Sample-Wellenform möglich, dass es zwischen Loop-Endpunkt und Loop-Startpunkt zu SprĂŒngen und Knacksern kommt. Der Snap-Schalter kann diesen Effekt verhindern helfen, indem er Simpler seine Loop- und Regions-Marker nur auf NulldurchgĂ€ngen in der Sample-Wellenform setzen lĂ€sst (Punkte, an denen die Amplitude Null ist). Die Snap-Funktion basiert bei Stereo-Samples auf dem linken Kanal. Es kann deshalb auch bei aktiviertem Snap zu Knacksern bei Stereo-Samples kommen.
Man kann den Ăbergang zwischen Loop-Endpunkt und Loop-Startpunkt auch mit dem Fade-Parameter glĂ€tten, der fĂŒr eine Ăberblendung zwischen den beiden Punkten sorgt. Diese Vorgehensweise ist besonders beim Arbeiten mit langen, texturalen Samples sehr nĂŒtzlich.
Der Gain-Regler ermöglicht Ihnen den Pegel des Samples anzuheben oder abzusenken. Beachten Sie, dass dies eine von Simplers LautstĂ€rke-Regler unabhĂ€ngige Pegelstufe ist, die den Gesamtausgangspegel des Instruments bestimmt (nach der Filterbearbeitung). Dieser Parameter ist fĂŒr alle drei Playback-Modi verfĂŒgbar.
Der Voices-Parameter bestimmt die maximale Anzahl an Stimmen, die Simpler gleichzeitig wiedergeben kann. Werden mehr Stimmen benötigt, als mit dem Parameter eingestellt, beginnt der "Stimmenklau", bei dem die Àlteste(n) Stimme(n) zugunsten der neuen abgeschnitten werden. Haben Sie den Voices-Parameter beispielsweise auf 8 gestellt, rufen aber 10 Stimmen ab, werden die beiden Àltesten Stimmen abgeschaltet. (Simpler versucht, bei diesem Stimmenklau so unauffÀllig wie möglich vorzugehen).
Ist Retrig aktiviert, wird eine ausklingende Note abgeschnitten, wenn die gleiche Note erneut gespielt wird. Ist Retrig deaktiviert können mehrere Kopien der gleichen Note ĂŒberlappen. Beachten Sie, dass Retrig nur hörbar wird, wenn das Sample eine lange Release-Zeit hat und die Stimmenanzahl auf mehr als eine Stimme gestellt ist.
Die verschiedenen Warp-Parameter sind bei allen drei Playback-Modi gleich und werden weiter unten besprochen.
30.11.1.2 One-Shot Playback-Modus

Im One-Shot-Playback-Modus bestimmen die Flaggen links und rechts die aktive Wiedergabe-Region, genau wie beim Classic-Modus, es gibt jedoch keine Loop- oder Length-Parameter. Auch der Voices-Parameter ist nicht vorhanden; der One-Shot-Modus ist strikt monophon.
Ist Trigger aktiviert, spielt das Sample auch nach dem Loslassen der Taste weiter; wie lange Sie das Pad gedrĂŒckt halten macht keinen Unterschied, wenn Trigger eingeschaltet ist.
Sie können den LautstÀrkeverlauf des Samples mit den Parametern Fade In und Fade Out formen. Fade In bestimmt, wie lange es dauert, bis das Sample seine maximale LautstÀrke erreicht nachdem ein Note angeschlagen wurde, wÀhrend Fade Out mit dem Ausblenden mit der angegebenen Zeit vor dem Ende der Sample-Region beginnt.
Ist Gate aktiviert, startet das Sample mit dem Fade Out, sobald Sie die Note loslassen. Die Fade-Out-Zeit bestimmt, wie lange es nach dem Loslassen dauert, bis nichts mehr zu hören ist.
Snap funktioniert in seiner Funktion Àhnlich wie beim Classic-Modus, betrifft jedoch nur die Start- und End-Flaggen, da es keine Loop-Optionen gibt.
30.11.1.3 Slicing Playback-Modus

Im Slicing-Playback-Modus (wie beim One-Shot-Playback-Modus) legen die linke und rechte Flagge die verfĂŒgbare Wiedergabe-Region fest.
Im Slice-By-MenĂŒ legen Sie die Methode fest, wie Slices erzeugt werden:
- Transient - Slices werden automatisch an den Transienten im Sample gesetzt. Der Sensitivity-Regler bestimmt, wie empfindlich Simpler auf Transienten und relativen Pegelspitzen im Sample reagiert und damit wie viele Slices automatisch erzeugt werden. Höhere Werte ergeben mehr Slices, es sind maximal 64 Slices möglich.
- Beat - Slices werden auf musikalische Taktunterteilungen gesetzt. Der Division-Schalter wÀhlt die Taktunterteilung, mit der Sampler Slices im Sample setzt.
- Region - Slices werden in gleichmĂ€Ăigen Zeitabschnitten gesetzt. Der Regions-Schalter legt die Anzahl gleichmĂ€Ăiger Zeitabschnitte fest, die erzeugt werden.
- Manual - Slices werden manuell mit Doppelklick in das Sample erzeugt. Ist Manual ausgewÀhlt, werden keine Slices automatisch gesetzt.
Der Playback-Wahlschalter bestimmt, wie viele Slices gleichzeitig getriggert werden können. Mono ist monophon; zur gleichen Zeit kann immer nur eine Slice abgespielt werden. Auf Poly gestellt, können mehrere Slices zusammen getriggert werden. Die Voices- und Retrig-Parameter sind verfĂŒgbar, wenn Poly aktiviert ist und funktionieren wie im Classic-Playback-Modus. Auf Through gestellt, ist die Wiedergabe monophon, bei jedem Triggern einer Slice, wird diese jedoch bis zum Ende der Sample-Region weitergespielt.
Der Trigger/Gate-Schalter funktioniert genau wie im One-Shot-Playback-Modus. Die Fade-In- und Fade-Out-Parameter verhalten sich etwas anders, abhÀngig von der Einstellung des Playback-Wahlschalters. Bei der Mono- oder Poly-Einstellung werden die Fade-Zeiten vom Anfang bis zum Ende jeder individuellen Slice gemessen, wÀhrend sie bei der Through-Einstellung von der jeweils getriggerten Slice bis zum Ende der Region gemessen werden. Hierdurch können gleiche Fade-Zeiten unterschiedlich klingen, je nachdem wo in Ihrer gesamten Region die Slice liegt, die Sie triggern
Automatisch erzeugte Slices erscheinen als blaue vertikale Linie in der Wellenform-Darstellung. Doppelklick auf eine Slice löscht diese. Sollten Sie mit Simplers automatischem Setzen von Slices nicht zufrieden sein, können Sie eine Slice auch anklicken und auf eine neue Position ziehen. Doppelklicken auf die Wellenform zwischen Slices erzeugt neue manuelle Slices, die weià erscheinen. Wird im Transient-Modus beim Klicken auf eine Slice Alt (Win) / Option (Mac) gehalten, wechselt diese zwischen manueller und automatischer Slice. Manuell erzeugte Slices im Transient-Modus bleiben unabhÀngig vom eingestellten Sensitivity-Wert erhalten.
30.11.2 Warp-Parameter

Ist der Warp-Schalter aus, verhĂ€lt sich Simpler wie ein âkonventionellerâ Sampler; wenn Sie das Sample mit unterschiedlichen Tonhöhen wiedergeben, spielt das Sample mit unterschiedlicher Geschwindigkeit. Manchmal ist das genau das gewĂŒnschte Verhalten. Wenn Sie jedoch mit Samples arbeiten, bei denen ein rhythmische Struktur im Sample vorhanden ist, möchten Sie eventuell Warp aktivieren. Hierdurch spielt Simpler das Sample synchron zum aktuellen Songtempo, unabhĂ€ngig davon, welche Noten Sie spielen.
Wenn Sie die Warping-Funktionen von Audio-Clips kennen, werden Sie schnell herausfinden, dass sich Simplers Warp-Modi und Einstellungen auf die gleiche Weise verhalten. Weitere Informationen finden sich im Abschnitt Warp-Modi.
Die Taste Als ⊠warpen stellt das Warping des Samples so ein, dass es genau in der angegebenen Anzahl Takte und SchlÀge abspielt. Live probiert den Wert ausgehend von der LÀnge des Samples so gut wie möglich zu finden, sollte Live jedoch daneben liegen, können Sie die :2 oder x2 Tasten nutzen, um die Wiedergabegeschwindigkeit zu verdoppeln bzw. zu halbieren.
30.11.3 Filter

Simplers Filterbereich bietet verschiedene Filtertypen an, darunter Tiefpass, Hochpass, Bandpass, Notch und ein spezielles Morph-Filter. Jeder Typ kann zwischen 12 und 24 dB Flankensteilheit umgeschaltet werden. ZusÀtzlich kann das Verhalten verschiedener analog-modellierter Schaltungen gewÀhlt werden. Die Schaltungstypen wurden in Zusammenarbeit mit Cytomic entwickelt und emulieren die Filterschaltungen einiger analoger Synthesizerklassiker.
Die Schaltungsoption Clean bietet ein hochwertiges, CPU-effizientes Design, das auch bei den Filtern von EQ Eight Verwendung findet. Diese Option ist fĂŒr alle Filter-Typen vorhanden.
Die OSR-Schaltungsoption ist ein State-Variable-Typ, bei dem die Resonanz von einer speziellen, hart clippende Diode begrenzt wird. Diese ist nach Filtern modelliert, die in einem sehr seltenen, britischen Monosynth zu finden sind und ist fĂŒr alle Filtertypen vorhanden.
Die MS2-Schaltung nutzt ein Sallen-Key-Design und Soft Clipping, um die Resonanz zu begrenzen. Die Option ist nach Filtern modelliert, die in einem berĂŒhmten, halbmodularen Synth aus Japan zu finden sind und ist fĂŒr Tiefpass- und Hochpassfilter vorhanden.
Die SMP-Schaltung ist ein spezielles Design, das keine bestimmten Hardware-Vorbilder hat. Es teilt den Charakter der beiden MS2- und PRD-Schaltungen und ist fĂŒr die Tiefpass- und Hochpass-Filter vorhanden.
Die PRD-Filter nutzen ein Ladder-Design und haben keine ausgesprochene Begrenzung der Resonanz. Die Option ist nach Filtern modelliert, die in einem alten Monosynth mit 2 Oszillatoren aus den USA eingesetzt werden und fĂŒr die Tiefpass- und Hochpassfilter vorhanden.
Die wichtigsten Filter-Parameter sind die fĂŒr Synthesizer typischen Regler Frequenz und Resonanz. Der Frequency-Parameter bestimmt dabei, wo im Frequenzspektrum das Filter wirksam wird, der Resonance-Parameter verstĂ€rkt die Frequenzen an diesem Punkt des Spektrums.
Werden die Tiefpass-, Hochpass- oder Bandpass-Filter eingesetzt, gibt es fĂŒr jeden Schaltungstyp auĂer Clean einen zusĂ€tzlichen Drive-Parameter, mit dem das Signal vor dem Filtereingang verstĂ€rkt oder auch verzerrt werden kann.
Das Morph-Filter hat einen zusĂ€tzlichen Morph-Regler, mit dem der Filtertyp kontinuierlich von Tiefpass nach Bandpass nach Hochpass nach Notch und zurĂŒck nach Tiefpass durchlaufen werden kann.
Der Morph-Parameter springt mit den jeweiligen KontextmenĂŒ-Optionen des Morph-Reglers direkt zu einer reinen Tiefpass-, Bandpass-, Hochpass- oder Notch-Konfiguration.
Mit den Envelope- und Filter-Schaltern in der Anzeige des Filter-Bereichs kann zwischen der Darstellung der FilterhĂŒllkurve und des Filter-Frequenzgangs umgeschaltet werden. Die Grenzfrequenz des Filters und seine Resonanz können entweder mit den Reglern Freq und Res in der Shell oder durch Ziehen des gelben Punkts in der Darstellung des Filter-Frequenzgangs eingestellt werden. Die Filterfrequenz lĂ€sst sich auch wie folgt modulieren:
- Durch die AnschlagstĂ€rke der Noten, ĂŒber den Regler Vel im Filter-Display.
- Durch die Tonhöhe der Noten, ĂŒber den Regler Key im Filter-Display.
- Durch die Filter-HĂŒllkurve, ĂŒber den Envelope-Parameter im Filter-Display.
- den LFO, mit dem Filter-Regler in der LFO-Sektion.
30.11.4 Envelopes

Simpler bietet wie die meisten Synthesizer drei klassische ADSR-HĂŒllkurven zum Formen dynamischer KlangverlĂ€ufe. LautstĂ€rke, Filterfrequenz und Tonhöhe können nach Umschalten mit den entsprechenden Schaltern in der HĂŒllkurvenabteilung moduliert werden. Attack bestimmt in Millisekunden die Einblend-Dauer, also die Zeit, die die HĂŒllkurve benötigt, um nach dem Anschlagen einer Note ihr Maximum zu erreichen. Decay bestimmt dann die Dauer, die die HĂŒllkurve benötigt, um den Sustain-Level zu erreichen, der dann bis zum Loslassen der Note gehalten wird. Release bestimmt nach dem Ende der Note die Dauer, die die HĂŒllkurve braucht, um vom Sustain-Level wieder auf Null abzufallen. Diese Parameter können entweder mit Ihren jeweiligen Reglern oder grafisch durch Ziehen der HĂŒllkurvenpunkte eingestellt werden.
Der Einfluss der HĂŒllkurven auf Tonhöhe und Filter-Cutoff kann mit den Envelope-Amount-Parametern oben rechts in jedem der Bereiche bestimmt werden.

Die Amplituden-HĂŒllkurve kann mit dem Loop-Modus-WahlmenĂŒ auch geloopt werden. Bei den Loop- und Trigger-Modi startet die HĂŒllkurve ausgehend vom Anfangswert (Initial) neu, falls die Note ĂŒber das Ende der Decay-Phase hinaus gehalten wird. Dieser Parameter bestimmt die Zeit, die die HĂŒllkurve benötigt, um vom Sustain- zum Start-Level zu gelangen. Bei den Beat- und Sync-Modi startet die HĂŒllkurve ausgehend vom Anfangswert (Initial) neu, falls die Note lĂ€nger als die mit dem Rate-Regler eingestellte Dauer gehalten wird.

30.11.5 LFO

Der LFO (Low-Frequency Oscillator) bietet die Schwingungsformen Sinus, Rechteck, Dreieck, fallenden und aufsteigenden SĂ€gezahn sowie Zufall. Der LFO kann mit Frequenzen zwischen 0.01 und 30 Hz laufen oder zu Taktunterteilungen des Set-Tempos synchronisiert werden. Der LFO in Simpler ist individuell pro Stimme, beziehungsweise gespielter Note, verfĂŒgbar.
Die Zeit, die der LFO bis zum Erreichen seiner maximalen IntensitĂ€t benötigt, wird mit dem Attack-Parameter bestimmt. Der R-Schalter aktiviert/deaktiviert Retrigger. Aktiviert, wird die LFO-Phase bei jeder neuen Note um den Offset-Wert zurĂŒckgesetzt. Beachte bitte, dass Offset keine Wirkung hat, wenn Retrigger deaktiviert ist.
Der Key-Parameter skaliert die Frequenz jedes LFOs in AbhÀngigkeit der empfangenen Notennummern. Ein hoher Key-Wert erhöht bei höheren Noten auch die LFO-Geschwindigkeit. Steht Key auf Null, haben die LFOs aller Stimmen die gleiche Geschwindigkeit, können sich aber in ihrer Phase unterscheiden.
Die Regler Volume, Pitch, Pan und Filter bestimmen, wie stark der LFO LautstÀrke, Tonhöhe, Panorama und Filter moduliert.
30.11.6 Globale Parameter

Das Panorama wird mit dem Pan-Parameter bestimmt, kann aber auch (mit dem Random > Pan-Regler) durch einen Zufallswert variiert oder mit dem LFO moduliert werden.
Operator bietet auch einen speziellen Spread-Parameter, der einen fĂŒlligen Stereo Chorus erzeugt. Er verwendet dazu zwei Stimmen pro Note, von denen eine nach links und die andere nach rechts gepannt wird. Die beiden Stimmen werden gegeneinander verstimmt, wobei der Grad der Verstimmung mit dem Spread-Parameter regelbar ist.
Ob eine bestimmte Note mit Spread versehen wird, hĂ€ngt von der Einstellung des Parameters zu Notenbeginn ab. Um einen speziellen Effekt zu erzielen, könnten Sie beispielsweise eine Sequenz erzeugen, bei der Spread die meiste Zeit ĂŒber auf Null und nur bei manchen Noten aufgedreht ist. Diese Noten werden dann in Stereo wiedergegeben, die anderen in Mono.
Die AusgangslautstÀrke von Simpler wird mit dem Volume-Regler gesteuert, sie kann jedoch auch von der Anschlaggeschwindigkeit der Noten abhÀngig sein, entsprechend dem Regler Velocity > Volume. Tremolo-Effekte lassen sich erzeugen, indem man die LautstÀrke mit dem LFO moduliert.
Ist die empfangene MIDI-Note C3, gibt Simpler ein Sample in der Originaltonhöhe wieder, mit dem Transpose-Parameter ist jedoch eine Transponierung im Bereich von +/- 48 Halbtönen möglich. Die Tonhöhe kann auch durch den LFO oder die Pitch-HĂŒllkurve moduliert werden. Die Tonhöhen-HĂŒllkurve ist besonders beim Erzeugen von perkussiven Sounds hilfreich. Simpler reagiert auf MIDI-Pitchbend-Daten mit einer Empfindlichkeit von +/- 5 Halbtönen. Sie können den Transpose-Parameter mit Clip-HĂŒllkurven oder externen Controllern steuern. FĂŒr die Feinstimmung der Tonhöhe nutzen Sie den Detune-Regler, der in einem Bereich von +/- 50 Cents eingestellt werden kann.
Simpler besitzt eine Glide-Funktion. Ist sie aktiviert, startet eine neue Note mit der Tonhöhe der zuletzt gespielten Note und gleitet dann auf ihre eigene Tonhöhe. Zwei Glide-Modi stehen zur Auswahl: Glide, das monophon und Portamento, das polyphon arbeitet. Die Geschwindigkeit des Gleitens wird mit dem Time-Parameter eingestellt.
30.11.7 KontextmenĂŒ-Optionen von Simpler
Einige Funktionen von Simpler sind nur zugĂ€nglich, indem man das KontextmenĂŒ im Sample-Display oder auf Simplers Titelzeile öffnet.
StandardmĂ€Ăig verwendet Simpler "Constant Power"-Ăberblendungen an Loop-ĂbergĂ€ngen. Durch Abwahl von âConstant-Power-Crossfades bei Loopsâ im KontextmenĂŒ von Simplers Titelzeile werden lineare Ăberblendungen verwendet. Beachten Sie bitte, dass der Fade-Parameter bei aktiviertem Warp nicht verfĂŒgbar ist.
Presets, die mit Simpler erzeugt wurden, können fĂŒr die Benutzung mit Sampler konvertiert werden und umgekehrt. Ăffne dazu das KontextmenĂŒ in der Titelzeile von Simpler und wĂ€hle den Befehl Simpler -> Sampler. Auf diese Weise können Presets, die mit Simpler erzeugt wurden, in den Multisample-Kontext von Sampler ĂŒbertragen werden. Beachten Sie jedoch, dass die Warping- und Slicing-FunktionalitĂ€t Simplers in Sampler nicht vorhanden ist und daher Presets, die diese Funktionen nutzen, in Sampler anders klingen und reagieren.
Die Option Sample verwalten zeigt das geladene Sample in Lives Datei-Manager an, wÀhrend die Option Im Browser zeigen das Sample in Lives Browser hervorhebt. "Im Finder/Explorer zeigen" öffnet das Sample in seinem Ordner im Betriebssystem Ihres Rechners. Beachten Sie, dass dieser Befehl nicht vorhanden ist, wenn Sie mit Samples arbeiten, die von offiziellen Ableton Packs geladen wurden.
"LautstĂ€rke normalisieren" Ă€ndert die LautstĂ€rke des geladenen Samples, sodass die gröĂte Pegelspitze den maximalen verfĂŒgbaren Headroom nutzt.
"Sample stutzen" entfernt die Bereiche des Samples, die auĂerhalb der eingestellten Start- und Endpunkte liegen und "Umkehren" spielt das gesamte Sample rĂŒckwĂ€rts ab. Beachten Sie, dass das Stutzen (Crop) und Umkehren (Reverse) nicht-destruktiv sind; sie erzeugen ein Kopie des Samples und wenden die gewĂŒnschte Bearbeitung auf diese Kopie an, Ihr Original-Sample wird somit nicht geĂ€ndert.
Wenn Sie im Slicing-Playback-Modus arbeiten, stehen zwei weitere Optionen im KontextmenĂŒ zur VerfĂŒgung: Bei "Als Drum Rack slicen" wird Simpler durch ein Drum Rack ersetzt, in dem jede aktuelle Slice jeweils einem Pad zugewiesen wird. "Auf neue MIDI-Spur slicen" ist Ă€hnlich, erzeugt jedoch eine zusĂ€tzliche Spur mit dem Drum Rack, anstatt Simpler zu ersetzen. Dazu wird beim Slicen auf eine neue Spur ein Clip erzeugt, der die Slices in Reihenfolge abspielt. Weitere Informationen zum Slicen finden sich im entsprechenden Abschnitt zu diesem Thema.
30.11.8 MaĂnahmen fĂŒr geringere CPU-Last
Echtzeit-Klangerzeugung benötigt eine hohe Rechenleistung. Es gibt jedoch einige MaĂnahmen, mit denen sich die erforderliche Leistung reduzieren lĂ€sst. Um bei Simpler Rechenleistung zu sparen, können Sie Folgendes tun:
- Wenn Sie Warping nutzen, sollte Sie sich davon bewusst sein, dass die Complex- und Complex-Pro-Modi wesentlich mehr CPU-Leistung als die anderen Warp-Modi erfordern.
- Deaktivieren Sie das Filter, wenn es nicht benötigt wird.
- Die Flankensteilheit eines Filters beeinflusst den CPU-Verbrauch â bei 24dB liegt er etwas höher als bei 12 dB.
- Auch das Deaktivieren des LFO spart ein wenig Rechenleistung.
- Stereo-Samples benötigen deutlich mehr Rechenleistung als Mono-Samples, da sie die doppelte Signalbearbeitung erforderlich machen.
- Der Error-Parameter versieht die Rate-, Amount-, Delay- und Attack-Werte jeder gespielten Stimme mit einer zufÀlligen Abweichung.
- Stellen Sie den Spread-Parameter auf 0%, wenn er nicht benötigt wird.
30.12 Tension

Der in Zusammenarbeit mit Applied Acoustics Systems entwickelte Synthesizer Tension emuliert Saiteninstrumente. Er basiert ausschlieĂlich auf Physical-Modeling-Technologie und verwendet kein Sampling und auch keine Wavetables. Er erzeugt seine KlĂ€nge stattdessen, indem er mathematische Gleichungen berechnet, die die Komponenten von Saiteninstrumenten und ihre Interaktion modellieren. Dieses fortschrittliche Klangerzeugungsverfahren reagiert dynamisch auf die Steuerinformationen die es wĂ€hrend Ihres Spiels erhĂ€lt und reproduziert so die Ausdrucksvielfalt und den Nuancenreichtum echter Saiteninstrumente.
Tension bietet vier verschiedene Erreger-Typen (zwei verschiedene HĂ€mmer, ein Plektrum und einen Bogen), das akkurate Modell einer Saite, ein Modell der Bund/Finger-Interaktion, ein DĂ€mpfer-Modell und verschiedene Resonanzboden-Typen. Die Kombination dieser verschiedenen Elemente erlaubt das Reproduzieren einer breiten Palette von Saiteninstrumenten. Zu guter Letzt bietet Tension zahlreiche Performance-Funktionen, etwa unterschiedliche Keyboard-Modi, Portamento, Vibrato und Legato-Funktionen. Tension ist auĂerdem mit Filtern, LFOs und HĂŒllkurven-Parametern ausgestattet, die die Klangformungsmöglichkeiten ĂŒber das hinausgehen lassen, was mit "echten" Instrumenten möglich wĂ€re.
30.12.1 Architektur und OberflÀche
Die Vibration der Saite (String) stellt den wesentlichen Klangerzeugungsmechanismus des Instruments dar. Die Saite wird durch das Verhalten eines Erregers (Exciter) in Schwingung versetzt. Das kann ein Hammer, ein Plektrum oder ein Bogen sein. Die Frequenz der Schwingung wird durch die tatsĂ€chliche LĂ€nge der Saite bestimmt, die ĂŒber die Finger/Bund-Interaktion bzw. Termination kontrolliert wird. Ein DĂ€mpfer (Damper) kann auf die Saiten angewendet werden, um die Ausklingzeit der Schwingung zu verkĂŒrzen. Dies ist beispielsweise bei einem Piano der Fall, wo beim Loslassen der Tasten und des Haltepedals Filz auf die Saiten gedrĂŒckt wird. Die Vibration der Saite wird zum Korpus (Body) des Instruments geleitet, der den Klang effizient verbreiten kann. In manchen Instrumenten wird die Saitenvibration ĂŒber die BrĂŒcke direkt auf den Korpus ĂŒbertragen. In anderen, etwa der Elektrischen Gitarre, wird ein Pickup verwendet, um die Schwingung zu einem VerstĂ€rker zu ĂŒbertragen. ZusĂ€tzlich zu diesen wichtigsten Bereichen wurde eine Filter-Sektion zwischen dem String- und dem Body-Bereich integriert, um die klanglichen Möglichkeiten des Instruments zu erweitern.
Die OberflÀche von Tension zeigt zwei Tabs, untergliedert in weitere Unterbereiche. Die String-Seite enthÀlt alle grundlegenden klangerzeugenden Komponenten, die mit der Saite selbst zu tun haben: Exciter, String, Damper, Termination, Pickup und Body. Die Seite Filter/Global enthÀlt den Filter- und den MPE-Bereich sowie globale Performance-Parameter. Jeder Bereich (mit Ausnahme von String sowie des globalen Keyboard-Bereichs) kann individuell ein- oder ausgeschaltet werden. Das Ausschalten eines Bereichs vermindert die CPU-Belastung.
30.12.2 String-Seite
Die String-Seite enthĂ€lt die Parameter fĂŒr die physikalischen Eigenschaften der Saite selbst sowie dafĂŒr, wie sie gespielt wird.
30.12.2.1 Die Excitator-Seite

30.12.2.2 Anregungs-Typen (Exciter Types)
Die modellierte Saite kann mit verschiedenen Erregern gespielt werden, um unterschiedliche Instrumente und Spieltechniken zu reproduzieren.
Der Erreger-Bereich kann mit dem Schalter neben seinem Namen ein- oder ausgeschaltet werden. Ist er ausgeschaltet, kann die Saite nur durch die Interaktion mit ihrem DĂ€mpfer aktiviert werden. (Sind sowohl der Excitator- als auch der Damper-Bereich ausgeschaltet, kann nichts die Saite in Schwingung versetzen - sollte das Instrument keinen Klang erzeugen, ĂŒberprĂŒfen Sie bitte, ob mindestens einer dieser beiden Bereiche eingeschaltet ist.)
Der Erreger wird im Type-MenĂŒ gewĂ€hlt, zur Auswahl stehen Bow, Hammer, Hammer (bouncing) und Plectrum.
Bow - dieser Erreger passt zu Streichinstrumenten wie der Geige, der Bratsche oder dem Cello. Der Bogen versetzt die Saite in eine anhaltende Schwingung. Die Bewegung des Bogenhaars ĂŒber die Saite erzeugt eine Reibung, die die Saite abwechselnd mit dem Haar mitzieht und aus dieser Bewegung ausbrechen lĂ€sst. Die Frequenz dieses Wechsels zwischen dem Mitziehen und dem Ausbrechen bestimmt den Grundton. Wird die Saite durch den Bogen (Bow) angeregt, ist der Damping-Regler nicht verfĂŒgbar.
Hammer - dieser Erreger-Typ simuliert das Verhalten weicher HÀmmer oder Schlegel. Hammer modelliert einen Hammer, der unter der Saite angebracht ist, sie einmal anschlÀgt und sich dann wieder von der Saite entfernt. Dieser Mechanismus findet sich beispielsweise in einem Piano.
Hammer (bouncing) - dieser Erreger-Typ Ă€hnelt Hammer, nur dass sich dieser zunĂ€chst ĂŒber der Saite befindet, auf sie herabfĂ€llt und dort mehrere Male auf- und abprallen kann. Dieser Spielmechanismus findet sich zum Beispiel bei einem hammergespielten Hackbrett.
Plectrum - ein Plektrum oder âPickâ wird bei Instrumenten wie Gitarre oder Cembalo verwendet. Man kann es sich als ein angewinkeltes Objekt vorstellen, das unter der Saite platziert wird und diese durch Anreissen in Bewegung setzt.
30.12.2.3 Der Release-Loop-Parameter.
Neben dem Exciter-MenĂŒ befinden sich fĂŒnf Parameter-Regler. Die ersten beiden Parameter hĂ€ngen vom gewĂ€hlten Exciter-Typen ab, die anderen drei sind universell.
Parameter fĂŒr Bow:
- Der Parameter Force regelt den Druck, der mit dem Bogen auf die Saite ausgeĂŒbt wird. Bei höheren Werten wird der Klang "kratziger".
- Die Reibung zwischen dem Bogen und der Saite kann mit dem Friction-Parameter eingestellt werden. Höhere Werte fĂŒhren ĂŒblicherweise zu einem schnelleren Einschwingen.
Parameter fĂŒr Hammer / Hammer (bouncing):
- Mass bestimmt das Gewicht des Hammers.
- Der Parameter Stiffness bestimmt, wie hart die SchlagflÀche des Hammers ist.
Parameter fĂŒr Plectrum:
- Der Protrusion-Regler bestimmt, wie viel von der FlĂ€che des Plektrums unter der Saite platziert wird. Kleine Werte fĂŒhren zu einem dĂŒnneren, "kleineren" Klang, da weniger Masse die Saite in Bewegung setzt.
- Der Regler Stiffness bestimmt die HĂ€rte des Plektrums.
Universelle Parameter fĂŒr den Exciter:
- Der Regler Velocity bestimmt, wie schnell die Saite angeregt wird.
- Position definiert den Kontaktpunkt auf der Saite, wo der Exciter auftrifft. Bei 0 % berĂŒhrt der DĂ€mpfer die Saite an ihrem Ende (dem Termination-Punkt), bei 50 % wird die Saite in der Mitte gedĂ€mpft. Ist Fix. Pos aktiviert (mehr darĂŒber weiter unten), ist diese Position unabhĂ€ngig von der SaitenlĂ€nge.
- Der Regler Damping bestimmt, wieviel von der Schlagkraft des Exciters von diesem wieder absorbiert wird. Hinweis: FĂŒr den Exciter Hammer (bouncing) verhĂ€lt sich Damping quasi analog zu Stiffness. Doch anstatt die HĂ€rte der HammeroberflĂ€che zu bestimmen, geht es hier um die virtuelle âFederâ, die den Hammer mit der ihn bewegenden Masse verbindet. Je höher der Wert von Damping, desto kĂŒrzer die Interaktion zwischen Hammer und Saite, was im Allgemeinen zu einem lauteren und helleren Klang fĂŒhrt.
Der Schalter Fix. In diesem Fall ist der Kontaktpunkt auf eine bestimmte Stelle fixiert und Àndert sich nicht, wenn sich die LÀnge der Saite Àndert. Dieses Verhalten entspricht dem bei der Gitarre, wo die Saite unabhÀngig von der gespielten Tonhöhe immer etwa an der gleichen Position angerissen wird. Auf einem Klavier ist die Position beim Anregen relativ, d.h. die HÀmmerchen schlagen die Saite jeweils etwa bei einem Siebtel der SaitenlÀnge an, weshalb sich hier Fix. als Modellierung anbietet. Pos aktiviert ist.
Zu guter Letzt kann man ihr Verhalten mit den Slidern Vel und Key durch AnschlagsstÀrke bzw. Tonhöhe modulieren.
Bitte beachten Sie, dass die Parameter des Erreger-Bereichs eng zusammenwirken, um das gesamte Verhalten des Instruments zu beeinflussen. So mag es beispielsweise passieren, dass bestimmte Werte-Kombinationen gar keinen Klang produzieren.
30.12.2.4 Der Damper-Bereich

Alle Saiteninstrumente verwenden irgendeine Art von DÀmpfer, um die Schwingung der Saite zu stoppen. Bei Klavieren handelt es sich dabei um einen Filzbelag, der beim Loslassen der Taste auf die Saite trifft. Bei Instrumenten wie der Gitarre oder der Geige dÀmpft der Spieler die Saite mit den Fingern. DÀmpfer regeln die Abklingzeit der Saite, erzeugen aber auch selbst einen gewissen Klanganteil, der wesentlich zum charakteristischen Timbre eines Saiteninstruments beitrÀgt. Der Damper-Bereich kann mit dem zugehörigen Schalter ein- und ausgeschaltet werden.
Obwohl ein DÀmpfer eher die Aufgabe hat, die Saite zu stoppen und nicht zu aktivieren, ist er einem Hammer nicht unÀhnlich und besitzt deswegen einige identische Parameter
Der Mass-Parameter bestimmt, wie stark die OberflĂ€che des DĂ€mpfers auf die Saite gedrĂŒckt wird. Indem Sie den Wert erhöhen, kommt die Saite schneller zum Stillstand.
Stiffness regelt die HĂ€rte des DĂ€mpfer-Materials. Niedrige Werte simulieren weiches Material wie Filz, hohe modellieren einen DĂ€mpfer aus Metall.
Beachten Sie, dass sehr hohe Mass- und Stiffness-Werte einen DĂ€mpfer simulieren können, der die Saite so hart dĂ€mpft, dass er ihre effektive LĂ€nge Ă€ndern und so eine Ănderung der Stimmung verursachen kann.
Der Velocity-Regler bestimmt die Geschwindigkeit, mit der der DĂ€mpfer nach Loslassen der Taste an die Saite angepresst wird, sowie die Geschwindigkeit, mit der er beim DrĂŒcken einer Taste von der Saite entfernt wird. Seien Sie mit diesem Parameter vorsichtig - sehr hohe Velocity-Werte können den DĂ€mpfer so hart auf die Saite schlagen lassen, dass beim Loslassen von Tasten sehr laute GerĂ€usche entstehen können. Beachten Sie, dass der Gated-Schalter darĂŒber entscheidet, ob der Velocity-Regler aktiviert ist. Ist der Gated-Schalter aktiviert, wird der DĂ€mpfer beim Loslassen der Taste an die Saite angedrĂŒckt. Ist Gated deaktiviert, verbleibt der DĂ€mpfer permanent auf der Saite, wodurch der Velocity-Parameter keine Wirkung hat.
Der Position-Regler funktioniert Ă€hnlich wie der im Exciter-Bereich, bezeichnet aber hier den Punkt auf der Saite, an dem der DĂ€mpfer anliegt. Bei 0% berĂŒhrt der DĂ€mpfer die Saite an ihrem Ende (dem Termination-Punkt), bei 50% wird die Saite in der Mitte gedĂ€mpft. Dieses Verhalten ist jedoch etwas anders, wenn der Schalter Fix. Dieses Verhalten ist jedoch etwas anders, wenn der Schalter Fix. Pos aktiviert ist. In diesem Fall ist der Kontaktpunkt auf eine bestimmte Stelle fixiert und Ă€ndert sich nicht, wenn sich die LĂ€nge der Saite Ă€ndert.
Mass, Stiffness und Velocity können mit den Parametern unter den Reglern durch die gespielte Tonhöhe moduliert werden.
Die HĂ€rte des DĂ€mpfer-Mechanismusâ kann mit dem Damping-Regler eingestellt werden, der den Anteil der Vibration bestimmt, der durch den DĂ€mpfer absorbiert wird. Niedrige Werte bewirken eine geringere DĂ€mpfung (lĂ€ngere Ausklingzeiten). Dies wird jedoch etwas weniger vorhersehbar, wenn der Damping-Wert ĂŒber 50% liegt. Bei höheren Werten verhĂ€lt sich der Mechanismus so steif, das er von der Saite abprallt. Dies wiederum verkĂŒrzt die Kontakt-Dauer des DĂ€mpfers auf der Saite und verlĂ€ngert so die Ausklingzeit. Am besten entwickelst du ein GefĂŒhl fĂŒr diesen Parameter, indem du seinen Wert vorsichtig erhöhst, wĂ€hrend du wiederholt eine Taste anschlĂ€gst.
Der String-Bereich

Die Vibration der Saite ist die bestimmende Klang-Komponente eines Saiteninstruments. Die LĂ€nge der Saite ist auch fĂŒr die wahrnehmbare Tonhöhe des Klangs verantwortlich.
Der Decay-Parameter regelt, wie lange die schwingende Saite braucht, um auszuklingen. Höhere Werte verlÀngern die Abklingzeit. Mit dem Parameter < Key neben dem Decay-Regler lÀsst sich die Abklingzeit durch die Noten-Tonhöhe modulieren.
Der Ratio-Parameter teilt die Decay-Zeit zwischen dem Beginn und dem Loslassen einer Note auf. Bei 0% gilt die mit dem Decay-Regler eingestellte Zeit sowohl fĂŒr den Anschlag als auch das Loslassen. Mit steigender Ratio verringert sich die Release-Zeit, doch die anfĂ€ngliche Decay-Zeit bleibt gleich.
Das theoretische Modell einer resonierenden Saite ist harmonisch. Das bedeutet, dass alle Obertöne der Saite exakte Vielfache der Grundtonfrequenz sind. Saiten sind aber in der RealitĂ€t alle mehr oder weniger inharmonisch, und das zunehmend mit gröĂerer Dicke der Saite. Der Parameter Inharm modelliert dieses Verhalten und verstimmt mit gröĂerem Wert höhere Teiltöne umso stĂ€rker.
Der Damping-Regler bestimmt den Anteil höherer Frequenzen in der Saitenschwingung. Höhere Werte fĂŒhren zu mehr Teiltönen im Höhenbereich (weniger DĂ€mpfung). Dieser Parameter kann mit dem Regler < Key rechts daneben durch die gespielte Tonhöhe beeinflusst werden.
Der Vibrato-Bereich

Der Vibrato-Bereich nutzt einen LFO, um die Tonhöhe der Saite zu modulieren. Auch die Parameter dieses Bereichs können wie alle von Tension dazu verwendet werden, dem realen Vorbild eines Streichinstruments möglichst nahe zu kommen â oder um gĂ€nzlich neue KlĂ€nge zu formen.
Der Vibrato-Bereich kann mit dem zugehörigen Schalter (de-)aktiviert werden.
Der Delay-Regler bestimmt, wann das Vibrato nach dem Notenanschlag einsetzt. Der Attack-Regler stellt ein, wie schnell das Vibrato seine maximale IntensitÀt (einstellbar mit dem Amount-Regler) erreicht.
Die beiden wichtigsten Parameter in diesem Bereich sind die Regler Rate und Amount. Rate bestimmt die Geschwindigkeit der Tonhöhenvariation, wÀhrend Amount ihre IntensitÀt (Amplitude) regelt.
Der Regler < Mod bestimmt, wie stark das Modulationsrad die Vibrato-IntensitÀt beeinflusst. Dieser Parameter arbeitet relativ zur mit Amount gewÀhlten IntensitÀt.
Der Regler Error macht das Vibrato weniger vorhersehbar, indem er die Parameter Rate, Amount, Delay und Attack per Zufallsabweichungen moduliert.
30.12.2.5 Der Termination-Bereich

Die Termination-Sektion modelliert das Zusammenwirken von BĂŒnden, Fingern und Saiten. Bei einem physischen Instrument resultiert diese Interaktion in einer Ănderung der effektiven SaitenlĂ€nge, was wiederum die Tonhöhe der gespielten Note bestimmt.
Der Termination-Bereich kann mit dem Schalter neben dem Namen (de-)aktiviert werden.
Der Parameter Finger Mass lĂ€sst sich auĂerdem durch AnschlagstĂ€rke und Tonhöhe modulieren, ĂŒber die Regler Vel bzw. Key.
Die Regler Finger Mass und Finger Stiff bestimmen die physikalischen Eigenschaften des Fingers, also den Druck auf die Saite bzw. die HĂ€rte des Fingers. Die HĂ€rte der BĂŒnde bildet der Parameter Fret Stiff nach.
30.12.2.6 Der Pickup-Bereich

Der Pickup-Bereich modelliert einen elektromagnetischen Pickup, Ă€hnlich wie er in E-Gitarren und E-Pianos zu finden ist. Er kann mit dem Schalter neben dem Namen (de-)aktiviert werden. Der einzige Parameter hier ist der Position-Regler, der Ă€hnlich wie in den Sektionen Exciter und Damper arbeitet. Bei 0% befindet sich der Tonabnehmer am Endpunkt der Saite, bei 50 % unter ihrem Mittelpunkt. Niedrigere Werte machen im Allgemeinen den Klang höhenreicher und schlanker, höhere Werte ergeben mehr FĂŒlle und Tiefe.
Der Body-Bereich

Der Korpus bzw. Resonanzboden eines Streichinstruments soll die Schwingungsenergie der Saiten abstrahlen. In AbhĂ€ngigkeit von GröĂe und Form filtert der Korpus diese Schwingungen auch. In manchen Instrumenten wie der Gitarre besitzt der Korpus auch einen Lufthohlraum, der die tieferen Frequenzen verstĂ€rkt.
Der Body-Bereich kann mit dem zugehörigen Schalter (de-)aktiviert werden.
Im MenĂŒ Korpus-Typ kannst du zwischen verschiedenen Korpus-Modellen wĂ€hlen, die physischen Instrumenten nachgebildet sind.
Das WahlmenĂŒ KorpusgröĂe bestimmt, wie groĂ der Resonanzkörper im VerhĂ€ltnis ist, von sehr klein (XS) bis hin zu sehr groĂ (XL). Im Allgemeinen verschiebt sich die Resonanzfrequenz nach unten, je gröĂer der Korpus ist.
Die Abklingzeit der Korpus-Resonanz wird mit dem Decay-Regler eingestellt. Höhere Werte fĂŒhren zu einer lĂ€ngeren Abklingzeit.
Der Regler Str/Body bestimmt das VerhÀltnis zwischen dem direkten Klang der Saite und dem durch den Korpus gefilterten Signal. Ist er ganz nach rechts gedreht, ist vom ungefilterten Signal des String-Bereichs nichts zu hören. Ist er ganz nach links gedreht, wird der Body-Bereich umgangen.
Der Frequenzgang des Korpus lĂ€sst sich auĂerdem mit den Reglern Hi Cut und Low Cut beeinflussen.

Der Volume-Regler rechts neben der Body-Sektion bestimmt die GesamtlautstĂ€rke des Instruments. Er ist auch ĂŒber den Tab Filter/Global zugĂ€nglich.
30.12.3 Filter/Global-Seite

Die Seite Filter/Global bietet ein polyphones Filter mit HĂŒllkurve, LFO und MIDI-Modulationen sowie Tastatur- und Portamento-Optionen plus einen integrierten Unisono-Audioeffekt.

Tensions Filter-Sektion bietet ein flexibel konfigurierbares Multimode-Filter, das im Signalfluss zwischen String und Body liegt. Das Filter kann durch eine eigene HĂŒllkurve sowie einen Niederfrequenz-Oszillator (LFO) moduliert werden.
Der gesamte Filter-Bereich kann mit dem zugehörigen Schalter (de-)aktiviert werden, zusĂ€tzlich verfĂŒgen die Unterabteilungen Filter Envelope und Filter LFO ĂŒber eigene Schalter.
Im WahlmenĂŒ des Filters wird der Filtertyp ausgewĂ€hlt. Zur Auswahl stehen Tiefpass-, Bandpass-, Notch-, Hochpass- und Formantfilter zweiter und vierter Ordnung.
Die Resonanzfrequenz des Filters wird mit dem Regler Freq eingestellt, die StĂ€rke der Resonanz mit dem Regler Res. Ist ein Formantfilter ausgewĂ€hlt, ĂŒberblendet der Parameter Res zwischen verschiedenen VokalklĂ€ngen. Sowohl Freq als auch Res lassen sich mit den Reglern unterhalb durch den LFO, die HĂŒllkurve oder die gespielte Tonhöhe modulieren. Beachte bitte, dass die LFO- und Env-Schieberegler keine Wirkung haben, wenn die Untersektionen Envelope und LFO deaktiviert sind.
Der Bereich Filter Envelope kann mit dem zugehörigen Schalter (de-)aktiviert werden. Es handelt sich um den ADSR-Standard (Attack, Decay, Sustain, Release), aber mit ein paar Kniffen:
- Die Attack-Zeit lĂ€sst sich nicht nur mit dem Attack-Slider einstellen, sondern auch ĂŒber den Regler Vel per MiDI-AnschlagstĂ€rke modulieren. Bei höheren Werten fĂŒr Vel verkĂŒrzt sich die Attackzeit, je stĂ€rker die Noten angeschlagen werden.
- Die Zeit, mit der die HĂŒllkurve nach der Attackphase auf den Sustain-Level abfĂ€llt, wird mit dem Decay-Regler eingestellt.
- Der Sustain-Regler bestimmt, auf welchem Wert die HĂŒllkurve nach Ablauf der Decay-Phase verbleibt, bis die Taste losgelassen wird. Ist dieser Regler ganz nach links gedreht, gibt es keine Sustain-Phase. Ist er ganz nach rechts gedreht, gibt es keine Decay-Phase. Der Sustain-Pegel kann auĂerdem ĂŒber den Regler Vel durch die AnschlagstĂ€rke moduliert werden. Je höher der Wert, desto mehr nimmt der Sustain-Pegel mit der AnschlagstĂ€rke zu.
- Die Ausklingzeit wird mit dem Release-Regler eingestellt. Dies ist die Zeit, die die HĂŒllkurve benötigt, um nach dem Loslassen der Taste auf Null abzufallen.
Die LFO-Unterabteilung stellt eine weitere Modulationsquelle fĂŒr das Filter dar. Dieser Bereich kann mit dem zugehörigen Schalter (de-)aktiviert werden.
Das Waveform-WahlmenĂŒ bestimmt die vom LFO benutzte Wellenform. Zur Auswahl stehen Sinus, Dreieck, Rechteck sowie zwei verschiedene Zufallswellenformen. Die erste Zufallswellenform bewegt sich stufenweise zwischen den Zufallswerten, die zweite glĂ€ttet die ĂbergĂ€nge.
Die LFO-Geschwindigkeit wird mit dem Rate-Regler eingestellt. Mit den Buttons unter diesem Regler lÀsst sich die Rate zwischen Frequenz in Hertz oder Tempo-synchronen Notenwerten umschalten.
Der Attack-Regler bestimmt die Dauer, nach der der Oszillator seine volle Amplitude erreicht hat, der Delay-Regler die Wartezeit, bis der LFO nach dem Notenanschlag einsetzt.

Der MPE-Bereich beinhaltet das Mapping von MPE-Pressure- und MPE-Slide-Daten sowie die Option, Tensions Pitchbend-Range global und individuell pro Note einzustellen. Alle drei MPE-Quellen verfĂŒgen ĂŒber AktivitĂ€ts-Anzeigen, die aufleuchten, sobald Tension ein MPE-Signal empfĂ€ngt.
FĂŒr Pressure- und Slide-Daten kannst du Modulationsziele fĂŒr die MPE-Signale angeben und mit den Amount-Reglern die Modulations-IntensitĂ€t bestimmen.
Mit den Parametern fĂŒr Pitch Bend kannst du den Modulationsbereich in Halbtönen einstellen, sowohl fĂŒr das globale Pitchbend als auch das notenspezifische (Note PB).

Tensions Keyboard-Sektion enthĂ€lt alle Parameter bezĂŒglich Polyphonie, Stimmung und Portamento.
Die Parameter Octave, Semi und Tuning bestimmen die Grob- und Feinstimmung. Octave transponiert das gesamte Instrument in Oktavschritten, Semi in Halbtonschritten nach oben oder unten. Der Detune-Regler erledigt Stimmungs-Anpassungen in Cents (bis maximal 50 Cents nach oben oder unten).
Das Voices-MenĂŒ bestimmt die maximale Polyphonie.
Stretch simuliert eine gestreckte Stimmung, eine gebrĂ€uchliche Stimmungs-Modifikation fĂŒr elektrische und akustische Klaviere. Bei einem Wert von 0 % spielt Tension in wohltemperierter Stimmung. Das bedeutet, dass wenn zwei Noten eine Oktave auseinander liegen, die Grundfrequenz der höheren Note exakt doppelt so hoch ist wie die der tieferen Note. Da aber das tatsĂ€chliche Resonanzverhalten einer schwingenden Zinke oder Saite von diesem theoretischen Modell abweicht, klingt die wohltemperierte Stimmung auf Pianos tendenziell âfalschâ. Je mehr Stretch Amount aufgedreht wird, desto höher werden hohe Noten wiedergegeben und tiefe Noten tiefer. Das fĂŒhrt zu einem strahlenderem Klang. Negative Stretch-Werte simulieren eine ânegativâ gestreckte Stimmung: Höhere Noten werden tiefer, tiefere Noten höher gestimmt.
Der Error-Parameter erhöht fĂŒr jede Note die zufĂ€lligen Abweichungen von der Tonhöhe. Bei sehr hohen Werten könnten allerdings ferne Erinnerungen an dein Jugendorchester wach werden.
Prioritiy legt fest, welche Noten abgeschnitten werden, wenn die maximale Anzahl an Stimmen ĂŒberschritten wird. Ist Priority auf High gestellt, haben neue Noten, die höher als bereits klingende sind, PrioritĂ€t. Der Stimmenklau beginnt also bei den tiefsten Noten. Low Priority bewirkt das Gegenteil. Die Priority-Einstellung Last gibt den neuesten Noten PrioritĂ€t und schneidet die Ă€ltesten nach Bedarf ab.

Mit der Portamento-Sektion lÀsst sich erreichen, dass die Tonhöhe von einer Note zur nÀchsten gleitet, anstatt abrupt zu springen. Dieser Effekt kann mit dem zugehörigen Schalter (de-)aktiviert werden.
Time stellt die Dauer des Portamentos ein.
Ist Legato aktiviert, gleitet die Tonhöhe nur dann, wenn die zweite Note vor dem Loslassen der ersten Note angeschlagen wird.
Bei Prop. (proportional) richtet sich die Portamento-Dauer nach dem Intervall zwischen den Noten. Bei groĂen Intervallen dauert das Gleiten lĂ€nger als bei kleinen. Ist dieser Schalter deaktiviert, bleibt die Dauer des Gleitens konstant, unabhĂ€ngig vom Intervall.

Im Unison-Bereich kannst du fĂŒr jede gespielte Note mehrere Stimmen ĂŒbereinander schichten. Mit dem Unison-Button schaltest du die Sektion an/aus.
Der Voices-Schalter wÀhlt zwischen zwei oder vier unisono gespielten Stimmen, wÀhrend Detune regelt, wie stark die Voices zueinander verstimmt sind. Niedrige Werte eignen sich gut zum Erzeugen eines subtilen Chorus-Effekts, hohe Werte simulieren perfekt ein ungeprobtes Schulorchester.
Wird der Delay-Wert erhöht, verzögert sich der Einsatz jeder neuen geschichteten Stimme.

Der Volume-Regler unten rechts im Eck bestimmt die GesamtlautstĂ€rke des Instruments. Er ist auch ĂŒber die String-Seite zugĂ€nglich.
30.12.4 Tipps fĂŒrs Sound-Design
Auf den ersten Blick mag Tensions modulare Architektur gar nicht so anders aussehen als das, was du von anderen Synthesizern kennst; sie besteht aus Funktionsblöcken, die das Signal auf seinem Weg durch das Instrument beeinflussen. Es ist jedoch wichtig sich daran zu erinnern, dass Tensions Bestandteile nicht isoliert voneinander sind; wenn du einen Parameter Ànderst, kann das drastische Auswirkungen auf einen Parameter ganz woanders haben. Es ist darum auch leicht möglich, eine Kombination von Einstellungen zu finden, die gar keinen Klang produziert. Genauso einfach ist es, extrem laute KlÀnge zu erzeugen, also Vorsicht mit dem Pegel!
Bei der Programmierung von Tension kann es helfen, die verschiedenen Bereiche als Teil eines ganzen physischen Objekts zu verstehen. Zum Beispiel kann ein langsam gefĂŒhrter Bogen eine ungedĂ€mpfte Saite wahrscheinlich noch anregen. Wird die Saite jedoch mit einem gewaltigen DĂ€mpfer am Schwingen gehindert, braucht es einfach eine höhere Bogengeschwindigkeit.
Um einen Eindruck von den Möglichkeiten zu bekommen, hilft eine Analyse der Presets. Du wirst schnell merken, dass Tension weit mehr kann als nur Streicher.
30.13 Wavetable

Wavetable ist ein Synthesizer, der zwei Wavetable-basierte Oszillatoren, zwei analog modellierte Filter und ein enorm leistungsfĂ€higes, intuitiv bedienbares Modulations-System kombiniert. Er wurde so gestaltet, dass er groĂes Sounddesign fĂŒr ganz unterschiedliche Erfahrungsstufen eröffnet: Er ist einfach genug zu bedienen, um schnell und mĂŒhelos ausdrucksstarke KlĂ€nge zu gestalten, eröffnet jedoch ein schier unbegrenztes Klangpotenzial, wenn man tiefer geht.
Wavetables OberflĂ€che ist in drei Hauptbereiche unterteilt: die Oszillatoren (von denen jeder eine eigene Seite hat), die beiden Filter und der Modulationsbereich (der ĂŒber drei Seiten verteilt ist). Um mehr Parameter in einer einzigen Ansicht angezeigt zu bekommen, klicke auf die
Taste in Wavetables Titelzeile. Die Parameter verlagern sich von der GerĂ€te-Ansicht in die erweiterte Anzeige, deren GröĂe und Aufteilung von Ihrer Bildschirmdarstellung abhĂ€ngt.
30.13.1 Wavetable-Synthese
Wavetables Oszillatoren produzieren Ihren Sound mit einer besonderen Technik, der sogenannten Wavetable Synthese. Eine Wavetable ist, einfach betrachtet, eine beliebige Sammlung von kurzen, geloopten Samples, die in einer Tabelle zusammen angeordnet sind. Das Spielen einer Note, bei der der Oszillator auf nur eines dieser Samples fest eingestellt ist, erzeugt eine durchgehend konsistente Klangfarbe. Die wirkliche StĂ€rke der Wavetable-Synthese liegt jedoch in der Möglichkeit, sich beim Halten einer Note zwischen den verschiedenen Samples einer Tabelle zu bewegen, wodurch sich die Klangfarbe verschiebt. Die Wavetable-Synthese ist daher besonders gut fĂŒr dynamische KlĂ€nge geeignet, die sich im Zeitablauf Ă€ndern.
30.13.2 Oszillatoren
Wavetables Oszillatoren wurden im Hinblick auf maximale KlangqualitÀt optimiert. Solange keine Modulation stattfindet, ist der rohe Ausgangsklang der Oszillatoren perfekt band-limitiert und produziert bei allen Tonhöhen keine Aliasing-Artefakte.

Jeder Oszillator kann unabhÀngig voneinander mit dem Schalter der jeweiligen Seiten Osc1/Osc2 ein- und ausgeschaltet werden. Das Klicken auf die Seite wÀhlt den jeweiligen Oszillator aus, wodurch seine Bearbeitungs-Parameter erscheinen.
Der Gesamt-Ausgangspegel jedes Oszillators wird mit seinem Gain-Regler eingestellt, wÀhrend seine Stereoposition mit dem Pan-Regler eingestellt wird. Die Grob- und Feinstimmung jedes Oszillators lÀsst sich mit den Semi- und Detune-Reglern einstellen. Beachten Sie, dass diese Stimmung relativ zur globalen Stimmung ist, die mit dem Transposition-Regler eingestellt wird.
WĂ€hlen Sie eine Wavetable mit den MenĂŒs oder Pfeiltasten aus. Das erste MenĂŒ wĂ€hlt die Wavetable-Kategorie, wĂ€hrend das zweite MenĂŒ eine spezielle Wavetable in der Kategorie wĂ€hlt. Die Pfeiltasten wechseln automatisch in die nĂ€chste Kategorie, sobald Sie das Ende der aktuellen Kategorie erreicht haben, Sie können somit Wavetables ohne Unterbrechung durchgehen.
Sie können die klanglichen Möglichkeiten von Wavetables Oszillator-Sektion erweitern, indem Sie eine beliebige WAV- oder AIFF-Datei als Wavetable laden. Ziehen Sie hierfĂŒr einfach ein Sample aus dem Browser auf die Wavetable-Visualisierung. Die WahlmenĂŒs und Pfeiltasten beziehen sich jetzt auf den Ordner, der das importierte Sample enthĂ€lt, wodurch Sie schnell weitere Samples im Ordner durchhören können.
Wavetable bearbeitet importierte Samples automatisch so, dass unerwĂŒnschte Artefakte vermieden werden. Beachten Sie, dass Sie diese Bearbeitung auch umgehen können, indem Sie den Raw-Mode-Schalter aktivieren. Der Raw-Modus ist besonders nĂŒtzlich, wenn Sie Dateien laden, die speziell fĂŒr den Einsatz als Wavetable vorbereitet sind. Sie können den Modus jedoch auch âmissbrauchenâ um unvorhersehbare Sounds oder Noise- oder Glitch-artige KlĂ€nge zu erzeugen.

Die Wavetable des Oszillators wird in der Mitte der Oszillator-Seite grafisch dargestellt. Das Klicken und Ziehen in der Visualisierung Àndert die Position in der Wavetable. Sie können die Wavetable-Position auch mit dem Wave-Position-Regler einstellen.
Es gibt zwei verschiedenen Arten, wie Wavetables dargestellt werden, die sich mit dem Visualisierungs-Schalter umschalten lassen. Beide Grafiken reprĂ€sentieren die gleichen Informationen, jedoch auf unterschiedliche Weise visualisiert. Die lineare Ansicht ordnet die Wellenformen von unten nach oben an, mit der Zeit von links nach rechts verlaufend. Die polare Ansicht zeigt die Wellenformen als Ringe von innen nach auĂen, wobei die Zeit im Uhrzeigersinn lĂ€uft.
Obwohl eine Vielzahl verschiedener Wavetables vorhanden ist, kann der Sound jeder Wavetable mit eine Reihe von Oszillator-Effekten zusĂ€tzlich transformiert werden. Sie können im Effect-MenĂŒ einen von drei Effekten wĂ€hlen und dann die Parameter fĂŒr den gewĂŒnschten Effekt jeweils mit den Reglern rechts daneben einstellen. Die Oszillator-Effekte umfassen:
- FM â Wendet Frequenzmodulation auf den Oszillator an. Der Amt-Regler bestimmt die IntensitĂ€t der Frequenzmodulation, wĂ€hrend der Tune-Regler die Frequenz des Modulations-Oszillators festlegt. Bei einer Stimmung von 50% (und -50%) liegt der Modulations-Oszillator eine Oktave höher (bzw. tiefer) als der Haupt-Oszillator. Bei 100% (und -100%) ist der Modulations-Oszillator zwei Oktaven höher (oder tiefer). Bei Zwischenwerten weist der Modulations-Oszillator ein unharmonisches VerhĂ€ltnis zum Hauptoszillator auf, ideal, um gerĂ€uschartige Obertöne zu produzieren.
- Classic â Bietet zwei Modulations-Typen, die von klassischen Analog-Synthesizern bekannt sind. PW stellt die Pulsweite der Wellenform ein. Bei Hardware-Synthesizern kann normalerweise nur die Pulsweite von Rechteck-Wellenformen geĂ€ndert werden. Wavetable ermöglicht es, die Pulsweite aller Wavetables anzupassen. Sync verwendet einen âverstecktenâ Oszillator, um die Phase des hörbaren Oszillators zurĂŒckzusetzen und so dessen Klangfarbe zu Ă€ndern.
- Modern â Bietet zwei weitere Optionen zum Verzerren der Wellenform. Warp Ă€hnelt der Pulsweite, wĂ€hrend Fold Verzerrungen durch Wellenform-Faltung erzeugt.
Beim Wechsel des Effekt-Typs Àndern sich nicht die Werte der beiden Effekt-Regler. Es ist also möglich, zwischen den Effekten hin- und herzuwechseln und auszuprobieren, wie sich die verschiedenen Prozesse bei gleichen Werten auf den Klang auswirken.
30.13.3 Suboszillator

ZusĂ€tzlich zu den beiden Haupt-Oszillatoren verfĂŒgt Wavetable ĂŒber einen Suboszillator. Dieser kann ĂŒber den Sub-Schalter (de-)aktiviert werden. Sein Ausgangspegel wird mit dem Gain-Regler eingestellt.
Der Tone-Regler Àndert die Klangfarbe des Suboszillators. Bei 0% erzeugt der Oszillator eine reine Sinuswelle. Wird Tone aufgedreht, reichert sich die Wellenform um weitere Obertöne an.
Die Stimmung des Suboszillators wird von der gespielten Note und dem globalen Transpose-Wert bestimmt, sie lÀsst sich jedoch mit den beiden Octave-Schaltern um ein oder zwei Oktaven nach unten verschieben.
30.13.4 Filter
Mit den Filtern von Wavetable lassen sich die obertonreichen Klangspektren der Oszillatoren und ihrer Effekte weiter formen. Und da die Oszillatoren auch die klassischen Wellenformen von Analogsynthesizern erzeugen, kann man sehr einfach einen subtraktiven Synthesizer mit ihnen nachbauen.

Wavetable bietet verschiedenartige Filtertypen zur Auswahl, darunter Tiefpass, Hochpass, Bandpass, Notch und ein spezielles Morph-Filter. Jeder Typ lĂ€sst sich zwischen 12 und 24 dB Flankensteilheit umschalten. AuĂerdem kann das Verhalten verschiedener analog-modellierter Schaltungen ausgewĂ€hlt werden, die in Zusammenarbeit mit Cytomic entwickelt wurden und die Filterschaltungen einiger analoger Synthesizer-Klassiker emulieren.
Die Schaltungsoption Clean bietet ein hochwertiges, CPU-effizientes Design, das auch bei den Filtern von EQ Eight Verwendung findet. Diese Option ist fĂŒr alle Filter-Typen vorhanden.
Die OSR-Schaltungsoption ist ein State-Variable-Typ, bei dem die Resonanz von einer speziellen, hart clippenden Diode begrenzt wird. Sie ist nach Filtern modelliert, die in einem recht seltenen, britischen Monosynth zu finden sind und steht fĂŒr alle Filtertypen zur VerfĂŒgung.
Die MS2-Schaltung nutzt ein Sallen-Key-Design und Soft Clipping, um die Resonanz zu begrenzen. Sie ist nach Filtern modelliert, die in einem berĂŒhmten, semimodularen Synth aus Japan zu finden sind und steht fĂŒr Tief- und Hochpassfilter zur VerfĂŒgung.
Die SMP-Schaltung ist ein eigenstĂ€ndiges Design ohne bestimmtes Hardware-Vorbild. Es Ă€hnelt der Charakteristik der MS2- und PRD-Schaltungen und ist fĂŒr die Tief- und Hochpass-Filter vorhanden.
Die PRD-Filter nutzen ein Ladder-Design ohne Begrenzung der Resonanz. Die Option ist nach Filtern modelliert, die in einem legendĂ€ren US-Monosynth mit zwei Oszillatoren eingesetzt werden und steht fĂŒr die Tief- und Hochpassfilter zur VerfĂŒgung.
Die wichtigsten Filter-Parameter sind die typischen Synthesizer-Regler Frequenz und Resonanz. Frequenz bestimmt dabei, wo im harmonischen Spektrum das Filter eingreift; Resonanz verstÀrkt die Frequenzen in diesem Bereich. Die Frequenz- und Resonanz-Werte lassen sich auch durch Klicken und Ziehen der Filterpunkte im Filter-Display einstellen.
Werden Tief-, Hoch- oder Bandpassfilter eingesetzt, gibt es fĂŒr jeden Schaltungstyp auĂer Clean einen zusĂ€tzlichen Drive-Parameter, mit dem das Signal vor dem Filtereingang verstĂ€rkt bzw. verzerrt werden kann.
Das Morph-Filter hat einen zusĂ€tzlichen Morph-Regler, mit dem der Filtertyp kontinuierlich von Tiefpass ĂŒber Bandpass und Hochpass zu Notch und zurĂŒck zu Tiefpass durchlaufen werden kann.
Mit dem Filter-Routing lassen sich die Filter auf verschiedene Weise anordnen, wodurch sich ganz unterschiedliche Techniken der Klangformung ergeben. Du kannst aus einem von drei Routings wÀhlen:
- Serial â FĂŒhrt alle Oszillatoren zu Filter 1 und von dessen Ausgang zu Filter 2. Der Suboszillator wird in beide Filter eingespeist.
- Parallel â FĂŒhrt beide Hauptoszillatoren zu Filter 1 und Filter 2. Der Suboszillator wird in beide Filter eingespeist.
- Split â FĂŒhrt Oszillator 1 zu Filter 1 und Oszillator 2 zu Filter 2. Der Suboszillator wird zu gleichen Teilen an beide Filter gesendet. Ist eines der Filter ausgeschaltet, ist das entsprechende Oszillator-Signal trotzdem hörbar. Mit Split lĂ€sst sich jedes Filter unabhĂ€ngig behandeln, was z.B. fĂŒr gelayerte Synth-Sounds nĂŒtzlich ist. Sind die Haupt-Oszillatoren deaktiviert und beide Filter eingeschaltet, kann man mit Split auch den Suboszillator gesondert bearbeiten.
30.13.5 Matrix-Tab
In der Modulations-Matrix lassen sich Modulationspfade von HĂŒllkurven und LFOs (die sog. âinternen Modulationsquellenâ) zu den einzelnen Parametern im Instrument (den âModulationszielenâ) anlegen.

Die Modulationsquellen sind horizontal aufgelistet, die Modulationsziele vertikal. Mit Klicken und Ziehen in einem Feld der Matrix stellst du die StÀrke der Modulation ein, mit der die gewÀhlte Quelle auf den gewÀhlten Parameter wirkt.
Beachte dabei, dass bestimmte Parameter additive Modulationsziele sind und andere multiplikative Modulationsziele.
Additive Modulation wird nach folgendem Schema auf einen Parameter angewendet:
- Die AusgÀnge der Modulationsquellen eines Parameters werden aufsummiert.
- Dieser summierte Modulationswert wird zum aktuell eingestellten Parameterwert addiert.
Modulations-Werte fĂŒr additive Modulation sind immer um 0 herum zentriert, mit 0 als âneutralemâ Wert. Additive Modulationswerte können negativ oder positiv sein. Modulationsquellen, die negative und positive Werte ausgeben, sind âbipolareâ Quellen. Modulationsquellen, die nur positive Werte ausgeben sind âunipolareâ Quellen.
Multiplikative Modulation wird nach folgendem Schema auf einen Parameter angewendet:
- Die AusgÀnge der Modulationsquellen eines Parameters werden miteinander multipliziert.
- Dieser multiplizierte Modulationswert wird mit dem aktuell eingestellten Parameterwert multipliziert.
Der neutrale Wert fĂŒr multiplikative Modulation ist 1 und der Minimalwert 0. Auf Parameter mit multiplikativer Modulation wird im gesamten Wavetable-Kapitel hingewiesen.
Klicke auf einen Parameter im Instrument, um ihn vorĂŒbergehend in der Matrix anzeigen zu lassen. Wird diesem Parameter dann eine Modulation zugewiesen, verbleibt er in der Matrix. Wenn nicht, verschwindet er von der Modulations-Matrix, sobald ein anderer Parameter angeklickt wird. Beachte bitte, dass sich der Matrix- und der MIDI-Tab dieselben Reihen teilen.
Klicke auf einen der Modulationsquellen-Namen ĂŒber der Matrix, um schnell zur entsprechenden Seite im Tab Mod Sources zu springen.
Der Time-Regler skaliert die Zeitwerte aller Modulatoren. Negative Werte machen die HĂŒllkurven und LFOs schneller, wĂ€hrend positive Werte sie langsamer machen. Die Modulation dieses Werts durch einer HĂŒllkurve oder einem LFO beeinflusst nicht den Modulator selbst, aber andere Ziele werden dadurch skaliert.
Der Amount-Regler bestimmt insgesamt die StÀrke aller Modulationen in der Modulations-Matrix. Hierbei handelt es sich um ein multiplikatives Modulationsziel.
30.13.6 Mod-Sources-Tab
Im Mod-Sources-Tab werden Einstellungen fĂŒr HĂŒllkurven und LFOs vorgenommen, die nachfolgend genauer beschrieben werden.

HĂŒllkurven
Wavetables HĂŒllkurven (Amp, Env 2 und Env 3) können mit den Time- und Slope-Reglern angepasst werden, die HĂŒllkurven Env 2 und Env 3 bieten zusĂ€tzlich noch den Parameter Value. Die Time-, Slope- und Value-Parameter lassen sich auch durch Klicken und Ziehen in der HĂŒllkurven-Anzeige einstellen.
Attack bestimmt die benötigte Zeit, um vom Ausgangswert auf den Peak-Wert zu gehen. Die Form dieser HĂŒllkurvensektion wird mit Attack Slope eingestellt.
Decay bestimmt die benötigte Zeit, um vom Peak-Wert auf den Sustain-Wert zu gehen. Die Form dieser HĂŒllkurvensektion wird mit Decay Slope eingestellt.
Sustain legt den Wert fest, der am Ende der Decay-Phase erreicht wird. Die HĂŒllkurve verbleibt auf diesem Wert bis zum Note-Off, es sei denn, dass der Loop-Modus auf Trigger oder Loop gestellt ist. In diesem Fall geht sie sofort zur Release-Phase ĂŒber. Hierbei handelt es sich um ein multiplikatives Modulationsziel.
Release bestimmt die benötigte Zeit, um nach dem Note-Off zum End-Wert zu gehen. Die Form dieser HĂŒllkurvensektion wird mit Release Slope eingestellt.
Wie oben beschrieben, besitzen Wavetables HĂŒllkurven auch Parameter, mit denen sich die Flanken einzelner HĂŒllkurven-Segmente einstellen lassen. Bei positiven Slope-Werten bewegt sich die HĂŒllkurve zu Beginn schneller und danach langsamer. Bei negativen Slope-Werten bleibt die HĂŒllkurve lĂ€nger flach und bewegt sich dann am Ende des Segments schneller. Ein Slope-Wert von Null erzeugt einen linearen Verlauf; die HĂŒllkurve bewegt sich also im betreffenden Segment mit konstanter Geschwindigkeit.
Der Initial-Regler bestimmt den Anfangswert der HĂŒllkurve, wenn sie ausgelöst wird. Hierbei handelt es sich um ein multiplikatives Modulationsziel. Dieser Parameter ist bei der Amp-HĂŒllkurve nicht vorhanden.
Der Peak-Slider bestimmt den erreichten Pegel am Ende der Attack-Phase, bzw. dem Beginn der Decay-Phase. Dieser Parameter ist bei der Amp-HĂŒllkurve nicht vorhanden.
Der Slider Final legt den Wert am Ende der Release-Phase fest. Dieser Parameter ist bei der Amp-HĂŒllkurve nicht vorhanden.
Im WahlmenĂŒ Loop-Modus kannst du einen von drei Modi auswĂ€hlen:
- None hÀlt das Sustain-Segment bis zum Note-Off aus, ohne Loop.
- Trigger durchlÀuft nach Eingang des Note-Ons alle Segmente.
- Loop wiederholt die gesamte HĂŒllkurve ohne ausgehaltenen Sustain, bis die Stimme endet.
30.13.6.1 LFOs
Wavetable enthÀlt zwei LFOs, die sich mit den Parametern, die in diesem Abschnitt beschrieben werden, unabhÀngig voneinander einstellen lassen.

WĂ€hle eine von fĂŒnf LFO-Wellenformen aus und passe mit dem Shape-Regler die Form der gewĂ€hlten Modulations-Wellenform an:
- Sine und Saw: Erzeugt eine an- oder absteigende Kurvenform.
- Triangle: Morpht die Symmetrie von Rampe bis SĂ€gezahn, mit Dreieck in der Mitte.
- Square: Ăndert die Pulsweite.
- Random: Ăndert die Verteilung extremer Zufallswerte.
Der Sync-Schalter bestimmt, ob die LFO-Geschwindigkeit in Hertz oder synchron zum Songtempo eingestellt wird, wÀhrend Rate die LFO-Frequenz einstellt, in Hertz oder als rhythmischen Wert. Die LFO-Frequenz lÀsst sich auch durch Ziehen im Wellenform-Display Àndern.
Amount bestimmt die StÀrke der LFO-Modulation, die auf Eingangssignale angewendet wird. Hierbei handelt es sich um ein multiplikatives Modulationsziel.
Der Offset-Regler stellt einen Phasenversatz ein, sodass der LFO mit einem anderen Wert startet. Beachte bitte, dass Offset nicht moduliert werden kann.
Mit dem Regler LFO-Attack kannst du eine Dauer festlegen, in der der LFO nach Eingang des Note-Ons eingeblendet wird.
Ist der Schalter LFO-Retrigger aktiviert, setzt jede neue MIDI-Note den LFO zurĂŒck an seinen Startpunkt bzw. seine Anfangsphase. Hierdurch entstehen hybride LFO-Wellenformen, wenn der LFO neu getriggert wird, bevor ein Durchlauf beendet wurde.
30.13.7 MIDI-Tab
Wavetable verwandelt sich in ein dynamisches Performance-Instrument, wenn seinen Parametern MIDI-Daten zugewiesen werden. In der MIDI-Modulations-Matrix können MIDI-Modulationsquellen mehreren Parametern (oder âModulationszielenâ) im Instrument zugewiesen werden.

Ist Velocity als Modulationsquelle zugewiesen, nutzt Wavetable die AnschlagstÀrke der empfangenen MIDI-Note zum Modulieren der Zielparameter, solange diese Note gehalten wird.
Ist Note zugewiesen, nutzt Wavetable die Tonhöhe der empfangenen MIDI-Note zum Modulieren der Zielparameter, solange diese Note gehalten wird. Der Modulationsbereich der Tonhöhe ist um C3 zentriert. Ist also die Filterfrequenz mit einer ModulationsintensitÀt von 100% als Ziel zugewiesen, folgt das Filter exakt der gespielten Note.
Pitch Bend, Aftertouch und Mod-Wheel sind Hardware-Funktionen, die bei vielen MIDI-Controllern vorhanden sind. Hast du kein solches GerĂ€t, kannst du diese Parameter dennoch mit Clip-HĂŒllkurven modulieren.
Ist Random zugewiesen, moduliert Wavetable die Zielparameter mit einem Zufallswert, der jedes Mal beim Triggern einer Note neu berechnet wird.
Klicke auf einen Parameter im Instrument, um ihn vorĂŒbergehend in der Matrix anzeigen zu lassen. Wird diesem Parameter dann eine Modulation zugewiesen, verbleibt er in der Matrix. Wenn nicht, verschwindet er von der Modulations-Matrix, sobald ein anderer Parameter angeklickt wird. Beachte bitte, dass sich der Matrix- und der MIDI-Tab dieselben Reihen teilen.
30.13.8 Global- und Unisono-Parameter
Wavetables globale Parameter beeinflussen das Gesamtverhalten und die Performance des Instruments.

Transpose stellt die relative Tonhöhe von Wavetable in Halbtonschritten ein.
Volume bestimmt die GesamtlautstÀrke des Instruments. Hierbei handelt es sich um ein multiplikatives Modulationsziel.
Der Poly/Mono-Button schaltet das Instrument zwischen einer einzelnen Stimme mit Legato-HĂŒllkurven (Mono) und mehreren Stimmen (Poly) um.
Mit dem WahlmenĂŒ Poly Voices legst du die Maximalzahl an Noten fest, die gleichzeitig erklingen können. Poly Voices ist nur aktiv, wenn der Poly/Mono-Schalter auf Poly steht.
Glide stellt die Zeit ein, die ĂŒberlappende Noten brauchen, um von der Ausgangstonhöhe auf die der nĂ€chstfolgenden Note zu gleiten. Glide ist nur aktiv, wenn der Poly/Mono-Schalter auf Mono steht.
Im Unison-MenĂŒ kannst du einen von sechs Unisono-Modi auswĂ€hlen (oder keinen). Diese setzen mehrere Oszillatoren mit unterschiedlichen Phasen, Stereo- oder Wavetable-Positionen ein, um dem Klang mehr FĂŒlle zu geben.
- Classic: Die Oszillatoren sind im gleichen Abstand zueinander verstimmt und abwechselnd im Stereopanorama verteilt.
- Shimmer: Die Oszillator-Tonhöhen werden in unregelmĂ€Ăigen AbstĂ€nden mit Jitter versehen, wodurch ein schimmernder, hallartiger Effekt entsteht. ZusĂ€tzlich wird ein kleiner Wavetable-Versatz angewendet, um extra FĂŒlle zu erhalten.
- Noise: Die Tonhöhen werden wie im Shimmer-Modus mit Jitter versehen, jedoch mit wesentlich höherer Geschwindigkeit, wodurch gerĂ€uschhafte, atmende Texturen entstehen. ZusĂ€tzlich wird ein kleiner Wavetable-Versatz angewendet, um extra FĂŒlle zu erhalten.
- Phase Sync: Die Oszillatoren werden wie beim Classic-Modus verstimmt, aber mit synchronisierten Phasen zu Notenbeginn, was zu starken Phaser-Effekten fĂŒhrt.
- Position Spread: Die Wavetable-Position jedes Oszillators wird gleichmĂ€Ăig um einen bestimmten Wert verteilt. ZusĂ€tzlich sorgt eine minimale Verstimmung fĂŒr extra Breite im Sound.
- Random note: Die Wavetable-Positionen und die StĂ€rke der Verstimmung wird fĂŒr jeden Oszillator mit Beginn jeder neuen Note zufĂ€llig variiert.
Der Voices-Regler legt die Anzahl gleichzeitig spielender Instanzen pro Wavetable-Oszillator fest. Mehr Stimmen ergeben einen fetteren Sound, weniger Stimmen klingen klarer.
Der Amount-Regler bestimmt die IntensitÀt des Unisono-Effekts und verhÀlt sich bei jedem Unisono-Modus anders. Hierbei handelt es sich um ein multiplikatives Modulationsziel.
30.13.9 Hi-Quality-Modus

Der Hi-Quality-Modus lĂ€sst sich ĂŒber Wavetables Kontextmenu ein- und ausschalten.
Ist Hi-Quality aus, wird die Wavetable-Modulation nur alle 32 Samples berechnet. AuĂerdem werden CPU-sparende Versionen der Cytomic-Filter eingesetzt, um die CPU-Last weiter zu verringern.
Wavetable kann ohne Hi-Quality-Modus bis zu 25% CPU sparen, was besonders hilfreich bei der Arbeit mit sehr groĂen Sets oder bei niedrigen Latenzen ist.
Seit Live 11.1 ist der Hi-Quality-Modus standardmĂ€Ăig aus, wenn eine neue Instanz von Wavetable oder eines seiner Presets aus der Core-Library geladen wird. Ăltere Presets oder Live-Sets laden jedoch weiterhin im Hi-Quality-Modus, um klanglich mit den frĂŒheren Live-Versionen ĂŒbereinzustimmen.
Hinweis: beim Aktivieren des Hi-Quality-Modus können subtile Klangunterschiede auftreten.